Hemsbach

Kita Regenbogenland: Wie der neue Leiter Fachkräfte gewinnen will

In der städtischen Kindertagesstätte Regenbogenland in Hemsbach lief es in den letzten Jahren nicht immer rund. Das scheint sich mit dem neuen Leiter Wolfgang Reiter zu ändern.

Die städtische Kita Regenbogenland bewegt sich mit dem neuen Leiterteam in ruhigerem Fahrwasser. Foto: Fritz Kopetzky
Die städtische Kita Regenbogenland bewegt sich mit dem neuen Leiterteam in ruhigerem Fahrwasser.

Die kommunale Kindertagesstätte Regenbogenland in Hemsbach ist in ruhigeres Fahrwasser geraten und auf einem guten Weg. Diesen Eindruck hinterließen der neue Kita-Leiter Wolfgang Reiter sowie die sozialpädagogische Fachberaterin Sarah Huck, die sich in der jüngsten Sitzung im Gemeinderat vorstellten und auch eine Reihe von Fragen der Stadträte beantworteten.

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Beide haben im April ihre Arbeit in Hemsbach aufgenommen und verfügen über einen breiten Erfahrungshintergrund. Huck ist gelernte Erzieherin, hat Frühpädagogik und berufs- und organisationsbezogene Beratungswissenschaften studiert und hatte die Fachberatung über 16 Einrichtungen bei einem kirchlichen Träger in Hessen inne. In Hemsbach ist sie für die sozialpädagogische Fachberatung in der Kita Regenbogenland, den Grundschulen, den weiterführenden Schulen und im Jugendzentrum zuständig.

Die Kindertagesstätte Regenbogenland in Hemsbach. Foto: Thomas Rittelmann
Die Kindertagesstätte Regenbogenland in Hemsbach.

Sichtbar und wirksam bleiben

Huck hat sich zunächst einen Überblick verschafft und die Grundschulbetreuerinnen kennengelernt. Die brächten einen unterschiedlichen Erfahrungshintergrund mit, woraus sich verschiedene Fortbildungswünsche und -bedarfe ergäben. Bei der Schulsozialarbeit sollen die guten Kontakte weiter ausgebaut werden. „Wichtig ist, dass wir sichtbar und wirksam sind“, sagte Huck. Für den durch den Weggang von Lars Aschemann erforderlichen Wechsel in der Leitung des Jugendzentrums sei mit Julian Fischer eine gute Lösung gefunden worden. Im „Sozialraum Hemsbach“ gelte es, beim Thema Inklusion passende Angebote vor Ort zu finden.

Reiter: Gute Rahmenbedingungen

Wolfgang Reiter hat Soziale Arbeit und Sozialpädagogik studiert, war als Heimerzieher, Streetworker und Kitaleiter tätig. Zuletzt arbeitete er in einer Kita-Fachberatung in Rheinland-Pfalz, wollte aber wieder zurück in die Arbeit mit Kindern. Zusammen mit seinem Stellvertreter Steffen Herrmann versuche er „mit Herz und Verstand, die Kita Regenbogenland auf gesunde Füße zu stellen“, formulierte Reiter. Bis zum neuen Kindergartenjahr soll mit allen Beteiligten ein neues Konzept entwickelt werden. An kleineren Stellschrauben sei bereits gedreht worden. Reiter lobte die Rahmenbedingungen. Der stellvertretende Leiter sei in Teilen freigestellt, ferner sei mit Anja Schwöbel eine Schreibkraft abgestellt. „Es läuft richtig gut in Hemsbach“, formulierte Reiter.

Problem Fachkräftemangel

Der Gemeinderat hörte dies gerne. Gleichwohl gab es einige Nachfragen: Manuel Fink (CDU) wollte von den beiden wissen, wie sie dem Fachkräftemangel begegnen wollen. Reiter formulierte: „Wir müssen uns als Ausbildungsbetrieb verstehen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Schulpraktikanten müssten beispielsweise so betreut werden, dass sie später einmal Kollegen werden wollten. Darum müsse sich jemand verantwortlich kümmern und vom Dienstplan her auch dazu in der Lage sein. Ansonsten gebe es im Regenbogenland alle vorstellbaren Angebote und Ausbildungen: vom Freiwilligen Sozialen Jahr über die klassische Erzieherausbildung bis zur Praxisintegrierten Ausbildung (PiA).

Für Sarah Huck ist der bestehende gute Kontakt zu den Fachschulen dabei besonders wichtig. „Wir müssen attraktiv sein, um weitere Mitarbeiter zu bekommen.“ Auch regte sie an, Ausschreibungen spezifischer zu machen, um Fachleute mit besonderen Fähigkeiten zu bekommen.

Frauke Aschemann (SPD) transportierte das Gerücht, im Regenbogenland gebe es einen vergleichsweise hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und Sprachschwierigkeiten. Sie wollte wissen, ob die Einrichtung dem mit ihrem Personalschlüssel gerecht werde.

Inklusion gewinnt Bedeutung

Das Einzugsgebiet bilde sich natürlich auch in der Einrichtung ab, sagte Sarah Huck. Immer mehr Einrichtungen arbeiteten dabei inklusiv. Dafür würden spezielle Fachkräfte benötigt. Die normale Ausbildung decke dies nicht ab. Wolfgang Reiter meinte hingegen, dass die Aufnahme von Kindern mit Behinderung nicht unbedingt mehr Personal erfordere. Hier würden über Eingliederungshilfen Mitarbeiter anderer Einrichtungen abgestellt, die nur für das betroffene Kind zuständig seien.

Marlies Drissler, Fraktionssprecherin von Pro Hemsbach (PH) richtete den Fokus auf das neue pädagogische Konzept und forderte die Fachleute dazu auf, den Gemeinderat und die Bevölkerung an der Entwicklungsarbeit teilhaben zu lassen. Die Antwort kam von der Verwaltungsseite. Der städtische Fachbereichsleiter Tobias Schork sicherte zu, das Konzept im Gemeinderat vorzustellen – wenn es denn diskussionsreif sei.