Kein Schüler soll auf der Strecke bleiben
Im Weinheimer Kinder- und Jugendbeirat berichtet die Bildungskette über ihre Jugendarbeit.
Bei der Weinheimer Bildungskette greift ein Glied fest ins andere. Kommunale Bildungseinrichtungen, Vereine und Organisationen: Sie alle verfolgen mit gemeinsamen Projekten dasselbe Ziel. Und zwar Integration und Teilhabe durch Bildung.
Diese Kette macht Weinheim zu einem besonderen Bildungsstandort in der Region. Sie hält, auch wenn sie in der Coronazeit einige Zerreißproben überstehen musste. Die Bildungsakteure in Weinheim haben ihr Engagement daraufhin sogar noch einmal erhöht. Die Berichte, die sie jetzt im Kinder- und Jugendbeirat der Stadt ablieferten, waren entsprechend von einer hohen Qualität und Schlagzahl geprägt. Die Gemeinderatsmitglieder am Ratstisch waren beeindruckt, voll des Lobes und sicherten weiterhin Rückendeckung bei Bildungsprojekten zu. Innerhalb der Bildungskette gibt es eine Fachgruppe Kinder und Jugend. Darin sind Organisationen und Vereine gebündelt, die diese betreuen und die gesellschaftliche Teilhabe durch Bildung erleichtern.
Leitmotiv der Bildungskette
Das sind neben dem Bildungsbüro selbst die Caritas, das Diakonische Werk, das DRK, die Jugend-AG christlicher Kirchen, der Kinderschutzbund, die Lebenshilfe, die Psychologische Familien- und Erziehungsberatung, der Stadtjugendring sowie das Kommunale Übergangsmanagement Schule/Beruf. All diese Einrichtungen kooperieren und sprechen sich ab, sodass in Weinheim kein Kind und kein Jugendlicher verlorengeht – so lautet auch ein Leitmotiv der Weinheimer Bildungskette.
Die Akteure der Fachgruppe arbeiten sowohl haupt- als auch ehrenamtlich. Fast überall steht das Ziel Integration und Teilhabe durch Bildung im Mittelpunkt. Der zusammengefasste Bericht im Beirat erstreckte sich über 60 Seiten. Der Kinder- und Jugendbeirat bot insgesamt einen Überblick über die vielen Aktivitäten der Jugendarbeit in Weinheim. Sarah Wachter und Nico Gaber stellten die neuesten Erkenntnisse aus dem Projekt „Stadtteildetektive“ vor, bei dem sie Grundschulkinder ihr Umfeld erkunden und auf Kinderfreundlichkeit überprüfen lassen. Der Bericht wird im Juni im Gemeinderat wiederholt. Sabine Michael, Dr. Susanne Felger und Dr. Lena Loge vom Weinheimer Bildungsbüro gaben Einblicke in das stetige Projekt „sozial und digital“, in dem Mitarbeiter der Bildungsketten-Akteure digital fortgebildet werden, ohne die sozialen und persönlichen Aspekte dabei in den Hintergrund zu stellen. „Digitales Empowerment für die Bildungskettenarbeit“ lautete das Motto ihrer Präsentation. Das Projekt wird im Programm „React EU“ gefördert.
Programm „Fit4Praktikum“
Jürgen Ripplinger, der Geschäftsführer von Job Central, und Ante Rasic, der Leiter der Lern-Praxis-Werkstatt, stellten dann das Programm „Fit4Praktikum“ vor, mithilfe dessen Jugendliche auf ein Betriebspraktikum vorbereitet werden. Ohne diese besondere Zuwendung gäbe es – auch in Weinheim – Jugendliche, die selbst diesen niedrigschwelligen ersten Zugang ins Berufsleben nicht schaffen würden. Auch hier gilt das Motto der Weinheimer Bildungskette: „Niemand darf verlorengehen.“ Oder nach dem Zitat von Gustav Heinemann: „Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt.“