Tierschutz

Hirschberg: Pauschale für Weinheimer Tierheim steigt 

Für die Aufnahme von Fundtieren erhöht Hirschberg die jährliche Pauschale zukünftig auf 1,50 Euro pro Einwohner.

Das Weinheimer Tierheim soll für die Aufnahme von Hirschberger Fundtieren mehr Geld bekommen. Foto: Fritz Kopetzky
Das Weinheimer Tierheim soll für die Aufnahme von Hirschberger Fundtieren mehr Geld bekommen.

Die letzte Regelung mit dem Tierschutzverein Weinheim und Umgebung stammt aus dem Jahr 2011: Für die ständige Bereitschaft, Fundtiere aufzunehmen und zu versorgen, zahlte die Gemeinde Hirschberg eine jährliche Pauschale von 0,60 Euro pro Einwohner. Für das Jahr 2024 beträgt die Pauschale 5875 Euro. Diese Pauschale soll nach dem Beschluss des Verwaltungsausschusses auf 1,50 Euro pro Einwohner erhöht werden. Die neue Regelung, die noch der Zustimmung des Gemeinderats bedarf, soll für 2025 und 2026 gelten.

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Tote Katze im Fenster

In den Jahren 2023 und 2024 wurden insgesamt zehn Hunde, 129 Katzen und neun Kleintiere aus Hirschberg im Weinheimer Tierheim aufgenommen. Darunter waren auch die 14 Kätzchen, die die Berufstierrettung Rhein-Neckar und das Weinheimer Tierheim im September aus einem Messie-Haus in Leutershausen gerettet hatten. Wie berichtet, hatten Leutershausener zuvor die Ordnungshüter verständigt: Eine Katze steckte beim Nachbarn in einem gekippten Gaubenfenster fest. Als die Beamten vor Ort waren, stellten sie fest: Das arme Tier war längst tot. Die Polizei klingelte an der Tür, doch niemand machte auf. Bei all den Alarmzeichen entschieden sich die Beamten dazu, die Feuerwehr zu rufen, um mit ihr in das Eigenheim zu gelangen. Was sie im Inneren vorfanden, verschlug ihnen den Atem. Das Haus war nicht nur von oben bis unten vermüllt – sondern auch voller Katzen in teils erbarmungswürdigem Zustand. Nach drei Einsatztagen mit den Katzenfängern schätzte Tierheimleiterin Jutta Schweidler die Anzahl der geretteten Lebewesen auf 60 Tiere. Für den Bürgermeister Ralf Gänshirt beweist dieser tragische Vorfall, wie wichtig die Arbeit des Tierheims sei. Wie Hirschberg haben auch Weinheim, Schriesheim, Hemsbach, Ladenburg und Heddesheim eine solche Vereinbarung mit dem Weinheimer Verein bezüglich der Verwahrung von Fundtieren.

Erhöhung „gerechtfertigt und angemessen“

Im September bat der Verein Tierschutz Weinheim um eine Aktualisierung der Vereinbarung und um die Erhöhung der jährlichen Pauschale auf 1,50 Euro pro Einwohner. Begründet wird dies mit den Betriebsausgaben. Aktuell liegen diese bei 301 000 Euro. Allein die Personalkosten belaufen sich auf 160 000 Euro. Insgesamt fünf Personen sind angestellt, die nur einen Mindestlohn oder wenige Euro darüber erhalten. Feste Einnahmen generiert der Verein über Mitgliedsbeiträge (17 000 Euro) und über die Fundtierpauschale der Kommunen (circa 75 000 Euro). Alle anderen Einnahmen, wie zum Beispiel Erlöse aus Veranstaltungen, Spenden oder Vermittlungsgebühren, sind nicht planbar.

Somit stehen 160 000 Euro Personalkosten lediglich 92 000 Euro an planbaren Einnahmen gegenüber. Auf dieser Basis ist der Verein nicht in der Lage, den Betrieb des Tierheims zu garantieren, da den Mitarbeitern noch nicht einmal unbefristete Arbeitsverträge angeboten werden können. Aus Sicht der Verwaltung ist die Erhöhung der Pauschale daher gerechtfertigt und angemessen. „Der Verein erhält so eine Verlässlichkeit“, meinte Gänshirt. Erklärtes Ziel sei es, das Arbeitnehmerbudget zu sichern. Der Bürgermeister sah wenig Spielraum, schließlich sei die Kommune gesetzlich verpflichtet, Fundtiere entgegenzunehmen. Und da man keine eigene Einrichtung besitzt, wird diese Aufgabe an den Verein übertragen.

FW-Gemeinderat Alexander May und CDU-Gemeinderat Matthias Dallinger begrüßten diese Neuregelung. Damit hätte der Verein eine verlässliche Finanzplanung. „Wir wollen den großen Idealismus im Ehrenamt honorieren“, betonte Dallinger und stimmte, wie alle anderen, zu.