Weinheim

So schön soll der Pestalozzi-Pausenhof werden

Der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung beschließt die ersten Schritte für die 300 000-Euro-Maßnahme.

Der Pausenhof soll mit mehr Bäumen deutlich grüner werden. Ballsportfeld und Kletterwand bieten Gelegenheit zum Toben. Foto: Architekturbüro GDLA
Der Pausenhof soll mit mehr Bäumen deutlich grüner werden. Ballsportfeld und Kletterwand bieten Gelegenheit zum Toben.

Weinheim. Die Pestalozzischule soll ihren Schulhof aufgehübscht bekommen. Der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Planung des Bauvorhabens. Eine Realisierung dürfte nicht nur Schülerherzen höherschlagen lassen: „Der Schulhof erfreut sich gerade am Abend und an den Wochenenden großer Beliebtheit als Spielplatz“, sagte Oberbürgermeister Manuel Just mit Blick auf die Knirpse in der Nachbarschaft.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Stolperfalle beim Rennen

Nur sei der Hof stark in die Jahre gekommen. Auf der nahezu vollständig versiegelten Fläche hebt sich der Asphalt. Eine Stolperfalle, die gerade beim Rennen und Ballspielen zum Risiko wird. Katharina Nelles-Kovar vom beauftragten Architekturbüro GDLA sprach im Zusammenhang mit dem Boden von einem „Flickenteppich“. Die asphaltierte Fläche soll nun aufgerissen werden und eine grüne Lunge bekommen. Der Boden wird in weiten Teilen mit Holzhackschnitzeln ausstaffiert und bepflanzt. Das gilt sowohl für die westliche Seite in Richtung Schulstraße als auch für die östliche, wo die große Mauer steht. Zu den drei bestehenden Bäumen kommen zwei weitere als Schattenspender hinzu.

Foto: Gabriel Schwab

Unmittelbar davor soll eine Sportfläche für Fußball und Basketball mit Platz für etwa 14 spielende Schüler entstehen. Diese erhält zwei Tore und ein Ballfangnetz. Der bestehende Basketballkorb bleibt an der Stelle erhalten. Im Süden ist eine Kletterraupe und -wand geplant. Am Baum in der Mitte ist ein Sitzpodest aus Holz vorgesehen, das zum Ausruhen einladen soll. Die Fläche in Richtung Straße bekommt eine leichte Senke und ein Weiden-Tipi.

Kreative Darbietungen

Die entstehende Vertiefung soll mit Findlingen versehen werden. In Zukunft könnten dort kreative Darbietungen vorgestellt werden und Unterricht im Freien stattfinden. Des Weiteren sind frei bewegliche Picknickbänke im Zwischenhof geplant. Das Architekturbüro schätzt die Kosten für die Maßnahme auf 308 000 Euro brutto. Die reine Bauzeit wird auf drei Monate geschätzt.

Stadträtin Monika Springer (Freie Wähler) stellte die Frage, ob nicht etwas zu viel Ausstattung auf der vorhandenen Fläche geplant ist. Landschaftsarchitekt Achim Denkel beruhigte: Die Visualisierung (oberes Bild) wirke voller, als die Realisierung schlussendlich sein wird.

Ist das nicht zu viel?

GAL-Stadträtin Elisabeth Kramer wollte wissen, ob noch in den Sommerferin mit der Maßnahme begonnen werden könne. Hier entgegnete OB Just ein klares Nein. Das Rathaus wolle bis zum Herbst ausschreiben, ob man das Projekt dann noch im Winter starten soll, sei fraglich. Grund sei, dass die Tiefbauarbeiten durch niedrige Temperaturen erheblich erschwert werden. Wahrscheinlicher sei ein Beginn im Frühjahr oder zu den Sommerferien 2024.

Ausschussmitglied Mareike Merseburger (Linke), selbst Lehrerin, unterstrich die Wichtigkeit der Maßnahme auf dem Schulhof: „Die Pause ist im pädagogischen Sinne die wichtigste Zeit im Schulalltag.“ Konflikte, die hier entstehen, zögen sich oftmals durch die restlichen Unterrichtsstunden. Auch Jutta Lieder, Schulleiterin der Pestalozzischule, betonte gegenüber den WN, dass sich auf dem Schulhof etwas zum positiven verändern muss. Nicht nur für die Schüler. Sondern für die ganze Nachbarschaft. So verspricht sie, dass das Gelände nach 17 Uhr und am Wochenende von den Bewohnern mit ihren Kindern genutzt werden kann. „Oft ist zu beobachten, dass Eltern mit ihren Kindern die Spielgeräte nutzen oder ihnen auf dem Gelände das Radfahren beibringen“, so Lieder. Jugendliche nutzten auch den Basketballkorb, ohne dass es bisher zu Problemen gekommen sei. Und junge Mütter säßen gerne unter den Bäumen, während ihre Kinder zusammen spielen. „Der Hof kann so in der Innenstadt eine gute Anlaufstelle für Kinder und Erwachsene sein, wenn es um Spielen oder Rückzug in einem geschützten, aber offenen Raum geht“, lautete das Fazit der Schulleiterin.