So einzigartig war der Nightgroove 2024 in Weinheim
Von der Brasserie Montmartre bis zur evangelischen Stadtkirche - der Nightgroove verwandelt die Weinheimer Altstadt in eine pulsierende Partyzone.
In der Brasserie Montmartre gehen die Gläser schnell über die Theke – schon kurz nach dem Startschuss des Nightgrooves ist das Lokal rappelvoll und die Stimmung ausgelassen. Die „Monkeyman Band“ begeistert ihre Zuhörer mit Funk-, Soul-, Groove- und Dance-Stücken. „Wie immer ist es so schön hier“, bringt es Besucherin Jessica Vendel auf den Punkt.
Sie tanzt sich schon zum fünften Mal durch die Zweiburgenstadt. Vendel freut sich, dass „wieder gute Stimmung bei den Weinheimern ist“. Der werde sie auch im Verlauf des Abends folgen. „Mein nächster Stopp ist auf jeden Fall das Café am Markt“, sagt sie euphorisch.
Eine einzige große Party
Wenn Nightgroove ist, wird die ganze Innenstadt zu einer einzigen großen Party. Zum 18. Mal feiern am Samstag alle Generationen auf dem Musik- und Kneipenfestival in der Weinheimer Altstadt. An 21 Orten spielen Livebands und DJs alles von Pop, Soul, Folk bis Rock und Chart-Hits.
Joachim Krone versucht, dem Live-Event jedes Jahr einen Besuch abzustatten. „Traditionell gehe ich in so ziemlich alle Lokale“, erzählt der Familienvater. Er erinnert sich noch gut an die Zeit, als er nach dem Laternenzug mit seinen Töchtern auf den Nightgroove ging. Die beiden begleiten ihn auch an diesem Samstag. Besonders Rock der 70er-Jahre hat es ihm angetan. „Ich werde auf jeden Fall heute in der evangelischen Kirche vorbeischauen“, sagt der 55-Jährige.
Rock in der Kirche
Dort angekommen singt Dirk Jantzen gerade „Run To You“ von Bryan Adams. Er musiziert schon seit den 1970er-Jahren auf den Bühnen Deutschlands. „Ich hab das früher auch hauptberuflich gemacht“, erzählt der Sänger und Gitarrist. „Jetzt ist es nur noch ein schönes Hobby.“ Beim Nightgroove bringt er dieses Jahr mit seiner Band „What’s up“ die evangelische Stadtkirche zum Beben.
In einem Gotteshaus zu spielen, das ist für den langjährigen Musiker längst nichts Ungewöhnliches mehr. „Das ist für uns eine Location wie jede andere auch“, betont Jantzen. Das erste Set des Abends bringt er von tosendem Applaus begleitet zu Ende. „Noch zwei weiter haben wir vor uns“, sagt der 64-Jährige, mit vorfreudiger Stimme. „Wenn wir spielen, dann sind wir immer gut drauf“, erzählt er strahlend.
Rock trifft auf Folk
Im „Hamilton“ treffen Rock- und Folkmusik aufeinander. Sowohl Bass als auch eine Violine gehören zur Instrumentenauswahl der Band „Idiots in the Crowd“. Damit ziehen sie die Nachtschwärmer in Massen in das Lokal.
Draußen warten einige Feierfreudige sehnsüchtig auf Einlass – die Schlange ist schon von Weitem sichtbar. Die Kneipen sind voll, trotzdem bemerkt Besucherin Beatrice Meusburger, dass im Vergleich zu den Jahren zuvor weniger los ist als sonst. Und sie muss es wissen: „Ich wohne schon seit Ewigkeiten in Weinheim und war schon oft auf dem Nightgroove“, erzählt die 58-Jährige.
Trotzdem ist der Abend für sie noch lange nicht vorbei. „Es hat schon so ein südländisches Feeling (dt. Gefühl; Anm. der Redaktion)“, beschreibt sie das Musik- und Kneipenfestival. „Ich bin auch froh, dass es gar nicht so kalt ist für einen Novemberabend“, fügt die Weinheimerin hinzu.
Durchgehend reger Betrieb
Auf dem Marktplatz ist durchgehend reger Betrieb. Die Besucher aller Generationen zieht es zu den Wärmetonnen wie die Motten zum Licht. Insbesondere am Bismarckdenkmal unterhalb der Laurentiuskirche tanzen und grölen die Nightgroover selbst in klirrender Kälte. Dort verlängern „True Colors“ die Freiluftsaison mit Pop, Rock und Soul. Doch sie können auch gefühlvoll: Ihr Set beenden sie mit „Chasing Cars“ von Snow Patrol.
Feiernde stoßen an, Gläser klirren, schallendes Gelächter erfüllt die Weinheimer Innenstadt, die Musiker sind teilweise außerhalb der Locations noch zu hören. Der Nightgroove verbreitet in der Zweiburgenstadt eine einzigartige Stimmung – mal wieder.