Weinheim

Pläne in Weinheim gescheitert: Das sagt Miramar-Chef zum Bürgerentscheid

Der Geschäftsführer des Freizeitbades Miramar, der Chef der Bürgerinitiative und OB Manuel Just melden sich kurz nach der Entscheidung zu Wort.

Marcus Steinhart ist Geschäftsführer des Weinheimer Freizeitbades Miramar. Foto: Thomas Rittelmann
Marcus Steinhart ist Geschäftsführer des Weinheimer Freizeitbades Miramar.

Es war so wahnsinnig knapp: Mit 50,94 Prozent haben die Weinheimer:innen beim Bürgerentscheid am Sonntag den Plänen der Miramar-Geschäftsführung, am Waidsee ein Hotel und ein Parkdeck zu bauen, eine Absage erteilt.

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Miramar-Betreiber Marcus Steinhart machte am Sonntagabend keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: "Ich war fest davon überzeugt, dass wir die besseren Argumente haben. Aber ich akzeptiere natürlich, dass eine knappe Mehrheit das anders sieht."

Reaktion der Bürgerinitiative

Jörg Steinbrenner erklärte – in Namen der Bürgerinitiative (BI) – in einer ersten Reaktion: „Ich war zwar aufgrund der vielen Gespräche, die wir im Vorfeld mit Bürgern geführt hatten, optimistisch. Aber sicher war ich mir natürlich nicht, dass wir den Bürgerentscheid gewinnen. Schließlich befinde wir uns alle irgendwie in einer Blase, da kommen seltener gegenteilige Meinungen vor. Das war wohl auch das Dilemma der IG Waid und ihrer Sprecherin Margarethe Wacker, die immer dachte, dass die Mehrheit der Anwohner hinter dem Projekt des Miramars steht.“

Die Bügerinitiative jubelt am Sonntagabend. Der Bürgerentscheid in Weinheim ist zu ihren Gunsten ausgegangen. Foto: Kathrin Oeldorf
Die Bügerinitiative jubelt am Sonntagabend. Der Bürgerentscheid in Weinheim ist zu ihren Gunsten ausgegangen.

Statement von OB Manuel Just

"Zunächst gilt meine Gratulation den Vertrauenspersonen des Bürgerentscheids und mein Dank der Weinheimer Bürgerschaft, die engagiert dieses basisdemokratische Instrument genutzt hat. Das beweist die ziemlich hohe Wahlbeteiligung von über 60 Prozent. Das Thema hat interessiert", so Just in einer ersten Stellungnahme.

Knappes Ergebnis

Das knappe Ergebnis zeige, dass die Frage in der Stadtgesellschaft sehr kontrovers diskutiert worden ist. "Daher denke ich, dass ein Bürgerentscheid das richtige Mittel war, hier eine Entscheidung herbeizuführen. Auch wenn es am Ende nur um wenige Stimmen ging. Bei Wahlen sind auch knappe Ergebnisse zu akzeptieren. Es zeigt aber, dass auch die Argumentation unterstützt worden ist, die meine Auffassung und jene der Gemeinderatsmehrheit war. Das einmal ganz grundsätzlich. Natürlich habe ich mir persönlich ein anderes Ergebnis gewünscht, das ist bekannt, vor allem für die Anwohner von Waid und Ofling, die sich eine Lösung des Parkproblems herbeigesehnt haben. Auch bei diesen Vertretern der IG Waid und Ofling möchte ich mich bedanken; sie haben die Argumentation sehr sachlich geführt. Im Moment sehe ich nun keine umsetzbare und effektive Lösung für sie."

Miramar als touristisches Highlight

Das gelte im Übrigen auch für die Familie Steinhart, die er persönlich als Unternehmer in dieser Stadt sehr schätze und im Zuge der vergangenen Woche noch mehr zu schätzen gelernt habe. "Das Miramar ist und bleibt ein touristisches Highlight für die Region."

Just weiter: "Es gehört zur Demokratie, dass man die Ergebnisse der Wählerinnen und Wähler akzeptiert. Die äußerst knappe Mehrheit der Weinheimerinnen und Weinheimer wollten kein neues Parkhaus und kein Hotel am Miramar. Nun ist es so."