Bürgerentscheid Hirschberg

Verärgert über wildes Plakatieren auf Verteilerkästen

„Das geht so nicht!“, finden die Befürworter der Entlastungsstraße.

Die Spielregeln werden laut den Befürwortern der Ortsumgehung für Großsachsen nicht eingehalten. Auf Verteilerkästen wurden nicht genehmigte Plakate der Gegner aufgeklebt. Foto: Thomas Scholz
Die Spielregeln werden laut den Befürwortern der Ortsumgehung für Großsachsen nicht eingehalten. Auf Verteilerkästen wurden nicht genehmigte Plakate der Gegner aufgeklebt.

Mit großer Verwunderung nahmen die Befürworter der Ortsumfahrung bestimmte Pressemitteilungen der Gegner der Entlastungsstraße in der letzten Zeit zur Kenntnis. So sei es verständlich, dass sich die ansässigen Landwirte für den Schutz des „Naherholungsgebiets“ westlich von Großsachsen einsetzen, doch müsse man sehen, dass sie teils selbst durch Veranstaltungen und entsprechende Geschäftstätigkeit in immer stärkerem Maße zu dem dort bestehenden Verkehr beitragen, heißt es in einer Presseerklärung der Befürworter der Umgehungsstraße. Nur, dass die Straßen dort bislang überhaupt nicht dafür ausgelegt seien und oft missbräuchlich genutzt würden. „Eigentlich sollte es auch in deren Interesse sein, dass ihre Besucher und Kunden geregelt zufahren können.“

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Unverständnis über die GLH

Völlig unverständlich sei jedoch die Pressemitteilung der GLH. Darin wurden Befürworter der Entlastungsstraße namentlich benannt und kritisiert. Ihnen wird pauschal eine „Mischung aus Ignoranz und Wunschdenken“ vorgeworfen. Zur Erläuterung: Laut Wikipedia wird Ignoranz als Vorwurf an eine Person verwendet, der „Unwissenheit bis hin zur Dummheit“ unterstellt wird. Das Wort kann somit „als Schimpfwort oder als Beleidigung gelten“.

„Das geht so nicht!“, finden die Befürworter der Entlastungsstraße und sicherlich viele andere Bürger auch. Ehrenamtlich tätige Bürger öffentlich zu verunglimpfen, sei alles andere als guter Stil. „Wir respektieren auch die Gegner der Ortsumfahrung und ihre Argumente. Das ist gelebte Demokratie, die wir in diesem Fall durch das Bürgerbegehren erst ermöglicht haben. Den gleichen Respekt und Fair Play erwarten wir allerdings auch von der anderen Seite. Das drückt sich unter anderem in der Wortwahl aus.“

Leider wurden die üblichen Spielregeln auch von weiteren Straßengegnern nicht beachtet. So waren von ihnen am Wochenende an Verteilerkästen im Ort in sehr großer Zahl ungenehmigte Plakate angebracht worden. Wildes und vor allem anonymes Plakatieren ist nicht erlaubt und verstößt gegen geltendes Recht. „Wir möchten diese Gegner der Entlastungsstraße bitten, die Vorgaben der Gemeinde und die normalen demokratischen Gepflogenheiten einzuhalten.“ „Man sollte fair miteinander umgehen“, finden CDU, SPD und IG Ortsrandentlastungsstraße und bitten die Bürger nun, „am Sonntag zur Wahl zu gehen und die Chance zu nutzen, eine an den heutigen Anforderungen angepasste und fundierte Planung zur Entlastung der bedauerlicherweise schon seit Jahrzehnten andauernden kritischen Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt zu ermöglichen“.

Der Bürgerentscheid zur Ortsumgehung ist am Sonntag, 8. Oktober.