Weinheim

Rittenweier hat seine erste Tagesmama

Mehr als 30 Prozent der betreuten Kinder in Weinheim kommen bei Tageseltern unter. Jetzt gibt es auch eine Tagesmama in Rittenweier. Im Interview erzählt sie von ihrem Job.

Rabiye Saygili ist die neue Tagesmutter in Rittenweier. Foto: Stadt Weinheim
Rabiye Saygili ist die neue Tagesmutter in Rittenweier.

Tagesmütter und Tagesväter sind in Weinheim ein wichtiges Standbein der Kinderbetreuung. Jetzt gibt es auch im kleinen Odenwald-Stadteil Rittenweier eine Tagesmutter, wie das Rathaus per Mitteilung schreibt. Namentlich: Rabiye Saygili, selbst gelernte Erzieherin und Mutter zweier Kinder. „Wir freuen uns sehr, dass sie sich dafür entschieden hat, eine Kindertagespflegestelle in Rittenweier zu eröffnen und mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem Fachwissen dazu beizutragen, die Kinderbetreuung in Weinheim weiter zu sichern“, betont Dana Scheil, Leiterin des Amtes für Soziales, Jugend, Familie und Senioren.

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Scheil verweist darauf, dass die Stadt auf die steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen bereits vor Jahren reagiert und den Beruf lukrativer gemacht hat. Zusätzlich zur Finanzierung durch das Jugendamt erhalten Tagesmütter und - väter einen Zuschuss von 1,50 Euro pro Kind und Betreuungsstunde. Der Erfolg gibt dem Modell recht: Mehr als ein Drittel aller Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren werden durch Tagesmütter und Tagesväter sichergestellt. Auch Rabiye Saygili wird künftig vorwiegend Kinder von eins bis drei Jahren betreuen.

Vor rund einem Jahr ist die ausgebildete Erzieherin und Organisationsfachwirtin mit ihrem Mann und den beiden kleinen Söhnen in ein eigenes Haus nach Rittenweier gezogen. Alle fühlen sich hier mitten im Grünen, in direkter Nachbarschaft zu Schule und Kindergarten, sehr wohl. Nun verwirklicht sie ihren Traum, als selbstständige Tagesmutter zu arbeiten. Das Rathaus hat Rabiye Saygili in ihren neuen Räumlichkeiten besucht und sich mit der Neu-Rittenweierin über ihre bisherigen Erfahrungen, ihren Werdegang und ihr Konzept ausgetauscht:

Frau Saygili, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Tagesmutter zu werden?

Rabiye Saygili: Nach der Geburt meines ersten Sohnes hatte ich die Idee, als Tagesmutter zu arbeiten. Bisher habe ich in einer Kinderkrippe gearbeitet und hatte dort auch die Gruppenleitung inne. Nach dem Umzug in ein eigenes Haus hat sich für mich eine gute Gelegenheit geboten, diesen Wunsch umzusetzen. Auch Familie und Freunde haben mich darin bestärkt. Diese Arbeit bietet mir die Möglichkeit, Kindererziehung und Berufstätigkeit miteinander zu verbinden.

Wie sieht Ihr Konzept aus?

Saygili: Eigentlich habe ich kein starres Konzept. Es ist mir ein Anliegen, die Kinder individuell zu fördern. Aber wichtig ist mir schon, dem Kind viel Bewegung, freie Natur und freies Spiel zu ermöglichen, ohne ihm viele Vorgaben zu machen. Ich möchte das Kind dort abholen, wo es in seiner Entwicklung gerade steht. Und vor allem nicht auf die Schwächen des Kindes, sondern auf seine Stärken schauen. Das ist mir bereits während der Erzieherausbildung wichtig gewesen. Wir neigen dazu, immer auf die Schwächen zu schauen. Das Kind soll einfach Spaß und Freude am Lernen und Spielen haben.

In welcher Form mussten Sie sich als Erzieherin noch qualifizieren?

Saygili: Als Erzieherin musste ich nur noch 50 Unterrichtsstunden besuchen. Das fand ich sehr positiv, da es vorwiegend um Themen der Selbstständigkeit und ähnliches ging. Alle Fragen wurden gut beantwortet. Der Anfang der Selbstständigkeit fand ich durch den ganzen Papierkram etwas kompliziert. Aber inzwischen klappt es gut.

Was wünschen Sie sich für Ihre Arbeit?

Saygili: Ich finde die 1:1-Betreuung in einer so kleinen Gruppe sehr schön. Mir ist es wichtig, dass die Eltern mir als Fachkraft und Tagesmutter Wertschätzung entgegenbringen. Ebenso wichtig ist mir die Bereitschaft, über Konflikte zu sprechen. Auch die Zusammenarbeit mit Jugendamt und der Stadt Weinheim klappt gut.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit besonders?

Saygili: Mit Kindern zusammen sein, mit ihnen spielen, ihre Entwicklung zu beobachten. Gerade im Alter zwischen null und drei Jahren geht das so schnell. Mir ist wichtig, dass den Kindern die Betreuung Spaß macht. Aber auch mit den Eltern in Kontakt sein und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Am Ende des Tages wünsche ich mir mit gutem Gewissen sagen zu können: Heute habe ich für das Kind Gutes bewirkt und ihm die Möglichkeit gegeben, sich zu entfalten.

Auskünfte über das Förderkonzept der Stadt Weinheim erteilt das Amt für Soziales, Jugend,Familie und Senioren. Dieses ist unter Telefon: 06201/82-472 oder 82-252 zu erreichen. Zuständig für die Fachberatung, Vermittlung und Qualifizierung von Tagespflegepersonen ist das Jugendamt Rhein-Neckar-Kreis. Kontakt unter Telefon 06221/5226110 und E-Mail m.tietze @rhein-neckar-kreis.de. Das Jugendamt Rhein-Neckar-Kreis organisiert regelmäßig Informationsveranstaltungen für Bewerber sowie für Interessierte. Die nächsten finden statt an den Freitagen 23. Juni, ,15. Juni, 3. November (jeweils von 9.30 Uhr bis 11 Uhr) im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg. Anmeldung unter der Rufnummer 06221/522 1520 erforderlich.