Kleines Lädchen in Leutershausen wird Opfer eines Diebstahls
Die Hoffnung auf Ehrlichkeit wurde enttäuscht: Sibylle Thory und Heidi Schmitt, Mitbegründerinnen des Selbstbedienungsladens 'Schätzkäschtl', wurden bestohlen.
Unternehmensgründerin Sibylle Thory wirkt geknickt. Ihr Wunsch von nur ehrlichen Käufern hat sich nicht erfüllt – leider. Denn aus ihrem kleinen Selbstbedienungslädchen „Schätzkäschtl“, welches sie mit ihrer Freundin Heidi Schmitt in der Lindenstraße 10 seit Juli betreibt, wurde zum ersten Mal etwas geklaut. Ihre Geschäftsidee beruht auf Vertrauen: Die Käufer entnehmen etwas aus dem Schrank und legen das abgezählte Geld samt dem Preisschild in ein Säcken.
Vor wenigen Tagen war dies nicht so. Es lag zwar ein „Alibi-Säckchen“ im Schrank in der Hofeinfahrt, darin befanden sich aber nur 1,20 Euro in kleinen Cent-Münzen. Der Gegenwert der entwendeten Ware lag allerdings bei 20 Euro. Es handelte sich um ein Lavendelsäckchen sowie eine braune Glasflasche für Spüli und drei gehäkelte Spültücher. „Das war Absicht und geplant. Ich kann die Uhrzeit einigermaßen genau zuordnen. Es war morgens zwischen 7.30 und 10 Uhr“, erzählt Thory. Die Büro- und Bankkauffrau, die sich um die finanzielle Seite des kleinen Unternehmens kümmert, ist nämlich diejenige, die morgens um 7.30 Uhr den „Schrank voller Deko-Schätze“ aufschließt. Bis 10 Uhr muss der Diebstahl passiert sein.
Große Enttäuschung
„Im ersten Moment war ich natürlich sehr enttäuscht. Immerhin ist dies auf unserem Grundstück passiert. Aber ein faules Ei gibt es wohl immer. Ich hatte gehofft, dass der Kelch an uns vorübergeht. Wir machen dennoch frohen Mutes weiter“, betont Thory und nennt den Grund ihrer Motivation: „Wir haben bislang viel Lob für unsere Geschäftsidee erhalten. Die Leute haben uns oftmals sogar mehr Geld reingelegt, als die Deko gekostet hatte.“ Die zwei Freundinnen und Geschäftsfrauen dachten sich eigentlich, dass sie sehr großzügig sind: „Wenn jemand nicht genügend Geld bei sich hat, hätte er ja einen Zettel in den Schrank legen können. Oder bei uns anrufen beziehungsweise am nächsten Tag vorbeikommen. Alles kein Problem“, sagen die Leutershausenerinnen.
In ihrem Sorgenfall hofften sie auf das Einsehen der betreffenden Person. „Wir haben auf Instagram geschrieben, dass die Person das Geld in ein Säckchen stecken soll. Oder sich einfach melden kann. Leider ist nichts geschehen“, bedauert Thory. Folglich reagierten die Unternehmerinnen: Es wurde eine Kamera auf dem Grundstück der Thorys installiert, die den Schrank überwacht. Auf einem Schild wird darauf hingewiesen. „Die Menschen brauchen aber nicht beunruhigt zu sein. Wenn die Kasse am Abend stimmt, werden wir alles wieder löschen“, verspricht Thory.
Gemeinsam mit ihrer Freundin Heidi möchte sie sich jetzt lieber wieder aufs „richtige Geschäft“ konzentrieren. Unter anderem gibt es derzeit Krippen für Weihnachten zu kaufen. Dies müsse allerdings per Zettel im „Schatzkäschtl“ vorbestellt werden.