Weinheim

Tauchgang für Handwerker am Waidsee

Einen 15 Meter langen Handlauf zu montieren – das sollte für versierte Handwerker eigentlich kein Problem sein. Aber wenn der Handlauf unter Wasser einbetoniert werden muss, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Gut, wenn ein Weinheimer Bauunternehmen etliche Hobbytaucher in seinen Reihen hat, die sich der kniffligen Aufgabe stellen. Für Michael Leist und seine Söhne Philipp und Fabian sowie für Peter Mönch dürfte es jedenfalls die ungewöhnlichste „Baustelle“ ihrer Berufskarriere sein – seit Dienstag sind sie im Strandbad Waidsee im Einsatz.

Das Strandbad Waidsee erhält einen Handlauf, der Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zum See erleichtern soll. Für das Team der Bauunternehmung Michael Leist alles andere als ein alltäglicher Auftrag. Foto: Carsten Propp
Das Strandbad Waidsee erhält einen Handlauf, der Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zum See erleichtern soll. Für das Team der Bauunternehmung Michael Leist alles andere als ein alltäglicher Auftrag.

Gemeinsam mit Architekt Constantin Görtz, der früher für die SPD im Gemeinderat saß, hatte die Familie Leist im Vorfeld ausgetüftelt, wie das Projekt gelingen kann. Von der SPD-Fraktion stammte 2022 die Anregung für den Handlauf, um Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zum See zu erleichtern.

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Das Strandbad Waidsee erhält einen Handlauf, der Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zum See erleichtern soll. Für das Team der Bauunternehmung Michael Leist alles andere als ein alltäglicher Auftrag.  Zum Teil müssen die Handwerker in kompletter Taucherausrüstung arbeiten. Foto: Firma Leist
Das Strandbad Waidsee erhält einen Handlauf, der Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zum See erleichtern soll. Für das Team der Bauunternehmung Michael Leist alles andere als ein alltäglicher Auftrag. Zum Teil müssen die Handwerker in kompletter Taucherausrüstung arbeiten.

Arbeiten unter Wasser

Leichter gesagt als getan: Von Hand wurden eigens für diesen Auftrag Verschalungen zugeschnitten, die von einem Bagger in den Sandboden gerammt werden, nachdem ein Bagger ein Loch in den Boden gebohrt hat. Anschließend wird ein zweites Rohr eingeführt, das mit Spezialbeton verfüllt wird, der binnen 30 Minuten unter Wasser aushärtet – vorausgesetzt, es rutscht kein Sand in das Rohr nach. Dann ist nämlich wieder Handarbeit gefragt, zum Teil mit dem Kopf unter Wasser. Damit die senkrechten Pfosten des Handlaufs exakt an der richtigen Stelle „bombenfest“ im Beton stehen, fertigte das Team von Leistbau zudem Schablonen an, die ebenfalls unter Wasser in Stellung gebracht werden. Bei höchstens 12 Grad ist das kein reines Vergnügen, wenn man mehrere Stunden im Wasser steht. Michael Leist, der für die „Tauchgänge“ zuständig ist, trägt deshalb einen Trockenanzug. Peter Mönch und Philipp Leist behelfen sich am Mittwochnachmittag mit Anglerhosen; da ist das Team noch im flachen Wasser aktiv. Doch eine Rampe sowie etliche Betonquader sind – natürlich nur vorübergehend – bereits versenkt worden, damit der Bagger auch im tieferen Wasser zum Einsatz kommen kann. Vom Ufer aus beobachten Görtz und der Betriebsleiter des Strandbads, Markus Hester, das Geschehen. Trotz der schwierigen Aufgabe wird viel gefrotzelt, wobei gute Ratschläge von denen, die entspannt am Strand in der Sonne stehen, nur „bedingt“ willkommen sind. Aber in einem Punkt sind sich alle einig: Bis zum Saisonstart am 13. Mai soll der Handlauf fertig sein.