WNOZ-Glosse

Moment Mal: "Briefe aus Spanien"

Ein handgeschriebener Brief aus Spanien weckt bei unserer Autorin nostalgische Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Foto: WNOZ Collage / Philipp Reimer

Vor ein paar Tagen öffnete ich routinemäßig meinen Briefkasten und fand darin Post aus Spanien vor. Ein ehemaliger Kollege ist dorthin ausgewandert, und bei unserem letzten Treffen hier in seiner alten Heimat versprach er, mir ganz altmodisch per Hand einen Brief zu schreiben.

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Gesagt, getan! Tatsächlich flatterten die angekündigten, wunderschön geschriebenen Zeilen aus dem sonnigen Süden nun ins Haus. Man sah dem Brief an, dass er mit Sorgfalt verfasst wurde und sich der Schreiber Zeit dafür genommen hatte. Zeit für Gedanken, die er sich und gleichzeitig mir gewidmet hatte, als er sie zu Papier brachte.

Ich erinnere, dass ich meiner Tochter vor Jahren einmal meine Briefsammlung zeigte, die unter anderem aus mehreren Packen Liebesbotschaften ihres Vaters bestanden; der Inhalt jedoch blieb ihr selbstverständlich verborgen. Die Palette aus Papier umfasste noch jede Menge weitere handgeschriebene Seiten von Verehrern, Verflossenen, von Freunden und Freundinnen.

Sie beneidete mich um diesen wertvollen Schatz, wie sie mir erzählte, denn in der heutigen Zeit läuft die Kommunikation zumeist elektronisch ab und man bewahrt somit auch keine mit Bändern umschlungenen Papierpäckchen mehr auf. Der Brief aus Spanien jedenfalls hat meine Nostalgie wachgeküsst – wie der Prinz Dornröschen.

Mit dieser Szene vor Augen frage ich: Wann haben Sie zuletzt einen Brief oder gar einen Liebesbrief geschrieben? Nehmen Sie sich die Zeit für Gedanken und Worte. Briefpapier leihe ich Ihnen gern dafür aus. (saho)