Reaktionen auf Scheitern bei Führerschein: Weinheimer Innenstadt wie ein Hindernisparcours
Die hohe Zahl an Fahrschülern, die an ihrer Theorieprüfung scheitern, hat auf Social Media für Aufsehen gesorgt. Wir haben die interessantesten Stimmen gesammelt.
Weinheim. Woran liegt es denn jetzt, dass die Durchfallquote bei der Theorieprüfung für den Führerschein bei über 50 % liegt? Als Grund dafür sieht der Weinheimer Fahrschullehrer Markus Gauch unter anderem den aufgeblähten Fragenkatalog und dass viele der Schüler schlichtweg zu wenig für die Prüfung lernen. Auf Facebook teilten viele Nutzer ihre eigenen Erfahrungswerte und Thesen zu diesem Phänomen.
Für Silke Z. ist die schiere Anzahl der Fragen eines der Hauptprobleme: "Mehr als tausend Fragen, die sie können müssen, ich hätte das nicht mehr bestanden. Es ist wesentlich schwerer als bei uns damals. Die Anforderungen sind wesentlich höher." Aber nicht nur das. Auch wenn sie davon ausgehe, dass viele Fahrschüler nicht genug lernen, sieht sie ein weiteres Problem im heutigen Verkehrsaufkommen: "Und der Verkehr? Der ist viel dichter und komplexer geworden als noch vor dreißig Jahren. Autofahren macht doch gar keinen Spaß mehr, früher bin ich sehr gern gefahren, da waren die Straßen noch leerer."
In Sachen Verkehr stimmt auch Userin Adina E. Silke Z. zu. Des Weiteren erschwere das Aufkommen von Falschparkern den Fahrschülern während der Prüfungen das Leben: "Liegt vielleicht auch daran, dass in der Weinheimer Innenstadt fast überall verkehrswidrig geparkt wird, deswegen alles unübersichtlich ist und man die Prüflinge seit Jahrzehnten genüsslich durch diesen Hindernisparcours fahren lässt. Dabei hat ein erfahrener Fahrer schon Spaß beim Durchkommen …"
"Schwachsinnige Fragen" bei der Theorieprüfung
Facebook-User Kay M. hat kurzerhand den Selbsttest gewagt und sich im Internet erneut der Theorieprüfung gestellt. Sein Fazit: "Ich habe meinen Führerschein vor 40 Jahren gemacht und gerade eben online so einen Führerschein-Test probiert. Bin erstaunt über die zum Teil schwachsinnigen Fragen. Auch die ganze Frage-Antwort-Struktur ist anders als anno dunnemals. Da kann man ganz schön ins Schleudern geraten."
Auch Albert E. dass die Durchfallquote "in erster Linie an den zum Teil schwachsinnigen Fragen liegen" dürfte. Dahinter vermutet er aber System: "Ich vermute mal, dass das so gewollt ist, um auf diese Art den Autoverkehr zu begrenzen. Dazu noch die Wucherpreise, die ihren Teil dazu liefern."
"Eine Generation, die ihr Wissen aus TikTok bezieht", ist die kurze Analyse von Liese L. Steve B. hingegen sieht es differenzierter: "Weil 90 % der Kids extreme Konzentrationsschwierigkeiten haben. Kommt durch 'Doomscrolling' und völlige Reizüberflutung durch Social Media. Die Aufmerksamkeitsspanne liegt im Schnitt bei unter 9 Sekunden, wenn sich nicht für das Thema interessiert wird. Die Kids sind nicht unbedingt dümmer, aber sie können sich null konzentrieren und somit auch nichts lernen, wofür sie sich nicht wirklich interessieren." Dennoch mahnt er die Mit-Kommentatoren: "Und für alle "älteren" - die Prüfungen sind tatsächlich auch schwerer als bei uns damals, muss man auch zugeben."