Weinheim

Überraschende Wendung: PGW überzeugt mit Neuinszenierung von Bram Stokers Dracula

Die Oberstufen-Theater-AG des Privatgymnasiums Weinheim (PGW) hat Bram Stokers Klassiker „Dracula“ in ein modernes Gewand mit Krimicharakter gehüllt.

Ein weiterer Mord geschieht... Foto: PGW
Ein weiterer Mord geschieht...

In der jüngsten Aufführung der Oberstufen-Theater-AG des Privatgymnasiums Weinheim (PGW) wurde unter der Regie von Felicitas Vajna Bram Stokers Klassiker „Dracula“ in ein modernes Gewand gehüllt, das nicht nur die düstere Atmosphäre des Originals bewahrte, sondern auch geschickt zeitgemäße Elemente einbezog.

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Nur das Grundgerüst blieb

Die Inszenierung blieb dem Grundgerüst des Romans treu: Jonathan Harker (Noah Skade) reist wegen eines Immobiliengeschäfts ins Schloss Graf Draculas (Felix Schmitt) und lässt dafür seine Verlobte Mina Murray (Amelie Fändrich) zurück. Diese begibt sich währenddessen mit ihrem großen Freundeskreis ins Sommerhaus ihrer reichen Freundin Lucy (Johanna Wichelmann). Dort ereignet sich am Tag ihrer Ankunft ein Schiffsunglück, das einige unheimliche Ereignisse nach sich zieht. Zunächst wird Lucy in Abwesenheit ihrer Freunde von Dracula gebissen, der sich an Bord des gekenterten Schiffes befunden hat. Sowohl die anwesende Ärztin Jacky (Leslie Rihm) als auch ihre Assistentin Ava van Helsing (Juliana Baum) wissen ihr nicht zu helfen.

Freunde werden Feinde

Doch hier endeten die Parallelen zum Original. Als in der Nacht ein Mord an Melody (Nele Wiesner) geschieht, beginnen die im Sommerhaus eingeschlossenen Freunde damit, sich gegenseitig des Mordes zu beschuldigen. Dabei geht die Gruppe so weit, einige ihrer Freunde umzubringen, um den vermeintlichen Mörder aufzuhalten. Doch auch dies verhindert nicht die Tode von Martha (Yasmin Kneuker), Maureen (Svenja Huke) und Dorothy (Katharina Dyer) durch die Hände – oder vielmehr die Zähne – des Mörders. In einer düsteren Reflexion aktueller Fragen nach Wahrheit und Lüge stand die Frage, wem man eigentlich trauen kann, im Zentrum des dramatischen Geschehens. Unterstützt wurde die schaurige Geschichte auf der Bühne durch gruselige Effekte der Technik-AG des PGW unter der Leitung von Philipp Friedrich.

Überraschendes Ende

Auch das Ende des Stückes wich von der Vorlage ab: Während in Stokers Roman Graf Dracula schlussendlich vernichtet wird und Jonathan und Ava eine Familie gründen, waren in der modernen Version der Theater-AG des PGW nach einem dramatischen Finale alle Charaktere tot – entweder durch Draculas Biss oder durch die Hände ihrer einstigen Freunde. Diese düstere Entwicklung verlieh dem Stück eine eigene, einzigartige Note und unterstrich die Modernität der Inszenierung. Die Kombination aus klassischen Elementen und zeitgenössischen Themen machte diese Aufführung der Oberstufen-Theater-AG zu einem fesselnden Erlebnis, welches das Publikum mit langanhaltendem Schlussapplaus honorierte.