Hirschberg

„Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen“

Die BI Hirschberg sieht vor allem Nachteile durch die diskutierte Ortsrandentlastungsstraße und geht mit den Befürwortern hart ins Gericht.

Die BI Hirschberg ist gegen die Ortsrandentlastungsstraße. Foto: Thomas Rittelmann
Die BI Hirschberg ist gegen die Ortsrandentlastungsstraße.

ie IG Pro Ortsrandentlastungsstraße habe in einem recht: Die Bürger wurden bei der Gemeinderatsentscheidung für die Einstellung jeglicher Planungen zur Ortsumgehung in Großsachsen nicht genügend einbezogen. Die BI Hirschberg meint jedoch, dass die IG jetzt suggeriere, eine neue Planung werde zu neuen Ergebnissen führen. Das sei eine Irreführung des Bürgers, schreibt die Initiative. Es gebe aus den Jahren 2003 und 2006 Gutachten mit insgesamt fünf Varianten dieser Straße. Lobdengaustraße und Riedweg müssten in irgendeiner Form angeschlossen werden, Bachläufe und Hochwasserschutzgebiete müssten gequert werden. Das Ganze wird nach Ansicht der BI Hirschberg immens teuer und zerstört eine intakte Landschaft und Böden, die zwingend der Landwirtschaft vorzubehalten seien („Flurbilanz 2022“, Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum).

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Populistischer Trick

Das seien Fakten, an denen auch die IG nicht vorbeikomme, schreibt die BI Hirschberg in einer Pressemitteilung. Jetzt zu behaupten, alles sei noch offen, sei daher ein populistischer Trick, um sich als Anwalt der Bürger aufzuspielen. Die BI Hirschberg mahnt, sich nicht für dumm verkaufen zu lassen. Die Parteien, die dahintersteckten, hätten in der Vergangenheit nichts dafür getan, um den Autoverkehr zu reduzieren, sondern durch den Ruf nach immer neuen Baugebieten und Einkaufszentren am Ortsrand eifrig dazu beigetragen, dass der Verkehrsdruck zugenommen habe. Sie wollten auch jetzt nicht das Beste für die Bürger, sondern bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr wegen ihrer angeblichen Bürgernähe nur Stimmen absahnen.

Schadstoffe nur umverteilen

Auch zu den Beiträgen von CDU und SPD in der von der Gemeinde zum Bürgerentscheid erstellten Broschüre nimmt die BI Stellung. Eine Verbesserung von Lärm- und Feinstaubbelastung sei nicht zu erwarten, diese würde lediglich verlagert beziehungsweise umverteilt. Eine höhere Sicherheit für Kinder auf dem Schulweg sei ebenfalls nicht abzusehen, denn heute ruhige Wohnquartiere würden künftig mit zusätzlichem Verkehr belastet und somit gefährlicher. Auch für Menschen mit Rollator oder Kinderwagen bleibe die B 3 gefährlich, da der Verkehr durch eine Entlastungsstraße nur um etwa 20 Prozent reduziert werde.

Völlig daneben sei aber, dass der Eindruck erweckt werde, dass der Verkehr in der Breitgasse geringer werde. Er werde vielleicht etwas schneller abfließen, aber das könnte zusätzliche Fahrzeuge aus dem Odenwald veranlassen, künftig über die Breitgasse in die Ebene zu kommen, meint die BI Hirschberg. Und auf keinen Fall werde die B 3 zu einer ruhigen Wohnstraße. Daher lautet die Empfehlung der BI: Nein zur Ortsrandentlastungsstraße! Dieses sinnlose Abenteuer werde die Gemeinde auf Jahrzehnte verschulden, auf den Verkehr der B 3 nur einen minimalen Effekt haben und andere Wohngebiete belasten.