Foto: Philipp Reimer Fotografie
Weinheim

Jetzt gehts los: Weinheimer Altstadtkerwe ist eröffnet!

Drei Böllerschüsse geben das Signal: Endlich wird in Weinheim wieder Kerwe gefeiert. Neben Illumination und Regatta versprechen rund 50 Fahrgeschäfte und Stände turbulenten Spaß.

Drei Böllerschüsse geben das Signal. Nachdem der Donner in der Altstadt verhallt ist, wissen die Weinheimer: Die Kerwe ist wieder da! Kenner wissen aber auch: Das beliebte Volksfest wird bereits vorher angekurbelt. Dafür zeichnet Werner Steffan seit 30 Jahren am Leierkasten verantwortlich. Die Melodien der Orgelpfeifen grüßen Besucher schon in der Hauptstraße auf ihrem Weg zum Alten Rathaus.

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Gehämmert, gesägt, gebohrt

Dort angekommen, warten schon die Gastgeber und Ehrengäste, um die hunderten Besucher vom Balkon aus zu begrüßen und die Altstadtkerwe 2023 endlich offiziell zu eröffnen. Eins, zwei, drei ertönt das Knallen und Hallen der Schüsse. Peter Gérard, Vorsitzender des Heimat- und Kerwevereins „Alt Weinheim“, greift zum Mikrofon: „Jetzt kann es endlich losgehen!“ Dass auch bei der 64. Kerwe alles so schön wird wie gewohnt, dafür ist viel Schweiß geflossen. „Es wurde gehämmert, gesägt und gebohrt.“ Noch etwas hat sich nicht geändert: Das Symbol ist erneut die Brezel vom vergangenen Jahr. Das hat mit der Schlosspark-Illumination zu tun, der „Nacht der tausend Lichter“, die im vergangenen Jahr leider wegen Trockenheit ausfiel. Dadurch sei der Verein auf vielen der Anhängern sitzengeblieben. Die gute Nachricht: „Mit der Brezel vom vergangenen Jahr haben Weinheimer freien Eintritt“, verkündet Gérard, bevor er sein Grußwort mit einem kräftigen „Wem ghärt die Kerwe?“ beendet.

Manuel Just, vorbildlicherweise wieder in Kerwetracht, übernimmt. Dieser teilt sich die Bühne mit seinen beiden Vorgängern Heiner Bernhard und Uwe Kleefoot. An politischer Prominenz begrüßt der OB auch Bundestagsabgeordneten Alexander Föhr (CDU) und die Landtagsabgeordneten Sebastian Cuny (SPD) und Fadime Tuncer (Grüne). „Ich spreche sicherlich im Namen von allen, wenn ich sie hier in der schönsten Stadt willkommen heiße.“ Und dabei spreche er nicht nur von der schönsten Stadt in deren Wahlkreis. Zu den Ehrengästen zählen natürlich ebenso die Vertreter der befreundeten Kerwevereine; zum ersten Mal mit von der Partie ist auch eine Delegation aus Heddesheim. Die Musikkapelle Gorxheimertal ist wieder zur musikalischen Unterstützung mit dabei.

Am langen Tisch trinken die Kerwebesucher auf ein friedliches und schönes Volksfest. Für die Musik sorgt die Kapelle aus Gorxheimertal. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Am langen Tisch trinken die Kerwebesucher auf ein friedliches und schönes Volksfest. Für die Musik sorgt die Kapelle aus Gorxheimertal.

„Diese Kerwe ist für die Stadt und die ganze Region das wichtigste Volksfest des Jahres“, fährt Just fort. „Nicht wenige organisieren ihren Jahres- und Sommerurlaub nach ihr.“ Kein Wunder: Die Kerwe sei das Spiegelbild der lebendigen Stadtgesellschaft. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen kämen hier zusammen, um zu feiern. Um ein Thema kommt der OB auch bei der Eröffnung der Kerwe nicht herum: Lärm. Die hohen Dezibelwerte, die Anwohner auf die Palme bringen, sind im Vorfeld heiß diskutiert worden. Ein neues Lärmkonzept wurde geboren. „Und ich glaube, auch wenn es im Nachgang zur vergangenen Kerwe unterschiedliche Vorstellungen zum Thema Lärm und Lautstärke gab, konnten wir im Vorfeld zur diesjährigen Kerwe eine tragbare und gute organisatorische Lösung finden, die allen gerecht werden sollte.“

Gemeinsam singen und lachen

Trotz ursprünglich unterschiedlicher Vorstellungen: „Für alle war von Anfang an klar und stand erfreulicherweise außer Frage: Die Kerwe gehört zu Weinheim“, so Just. Und auch in diesem Jahr wollten alle gemeinsam tanzen, singen und lachen. Blütenprinzessin Christina I. wünscht im Anschluss, dass auch in diesem Jahr alle friedlich zusammen feiern können. Ihr dreifaches „Woinem Ahoi“ wird vom Publikum nicht nur erwidert. Ein besonders leidenschaftlicher Kerwebesucher schickt außerdem noch grölend hinterher: „Lang lebe die Prinzessin!“ Henrik Fütterer, Vorsitzender des Heddesheimer Kerwevereins, weiß anschließend gar nicht so recht, was er eigentlich noch wünschen soll: „Gutes Wetter und schöne Leute – das ist ja alles schon da!“ Und auch der Sulzbacher Kerwepfarrer Dominik Mades genießt den Moment: „Ach wie schee, wenn sich’s Rieserad dreht und ma zamme von Straußwirtschaft zu Straußwirtschaft geht.“

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Und das wird dann auch in die Tat umgesetzt: Ein Rundgang führt Gastgeber und Ehrengäste durch das Volksfest und zum Zielort Langer Tisch, wo auf eine schöne und friedliche Kerwe 2023 angestoßen wird.