Trinkwasser wird deutlich teurer
Die Stadtwerke Weinheim erhöhen den Preis pro Kubikmeter Trinkwasser im Januar um 12,4 Prozent. Etwas moderater fällt der Anstieg der Abwassergebühren aus.
Die Stadtwerke Weinheim heben zum 1. Januar den Arbeitspreis (Verbrauchspreis) für Trinkwasser in ihrem Versorgungsgebiet an. Der Kubikmeter Wasser kostet dann 2,72 Euro inklusive aller Abgaben und Steuern. Das sind 30 Cent pro Kubikmeter mehr als bisher (plus 12,4 Prozent). Der Grundpreis bleibt unverändert.
Auch die Abwassergebühren steigen. Das hat der Weinheimer Gemeinderat vergangene Woche beschlossen. Für Schmutzwasser werden ab dem Jahreswechsel 1,83 Euro pro Kubikmeter fällig (plus sechs Cent), für Niederschlagswasser bleibt es bei 0,87 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche.
Sechs Millionen Euro investiert
Zur Preiserhöhung beim Trinkwasser erklärte Alexander Skrobuszynski, Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim, in einer Pressemitteilung: „Wir investieren kontinuierlich in die Infrastruktur und in fachkundiges Personal – und das kostet.“ Für eine hochwertige Wasserversorgung seien ein regelmäßig gewartetes Leitungsnetz, fortschrittliche Anlagen zu Wassergewinnung und -bevorratung, stetige Wasseranalysen sowie kompetentes Personal erforderlich. In den vergangenen fünf Jahren hätten die Stadtwerke sechs Millionen Euro in die Trinkwasserversorgung investiert, unter anderem in den Bau der 5,6 Kilometer langen Leitung „DN 400“ vom Wasserwerk in Hemsbach bis nach Weinheim.
„Mit den neuen Wasserpreisen liegen wir etwa im Durchschnitt von Baden-Württemberg. Wir setzen auf vorausschauende und frühzeitige Investitionen, um stets konkurrenzfähig zu sein und auch in Zukunft qualitativ hochwertiges Trinkwasser zuverlässig liefern zu können“, ordnete Alexander Skrobuszynski ein.
75 000 Menschen werden versorgt
Der Klimawandel stellt die Wasserversorgung vor große Herausforderungen. Trinkwasser in Weinheim und Umgebung gibt es von Natur aus in hoher Qualität. Es liegt geschützt unter einer mächtigen Tonschicht in 66 bis 114 Metern Tiefe. Im Wasserwerk Hemsbach wird es gefördert und aufbereitet – ganz ohne den Einsatz chemischer Zusätze. Die vorhandenen Filter entfernen lediglich die Spurenelemente Eisen und Mangan. Nach der Filterung kann das Wasser ins Trinkwassersystem eingespeist werden. „Die hohe Güte des Rohwassers – frei von Nitrat – ist ein großer Luxus, den nicht jeder Wasserversorger hat“, erläutert Michael Seßler, Betriebsleiter des Wasserwerks Hemsbach. Dennoch müssten alle Verbraucher sorgsam mit der Ressource umgehen, damit es immer für alle verfügbar ist. Das Wasserwerk Hemsbach versorgt über 75 000 Menschen in Weinheim, Hemsbach, Laudenbach und Gorxheimertal mit dem Lebensmittel Nummer 1.