Hirschberg verliert seine Rettungswache
Neubaupläne im Technischen Ausschuss vorgestellt. Wo der neue Standort auf rund 800 Quadratmetern entstehen soll.
Hirschberg/Schriesheim. Die Tage der Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Region Mannheim/Rhein-Neckar in Hirschberg sind gezählt. Seit 2019 fungierte eine Firmenhalle in der Goldbeckstraße 6 als Ausweichquartier. Ein Umzug war also von vornherein klar. 20 Mitarbeiter, zwei Rettungswagen und ein Notarztfahrzeug waren dort stationiert. „Doch der Hirschberger Standort ist zu klein“, erläuterte der Geschäftsführer des ASB Rhein-Neckar, Joachim Schmid. Folglich plante der ASB seit Jahren einen Neubau. Schriesheim wurde dabei als Standort favorisiert. „Die Pläne gibt es ja schon länger. Auch am Grundstück sind wir schon länger. Jetzt sind wir einen wesentlichen Schritt vorangekommen und befinden uns auf der Zielgeraden“, ergänzte Schmid, der am kommenden Montag im Technischen Ausschuss der Stadt Schriesheim die Pläne für die Rettungswache vorstellen wird. Sie soll im Leimengrubweg errichtet werden.
Spatenstich im Frühjahr 2026
„Der Standort am Branichtunnel ist ideal. Wir sind schnell auf der Autobahn und im Odenwald“, betont der Geschäftsführer. Die Vorgabe, in zehn Minuten alles zu erreichen, kann so gut erfüllt werden. Hirschberg wird darunter natürlich nicht leiden, ist sich Schmid ganz sicher.
Da es noch keinen hundertprozentig abgestimmten Plan gibt, hielt sich der Geschäftsführer bei der Angabe des genauen Investitionsvolumens zurück. „Es wird sicher mehrere Millionen Euro kosten“, so viel konnte er sagen. Für das Grundstück gilt Erbpacht. Sofern es mit den Planungen und den Baugenehmigungen klappt, soll in knapp einem Jahr der Spatenstich erfolgen, gibt sich Schmid zuversichtlich.
Bebauungsplan notwendig
Wie bereits erwähnt, wird in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt am Montag, 24. Februar, die Stadt Schriesheim gemeinsam mit dem ASB das Bauprojekt zur Errichtung der Rettungswache vorstellen. Zur Umsetzung des Vorhabens ist es zunächst notwendig, die entsprechenden Voraussetzungen in Form eines Bebauungsplans zu schaffen. Deshalb wird der Gemeinderat in der öffentlichen Gemeinderatssitzung bereits am Mittwoch, 26. Februar, über das notwendige Bauleitplanverfahren „ASB Rettungswache Leimengrube“ entscheiden.
Standortuntersuchung
Im Rahmen der Standortuntersuchung wurde festgestellt, dass das Plangebiet in verkehrsgünstiger Lage an der Bundesstraße B 3 und der Landesstraße L 536 als neuer Standort dafür besonders geeignet ist. Im Plangebiet am nördlichen Ortsrand befindet sich derzeit ein P+M-Parkplatz, der an einen anderen Standort verlegt werden soll. Mit einer Rettungswache im Leimengrubweg kann der Rettungsdienst des ASB die Stadt Schriesheim und ihre Ortsteile Altenbach und Ursenbach sowie die umliegenden Gemeinden in der Region wie Wilhelmsfeld und Hirschberg bedarfsgerecht erreichen.
Mit dieser Planung wird angestrebt, vorhandene Flächenpotenziale für die rettungsdienstliche Versorgung zu nutzen und ausreichend Flächen für den Betrieb des Rettungsdienstes zur Verfügung zu stellen.
Die neue Rettungswache soll auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern gebaut werden. Der dortige Rettungsdienst soll mit zwei Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug ausgestattet werden. „Der neue Standort für eine Rettungswache wird die notfallmedizinische Versorgung in Schriesheim und den umliegenden Gemeinden deutlich verbessern. Wir freuen uns, dass wir mit dem Bebauungsplan eine Grundlage für den ASB schaffen können“, erläutert Bürgermeister Christoph Oeldorf. Der ASB-Geschäftsführer Schmid hebt die Bedeutung des Bebauungsplans hervor: „Wir freuen uns sehr, dass wir nach langer Suche einen optimalen Standort gefunden haben. Unser Rettungsdienst kann somit noch schneller da sein, wenn jemand unsere Hilfe braucht.“ Stimmt der Gemeinderat dem Bebauungsplan zu, folgt dessen Offenlage – der Startschuss einer frühen und konkreten Beteiligung der Öffentlichkeit.
Die Rettungswache in Schriesheim, die die Hirschberger Rettungswache ersetzen wird, wäre neben der in Mannheim-Käfertal und Mannheim-Sandhofen sowie in Heidelberg-Rohrbach die vierte in der Region.