Weinheim: Morddrohungen und Hassbotschaften nach "Rock gegen rechts"
Die Stadt muss nach einem Musikfestival einen Facebook-Post offline nehmen. Die Kommentare seien nicht mehr zu kontrollieren gewesen.
Es sollte ein Zeichen setzen GEGEN Hass, Fremdenfeindlichkeit und ein Zeichen für Toleranz und Nächstenliebe: das Weinheimer Festival "Rock gegen Rechts". Während es auf und vor der Bühne im Schlosshof friedlich blieb, eskalierte die Situation im Internet. Auf der Facebook-Seite der Stadt Weinheim sogar so sehr, dass sich die Verantwortlichen entschlossen, den Post über das Festival offline zu nehmen.
Wörtlich schreibt die Stadt: "Liebe Leserinnen und Leser, leider sehen wir uns gezwungen, den Beitrag zu der Veranstaltung gestern Abend im Schlosshof aus unserem Feed zu entfernen. Dies liegt an den nicht mehr kontrollierbaren Kommentaren, die zu Hass- und sogar Mord aufrufen. Wir tolerieren hier sehr wohl die freie Meinung und wünschen uns diese auch - jedoch dient unsere Plattform nicht für das Obengenannte. Wir freuen uns auf weitere, tolle Veranstaltungen in diesem Sommer und darüber hinaus und darauf, unser schönes Weinheim auch weiterhin zu präsentieren. Wir wünschen Euch ein schönes Wochenende!"
Regeln auf Social Media
Bereits mehr als 100 Personen haben den Post geliket. WNOZ hat bei der Stadt nachgefragt. Was war da los? "Wir achten in der Öffentlichkeitsarbeit und auch vor allem im Bereich Social Media auf eine grundsätzliche Netiquette. Mit dieser sollen die Regeln unserer Social-Media-Kanäle klar und transparent für die Nutzenden kommuniziert werden. Und diese Regeln gelten für alle, die die Kommentarfunktion der Plattformen nutzen. Wir sehen uns nicht als Basis für Hass, Hetze oder ähnliches. Wir behalten uns vor, Beiträge jederzeit und gegebenenfalls auch ohne Angaben von Gründen zu löschen, gegebenenfalls zu melden - so auch in diesem Fall", heißt es aus der städtischen Pressestelle.
Wurde Anzeige erstattet?
Ob die Stadt Anzeige erstattet hat, dazu wollte die Stadt derzeit keine Stellung nehmen. Wörtlich heißt es, zur Frage bezüglich eines möglichen Strafverfahrens "behalten wir uns vor, zum aktuellen Zeitpunkt keine Stellung zu nehmen."
Die Kommentarfunktion unter dem Post wurde eingeschränkt. Eine Maßnahme, die auch WNOZ schon das eine oder andere Mal ergreifen musste. Zuletzt nach dem Tod des Mannheimer Polizisten Rouven Laur, der bei einem Einsatz auf dem Mannheimer Marktplatz von einem 25 Jahre alten Heppenheimer mit einem Messer so schwer verletzt wurde, dass er später starb.