Weinheim

Trauer um Pater Karl-Edmund Prier

60 Jahre lang war der Weinheimer Jesuitenpater Missionar in Indonesien. Dort ist er nun im Alter von 86 Jahren auch gestorben.

Der Jesuitenpater Karl-Edmund Prier aus Weinheim war 60 Jahre lang als Missionar in Indonesien tätig. Foto: Christian Ender
Der Jesuitenpater Karl-Edmund Prier aus Weinheim war 60 Jahre lang als Missionar in Indonesien tätig.

Pater Karl-Edmund Prier SJ verkündete sechs Jahrzehnte lang das Evangelium Jesu Christi in Indonesien. Am 21. Januar endete sein Lebensweg im Alter von 86 Jahren an seinem Wirkungsort Yogyakarta.

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1937 in Weinheim geboren

Prier wurde am 18. September 1937 in Weinheim geboren. Nach seiner Kindheit und Jugendzeit in Weinheim – seine Heimatpfarrei war „Herz Jesu“ in der Nordstadt – trat er 1957 in das Noviziat der Jesuiten ein. Sein Ziel war schon damals, in die Mission zu gehen. So führte ihn sein Weg Anfang 1964 nach Indonesien. In Yogyakarta auf der Insel Java studierte er Philosophie und Theologie. Dort empfing er auch am 18. Dezember 1969 die Priesterweihe. Sein Primizspruch (Mk 10:45) lautete: Der „Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen.“

Indonesische Musik in der Liturgie

Neben seiner regelmäßigen priesterlich-seelsorgerischen Tätigkeiten in einer Pfarrei kam schon bald der musikalische Schwerpunkt dazu. Für das musikalische und kulturelle Verständnis der Indonesier half ihm sein langjähriger Begleiter, der indonesische Komponist Paul Widyawan. Im Jahre 1971 errichtete er in Yogyakarta ein Zentrum für Liturgische Musik mit dem Ziel, diese zu erneuern, und zwar als typisch indonesische Musik.

Immer wieder reiste er zu den fernsten Inseln des Landes, um die einheimische Musik aufzunehmen und diese dann für die liturgischen Gesänge zu verwerten. So entstand auch im Auftrag der indonesischen Bischofskonferenz im Jahr 1980 das erste Gesangs- und Gebetsbuch für ganz Indonesien mit dem Namen „Madah Bakti“. Auf Einladung von Misereor und Missio fanden in den 1980er Jahren einige Europa-Tourneen statt, die Pater Prier mit seinem Chor und indonesischen Instrumenten durchführte. In seinem Liturgischen Zentrum veranstaltete er zahlreiche, sehr beliebte Chorleiter-und Organistenlehrgänge und rund 60 kirchenmusikalische Seminare.

Attentat 2018

Dass es nicht immer friedlich zuging, zeigte 2018 das Attentat eines islamistischen Terroristen, bei dem Prier während eines Sonntagsgottesdienstes mit einem Schwert verletzt wurde. Nach seiner Genesung durfte er im Jahr 2019 sein goldenes Priesterjubiläum feiern.

Lange Jahre war Pater Karl-Edmund Prier zudem als Dozent tätig und empfing 2023 von der Universität in Yogyakarta die Ehren-Doktorwürde. Rechtzeitig übergab Pater Prier im vergangenen Jahr die Leitung des Liturgischen Zentrums Yogyakarta an seine Nachfolgerin. Die Kontinuität und Erhaltung seines Schaffens ist somit gewahrt.