Weinheim

Kathleen Knauer stellt in der Kunstwerkstatt Weinheim aus

Die Kunstwerkstatt in der Obergasse zeigt Werke von Kathleen Knauer. Was die Natur und ein Rucksack damit zu tun haben und warum man die Schau nicht verpassen sollte.

Die Mannheimer Künstlerin Kathleen Knauer präsentiert ihre Werke in den Räumen der Kunstwerkstatt Weinheim. Foto: Katrin Oeldorf
Die Mannheimer Künstlerin Kathleen Knauer präsentiert ihre Werke in den Räumen der Kunstwerkstatt Weinheim.

Wenn Kathleen Knauer durch den Wald geht, hat sie stets ihren Rucksack dabei. Darin sammelt sie Dinge wie Steine, Erde, Moos, Gräser. Dinge eben, die ihr die Natur schenken. Denn die Mannheimer Künstlerin hat zum einen durch ihre Kindheit auf dem Bauernhof im Thüringschen Saalfeld, zum anderen wegen ihrer Arbeit mit Naturpigmenten, eine besondere Beziehung zu Flora und Fauna. Zum Studium ging sie nach Mannheim, wo sie Bildende Kunst an der Freien Kunstakademie Mannheim studierte. Heute arbeitet sie an ihrem ehemaligen Studienplatz als Dozentin und Studienleiterin. Hinzu kommt ihr Einsatz als Kuratorin großer Ausstellungen und Projekte. Und doch nimmt sie sich Zeit für die eigene Kunst.

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Die Moosinstallation auf dem Boden der Kunstwerkstatt ist ebenfalls Teil der Ausstellung. Foto: Katrin Oeldorf
Die Moosinstallation auf dem Boden der Kunstwerkstatt ist ebenfalls Teil der Ausstellung.

Von ihren weltweiten Reisen brachte sie stets neue künstlerische Eindrücke mit, manchmal auch ein Säckchen Erde. “Was eigentlich nicht erlaubt ist”, betont die 42-Jährige bei der Eröffnung ihrer Ausstellung in der Kunstwerkstatt von Julia Schmalzl und Marc Slawin in der Weinheimer Obergasse. Ihre Vorliebe für Farbpigmente, die sie aus Erde, Pflanzen und Steinen gewinnt, zeigt das 545 Zentimeter große abstrakte Triptychon, für das sie neben den Naturpigmenten auch Acryl verwendet hat. Auffallend ist, dass die zarten Pastellfarben an Aquarellkunst erinnern. “Bei Bildern wie diesem, kann ich Länder nach Belieben miteinander verbinden”, sagt die Künstlerin und meint damit die verschiedenen Naturmaterialien, die von ihren Reisen stammen und die sie zu Pigmentfarben verarbeitet hat. Doch es sind nicht nur die poetischen, erzählfreudigen Bilder mit seltenen Moosen und geheimnisvollen Flechten, die zusammen mit der alten, traditionellen Maltechnik mit Erdpigmenten entstanden sind.

Das Moor ist eines ihrer Themen

Kathleen Knauer widmet sich einem weiteren faszinierenden Thema, den Mooren als vielfältige Lebensräume für Torfmoos, Wollgras, Rosmarienheide, Moosbeere, Schnabelried und anderen Gewächsen der Sumpf-Vegetation. So hat die experimentierfreudige Künstlerin auch eine Moorlandschaft in Kleinformat auf dem Boden des rustikalen Ausstellungsraumes erschaffen. “Ich habe dafür einen alten Teppich der Witterung ausgesetzt, bis er völlig vermoost war”, erzählt sie. Auf das ovale Pflanzenbett hat sie unterschiedliche Moorpflanzen wie Moose, von denen es alleine 16000 Arten gibt, zusammen mit Gräsern und Laub drapiert.

Knauers Werke veranschaulichen die Ästhetik und die Kraft der Natur. Gleichzeitig weisen sie auf den Kreislauf des Lebens hin, denn die Künstlerin betont, dass alles in Verbindung und Abhängigkeit von- und miteinander steht. Dazu gehört für sie auch die Arbeit mit Erdfarben, denn die Natur hält einen Schatz an mineralischen Farben bereit, die weit vor dem Auftauchen der ersten Menschen entstanden sind. An einer Wand des Ausstellungsraumes stellt Kathleen Knauer in kleinen runden Rahmen die verschiedenen pflanzlichen Farbpigmente vor. Das geht von Birke über Blaubeere bis zur Zwiebel- und Bananenschale. All diese Naturfarben ergeben zusammen mit Acryl die erstaunlichsten Effekte auf der Leinwand. Kathleen Knauer verwendet für ihre Ausstellung ein Wortspiel. “Das Wort Moor rückwärts gelesen ergibt den englischen Begriff von Raum”. Daran anlehnend, hat die Künstlerin den Ausstellungsraum in ein kleines Moor verwandelt. Noch bis zum 2. Juli 2023 kann man in die Moorlandschaft der Kathleen Knauer eintauchen.

Die Ausstellung von Kathleen Knauer in der Kunstwerkstatt, Obergasse 18 in Weinheim dauert bis zum 2. Juli 2023.
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 13 bis 15 Uhr.