Weinheim

Warum der Weinheimer Weinsalon so schön war

Ein Glas, 50 Winzer und ganz viel gute Laune: Die zweite Auflage in der Stadthalle präsentierte sich noch breiter aufgestellt als die Premiere.

Für Weinliebhaber gab es viel zu entdecken beim Weinsalon in der Stadthalle. Foto: Katrin Oeldorf
Für Weinliebhaber gab es viel zu entdecken beim Weinsalon in der Stadthalle.

Nach der begeistert aufgenommenen Premiere des Weinheimer Weinsalons im vergangenen Jahr und dem Wunsch zahlreicher Besucher nach Fortsetzung verwandelte sich die Stadthalle am Wochenende zum zweiten Mal in ein Paradies für Weinfreunde. Den Veranstaltern Astrid Oberniedermayr und Christian Schwitzke vom Institut für Veranstaltungsmarketing in Weinheim war es erneut gelungen, namhafte Winzer zu gewinnen. Und wer die Messe, unter der Schirmherrschaft der Weinheimer Vereinigung „In Vino Veritas“, im vergangenen Jahr besucht hatte, erlebte sie jetzt mit 55 Winzern aus der Pfalz, Rheinhessen, Baden und von der Bergstraße, darunter auch Winzer, die dem VDP (Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter) angehören, noch breitgefächerter.

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So geht’s: erst riechen, dann trinken. 50 deutsche Weingüter stellten sich und ihre erlesenen Tropfen vor. Foto: Katrin Oeldorf
So geht’s: erst riechen, dann trinken. 50 deutsche Weingüter stellten sich und ihre erlesenen Tropfen vor.

Bereits eine Stunde nach der offiziellen Eröffnung herrschte reger Besucherandrang in der Stadthalle. Am Anfang stand auch in diesem Jahr das Probierglas, das jeder Besucher am Eingang erhielt. Und schon konnte der genussreiche Rundgang beginnen.

Fachsimpeln und Genuss

Eine Plauderei mit dem Winzer der Wahl, ein wenig Fachsimpeln, sofern man zu den Weinkundigen gehörte, war im Tasting inbegriffen. Jeder hatte die Möglichkeit, die ganz auf seinen Geschmack zugeschnittene Rebsorte zu entdecken. Am Stand vom Weingut Jäger aus Bensheim, wo der 2022er Chardonnay für Begeisterung sorgte, ging es um das Thema „Ausbau“. „Erst dann kommen die Trauben zu ihrer Komplexität und Struktur“, betonte ein Vertreter des Weingutes.

Auch im Foyer tummelten sich die Gäste an den Ständen. Foto: Katrin Oeldorf
Auch im Foyer tummelten sich die Gäste an den Ständen.

Was manche Besucher ebenfalls beschäftigte, war der Begriff „Nachhaltigkeit“. Aus erster Hand erfuhr man von umweltfreundlichen Anbaumethoden oder dem Verzicht auf Pestizide. Von robusten und pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, genannt „PIWIs“, war die Rede. Dazu gab es auch kritische Meinungen. Der VDP-Winzerbetrieb Acham-Magin aus Forst erklärte zum Beispiel, dass er die PIWI-Methode nicht anwende, da sie sich nur für bestimmte feinherbe bis liebliche Weinsorten eigne.

Als origineller Außenseiter stellte sich der Stand von „Goodvines Getränke“ aus Heidelberg vor. Dort konnte man den Wein in der alkoholfreien Variante testen. Auch da gingen die Meinungen auseinander, mit dem Fazit, dass Alkohol immer noch den Geschmacksträger darstellt. Es gab jedoch auch Besucher, bei denen der Genuss vor dem Fachsimpeln kam.

Wie bei der Gruppe junger Leute aus Heidelberg, die sich einfach „mal durchprobieren“ wollten. „Zum Glück haben wir einen Fahrer dabei, der mit Wein nichts anfangen kann“, erzählte Rudi lachend. Tina bezeichnete sich gar als „blutige Weinanfängerin“ und ließ sich am Stand der Winzergenossenschaft Schriesheim gerne beraten, wie man die edlen Tropfen richtig verkostet. So sollte nicht gleich das halbe Glas geleert, sondern das Aroma mit kleinen Schlückchen erkundet werden. „Die Nase ins Glas, dem Duft nachspüren, das Glas schwenken, damit die Aromen sich entfalten und von den Geschmacksknospen der Zunge aufgenommen werden“, so der Ratschlag.

Wie die meisten Winzer erzählte auch Georg Kippenhan vom gleichnamigen Weinheimer Weingut, dass die diesjährige Lese kurz vor der Vollendung stehe. Zudem freue er sich über gesunde Trauben. Stolz sei er auf die neu angeschaffte Presse. Kippenhan: „Jetzt brauche ich mein Lesegut nicht mehr zum externen Keltern zu geben.“ Seine Empfehlung war der 2023er im Barrique ausgebaute Chardonnay.

Grundlagen für den Wein schaffen

Um edle Tropfen zu verkosten, sollte der Magen eine gute Grundlage haben. Auch dafür konnte man beim Weinsalon zwischen Antipasti vom Weinheimer Feinkostladen „La Toscana“ und Sushi von der Weinheimer Kavi-Bar wählen. Wer es süß mochte, hatte die Auswahl zwischen handgemachten Törtchen der Weinheimer Patisserie Mendel.

Als eine „schöne Geste“ bezeichneten viele Besucher den reichhaltigen Brotkorb zum Wein, den der Weinheimer Brotsommelier Michael Kress an jedem Stand als kostenlose Weinbegleitung zur Verfügung stellte.

Was konnte man also von einem Weinevent mehr erwarten, von dem schon jetzt feststeht, dass es in Weinheim zur festen Einrichtung wird? Und damit nicht genug: Für die kommenden drei Jahre ist jeweils das letzte Oktober-Wochenende in der Weinheimer Stadthalle fest gebucht. Dann besteht auch die Sicherheit, dass die Weinlese abgeschlossen ist.