Volksbank Kurpfalz plant vier Prozent Dividende
Beim Bilanz-Pressegespräch präsentiert der Vorstand der Volksbank Kurpfalz positive Zahlen. Allerdings gibt es auch eine schlechte Nachricht, die Wald-Michelbach betrifft.
Auch wenn die Bilanzsumme einer Bank nur wenig über den Geschäftserfolg aussagt, so macht die Zahl, die der Vorstand der Volksbank Kurpfalz am Mittwoch beim Pressegespräch für das Jahr 2023 verkündete, doch Eindruck: Mit 3,97 Milliarden Euro liegt die Bilanzsumme nur noch knapp unter der Vier-Milliarden-Marke.
Sattes Plus beim Ergebnis
Dass der Vorstand mit dem vergangenen Jahr „sehr zufrieden ist“, wie es Vorstandssprecher Carsten Müller formuliert, dürfte vor allem daran liegen, dass das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr um satte 47 Prozent auf 31,7 Millionen Euro gestiegen ist.
Davon sollen auch die Mitglieder der Volksbank Kurpfalz profitieren. Der Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat und der Vertreterversammlung (am 17. Juni) jedenfalls eine Dividende in Höhe von vier Prozent vor; ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr.
Regionale Wirtschaft robust
Aber vor allem setzt der Vorstand darauf, das Eigenkapital weiter zu stärken, um für künftige Herausforderungen gerüstet zu sein. Denn die weltpolitischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen sorgen für erhebliche Unsicherheit.
Eckdaten der Bilanz 2023
- Die Eckdaten der Bilanz 2023 der Volksbank Kurpfalz (Veränderung zum Vorjahr in Klammern):
- Bilanzsumme: 3,97 Milliarden Euro (plus 7,0 %).
- Kredite (Forderungen an Kunden): 2,47 Milliarden Euro (plus 5,2 %).
- Kundeneinlagen: 3,27 Milliarden Euro (plus 8,7 %).
- Zinsüberschuss: 57,2 Millionen Euro (plus 8,2 %).
- Provisionsüberschuss: 30,8 Millionen Euro (minus 1,6 %).
- Verwaltungsaufwendungen: 54,1 Millionen Euro (plus 8,2 %).
- Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit: 31,7 Millionen Euro (plus 47,0 %).
- Jahresüberschuss: 9,5 Millionen Euro (plus 4,4 %).
- Dividende (Vorschlag des Vorstands): 4,0 % (3,0 %).
- Mitglieder: 66 513 (minus 226).
Doch zumindest 2023 erwies sich die regionale Wirtschaft als äußerst robust, was unter anderem dazu führte, dass die Volksbank ihr Kreditgeschäft weiter ausbauen konnte. Mit einem Plus von 5,2 Prozent liege man in diesem Bereich deutlich über dem Durchschnitt von 2,7 Prozent der baden-württembergischen Genossenschaftsbanken. Auch bei den Kundeneinlagen, die um 8,7 Prozent gestiegen sind, schneidet die Volksbank Kurpfalz besser ab als die anderen Genossenschaftsbanken, die durchschnittlich auf ein Plus von 1,2 Prozent kamen.
Während der Zinsüberschuss der Volksbank Kurpfalz um 8,2 Prozent gesteigert werden konnte, verzeichnete man beim Provisionsüberschuss ein Minus von 1,6 Prozent im Vergleich zum „Spitzenergebnis von 2022“, wie der Vorstand betont. Deshalb sei man mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden.
Die Rückkehr der Zinsen
Ein Grund für diese Veränderung liege sicher darin, dass viele Kunden dank gestiegener Zinsen wieder zur klassischen Geldanlage zurückgekehrt seien. „Aber wir werden nicht müde, auf den Realzinsverlust – also den Zinsertrag abzüglich der Inflation – hinzuweisen, der trotz gestiegener Zinsen immer noch Kapital vernichtet“, erläutert Vorstand Michael Hoffmann und verweist darauf, dass dagegen der Aktienindex DAX im vergangenen Jahr ein Plus von rund 20 Prozent gemacht hat.
Steigende Kosten
Von steigenden Kosten war 2023 auch die Volksbank Kurpfalz betroffen. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent – das betraf sowohl die Personalkosten als auch die Energie- und Baukosten – zum Beispiel für das Projekt auf dem Heidelberger Schlosskinoareal und für die Dachsanierung der Weinheimer Hauptstelle, die bei dieser Gelegenheit auch eine Photovoltaikanlage erhalten hat.
Wald-Michelbach nur noch SB-Filiale
Was das Filialnetz angeht, steht eine Veränderung unmittelbar bevor: Ab dem 1. März wird die Filiale in Wald-Michelbach nur noch als Selbstbedienungsstandort weitergeführt. Das geschehe nicht aus Kostengründen, betont Vorstandssprecher Carsten Müller, sondern sei dem Umstand geschuldet, dass es immer schwieriger werde, für solch kleine Filialen Personal zu finden. Was die künftige Nutzung des Gebäudes angeht, das der Volksbank gehört, stehe man noch am Anfang der Überlegungen. Die Filialen in Mörlenbach und Birkenau bleiben aber erhalten.