Neue Ladestationen für E-Autos in Weinheim
Wo überall in Weinheim Strom getankt werden kann, wo weitere Stationen geplant sind und wie es um die Erneuerung von Rad- sowie Fußwegen steht.
Weinheim. Der Ausbau der öffentlichen Ladestationen für batterieelektrische Pkw in Weinheim geht weiter voran. Die Stadtwerke Weinheim, die bereits ein breites Netz an Stationen betreiben, haben in den letzten Wochen zwei weitere Anlagen mit jeweils zwei Ladepunkten fertiggestellt: Eine am alten Friedhof in der Grundelbachstraße und eine auf dem Parkplatz Kurt-Schumacher-Straße in der Weststadt. An beiden kann mit Wechselstrom (AC) und einer Leistung von bis zu 22 Kilowatt geladen werden.
Lademöglichkeiten bei Einkaufzentren und Schnellrestaurants sind bei E-Autofahrern besonders beliebt. Daher ist seit einigen Tagen auf dem Parkplatz des Multzentrums (Berliner Platz) eine Schnellladestation von EnBW im Bau. Schon seit einigen Jahren gab es dort einen einzelnen Ladepunkt, der sogar kostenlos war. Dieser ist jedoch seit einigen Wochen außer Betrieb. Wie EnBW mitteilte, entstehen dort insgesamt acht Schnellladepunkte (Gleichstrom/DC) mit einer Leistung von 100 bis 400 Kilowatt. Die Inbetriebnahme wird jedoch noch etwas dauern, die Station soll bis zum Jahresende fertiggestellt werden.
Wo und wie Strom getankt wird
Grundsätzlich wird beim Strom tanken zwischen Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC) unterschieden.
Während das AC-Laden typischerweise mit einer Leistung von 3,7 bis 22 Kilowatt (kW) über die Bühne geht, fließen beim DC bis zu 350 kW und darüber hinaus.
Lade-Möglichkeiten können im eigenen Zuhause, im öffentlichen Raum und entlang von Autobahnen geschaffen werden.
Für das Eigenheim sind Wallboxen das Mittel der Wahl, die in Garagen oder Carports installiert werden und eine Leistung zwischen 3,7 und 22 kW haben.
Im öffentlichen Raum finden sich meist Ladesäulen und Normalladestationen mit 11 kW oder 22 kW (AC).
Für Langstreckenfahrer ist das DC-Laden entlang von Autobahnen essenziel. Hierbei fließen 50 bis über 350 kW. (gab)
Im Parkhaus unter dem Dürreplatz wurde die unterste Ebene mit 31 AC-Ladepunkten von E.ON ausgerüstet. Diese sollen demnächst in Betrieb gehen, einen genauen Termin konnte eine Sprecherin des Unternehmens jedoch noch nicht nennen. Hier kann dann jeweils mit 11 Kilowatt Wechselstrom geladen werden.
Bezahlen kann man mit den Ladekarten der verschiedenen Anbieter. Alle Stationen bieten inzwischen auch das sogenannte Ad-Hoc-Laden an, bei dem die Zahlung mit Kreditkarte möglich ist.
Der Solar-Lade-Parkplatz mit 22 Ladeplätzen (je 22 kW AC) in der Müllheimer Talstraße wird ab dem 2. Quartal 2025 einen besonders günstigen Sonnenscheintarif anbieten, da die Ladesäulen dort direkt aus den Solarpaneelen über dem Parkplatz gespeist werden. Dies teilte der Betreiber Dr. Christian Fischer mit. Diese Station soll auch in das Parkleitsystem der Stadt Weinheim aufgenommen werden; hier kann auch geparkt werden, wenn man sein Auto nicht laden will.
Derzeit gibt es 26 öffentliche Ladestationen in Weinheim, fünf davon sind Schnellader.
Stadt Weinheim will weitere 16 Standorte vergeben
Im Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung hat die Stadtverwaltung eine Richtlinie zur Abstimmung gebracht, mit der an weiteren 16 Standorten AC-Ladestationen entstehen sollen. Diese ergänzen die 36 bereits bestehenden oder genehmigten Anlagen und sollen ebenso auf städtischen Flächen gebaut werden. Sie sind in vier Lose aufgeteilt, die an interessierte Betreiber vergeben werden sollen. Der Plan umfasst einen neuen Standort in Sulzbach, einen in der Nordstadt und drei in der Kernstadt (Los 1), fünf Stationen in der Weststadt (Los 2), vier in der Waid und Lützelsachsen (Los 3) sowie je eine in Ober-Flockenbach und Rippenweier. Hohensachsen sei aus Sicht der Stadtverwaltung mit zwei Stationen bereits gut versorgt, in Ritschweier ist derzeit mangels Bedarfs und passender Flächen keine Station vorgesehen. Initial sollen die meisten Stationen zwei Ladepunkte (11 bis 22 Kilowatt Wechselstrom) bekommen, bei häufiger Nutzung ist an diesen Standorten später eine Verdopplung möglich. Mit der Richtlinie soll die bisherige Praxis der Einzelgenehmigungen ersetzt werden, lediglich für Schnellladestationen oder andere größere Anlagen sind diese zukünftig weiter nötig.
Die meisten Fraktionen befürworteten die Pläne im Allgemeinen. Die Freien Wähler baten um Prüfung, ob die Stationen auch für e-Bikes genutzt werden können. Obwohl heute fast alle
Ladestationen mit Strom aus regenerativen Quellen versorgt werden und dieser inzwischen billiger ist als der aus fossilen Quellen, bemängelte die FDP-Fraktion die Ökostrom-Vorgabe und befürchtete Kostennachteile. Interessanterweise war es die SPD-Fraktion, die das Konzept insgesamt in Frage stellte und die Zustimmung verweigern wollte. Am liebsten wäre ihr, wenn die Stadt die Ladesäulen selbst betreibe oder alle an die Stadtwerke Weinheim vergeben würde. Sie warfen der Stadtverwaltung einen „neoliberalen Geist“ vor. Neben der WMD waren auch sie unzufrieden, dass die Stadt keine Gebühren für die Vergabe erhebt und nicht am Gewinn beteiligt wird. Auch über die Preisgestaltung machten sich einige Sorgen. Die SPD wollte einheitliche Preise durch die Vergabe an nur einen Anbieter sichern, andere wollten, dass die Stadt Einfluss auf die Preise nehmen kann. Ein Vertreter der WMD forderte sogar die Möglichkeit der Barzahlung beim Laden, was eher für Erheiterung sorgte.
Oberbürgermeister Manuel Just erklärte, dass die Stadt kein wirtschaftliches Risiko eingehen wolle, außerdem wären keine Mittel für diese Investition verfügbar. Eine Vergabe nur an die Stadtwerke ohne Teilnehmerwettbewerb sei rechtlich nicht zulässig. Auf die Preisgestaltung könne sie ebenfalls keinen Einfluss nehmen, man hoffe hier aber auf eine gesetzliche Regulierung. Die Betreiber würden bisher nicht Schlange stehen, daher versuche man durch den Verzicht auf Gebühren Anreize für den Ausbau der Stationen zu schaffen.
Trotz der diversen Bedenken stimmten am Ende die Vertreter aller Fraktionen – auch die SPD – der Richtlinie ohne Gegenstimmen zu. Diese muss jetzt noch vom Gemeinderat beschlossen werden.
Auftragsvergaben für Straßen, Rad- und Fußwege
Der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung hat die Erneuerung der Fuß- und Radwege entlang der Wormser Straße zwischen der Kolpingstraße (Hans-Freudenberg-Schule) und dem Kiesgraben (Tierklink) in Auftrag gegeben. Das Angebot der Firma Hauck aus Waibstadt, die schon in Weinheim tätig war, war das günstigste und lag erheblich unter der Kostenschätzung der Stadtverwaltung.
Die Viernheimer Straße soll im Rahmen der Neugestaltung des Sanierungsgebiets „Westlich Hauptbahnhof“ zwischen der Händelstraße und der Weststraße umgebaut werden, dabei sollen auch zwei neue Kreisverkehre entstehen. Obwohl eine weitere Beruhigung der Straße angestrebt wird, soll sie weiter mit 30 km/h befahren werden können, außerdem muss sie auch für die Feuerwehr gut befahrbar bleiben. Die Planungsleistungen wurden vom Ausschuss an das Büro Durth Roos Consulting aus Darmstadt vergeben, welches das beste Angebot vorgelegt hatte.