Weinheim

„Weinheimer Herbst“ so groß und bunt wie noch nie

Bei hochsommerlichen Temperaturen strömen die Massen zum verkaufsoffenen Sonntag in die City.

Leidenschaft für Slowfood: Alex Keck von der Trüffelmanufaktur aus Offingen hatte nicht nur Probierhäppchen für seine Kunden auf Lager, sondern auch flotte Sprüche. Foto: Thomas Rittelmann
Leidenschaft für Slowfood: Alex Keck von der Trüffelmanufaktur aus Offingen hatte nicht nur Probierhäppchen für seine Kunden auf Lager, sondern auch flotte Sprüche.
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An Alex Keck ist kaum ein Vorbeikommen ohne Zwischenstopp. Will man vielleicht auch gar nicht: An seinem Stand in der Mittleren Hauptstraße duftet es herrlich nach Trüffeln. Zum Slowfood-Markt hat er köstliche Produkte aus der Trüffelmanufaktur aus Offingen nach Weinheim mitgebracht: Käse, Butter, Wurst und Öle. Und in allem darf der knollige Pilz nicht fehlen. Zum Probierhäppchen gibt es flotte Sprüche und reichlich Information. Hier springt die Leidenschaft für das Produkt auf die Gäste über, die beim „Weinheimer Herbst“ durch die Innenstadt schlendern.

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Gesund und lecker

Es ist ein Zeichen der Zeit: so zu essen und zu trinken, dass es den Grundsätzen der Nachhaltigkeit entspricht. Also regional und weitgehend biologisch, nicht verschwenderisch, produktbezogen, saisonal, gesund und lecker. Die Slowfood-Bewegung ist längst auch in der Region angekommen und findet in der Organisation „Slow Food Rhein-Neckar“ Unterstützung. Sie ist es auch, die den Markt zusammen mit der Stadtverwaltung jetzt zum zweiten Mal nach Weinheim holte. Eingebettet in den „Weinheimer Herbst“ fanden die Aussteller dort ein interessiertes Publikum. Cassisprodukte, feine Essige, alte Gemüsesorten, Weine, Kaffees und vieles mehr setzt nicht nur auf Geschmack, sondern auch auf Nachhaltigkeit.

Frisches Leinöl presste Uwe Bender von der gleichnamigen Ölmanufaktur aus Ubstadt-Weiher, während Martina Bauder von der Slow-Food-Organisation aus der Pfalz zum Fermentier-Workshop einlud. Goldgelb leuchtete der Blumenkohl mit Kurkuma als Anschauungsobjekt im Einmachglas.

Immer den Ohren nach

Wer nicht der Nase, sondern den Klängen der Musik nachging, landete unweigerlich auf dem Dürreplatz, der nach dem Dürreplatzfest am Samstag (siehe weiterer Bericht auf dieser Seite) auch am Sonntag ein Anziehungspunkt für die Massen war. Hier ging es bei hochsommerlichen Temperaturen beschwingt zu bei Bier und Wein, einer Zwirnswurst direkt vom Grill und Tanzvorführungen am Vormittag. Am Nachmittag heizte die Band Exact zusätzlich ein.

Gesperrte Bahnhofstraße

In der für den motorisierten Verkehr gesperrten Bahnhofstraße präsentierten Autohäuser aus Weinheim und der Region die neuesten Modelle. „Wir haben für jeden etwas dabei“, so Volker Knapp, der sich über großes Interesse für seine Ford-Modelle freute. Besonders der Camper hatte es den Gästen der kleinen Automeile angetan. Aber auch Elektromobilität stand bei den Autointeressierten hoch im Kurs.

Gleich gegenüber hatte das Sanitätshaus Krüger sein Zelt aufgeschlagen. Chef Hans Krüger fuhr selbst Werbung für sein Geschäft – in einem vollelektrischen Rollstuhl, der auch per App gesteuert werden kann. „Der letzte Schrei“, lacht eine seiner Mitarbeiterinnen. Es gibt kaum etwas, das es nicht gibt auf dem „Weinheimer Herbst“, bei dem die aktiven Einzelhändler zwischen 13 und 18 Uhr ihre Türen beim verkaufsoffenen Sonntag öffneten. Das Angebot der ansässigen Geschäftsleute wurde zusätzlich ergänzt durch Aussteller des Handwerkermarktes, der früher an der Weinheimer Kerwe aufgebaut war, aber mit den Straußwirtschaften nicht mehr zusammenpasste.

Damals wie heute dabei: Maria Buschmann, die mit ihrem Stand am Eingang zur Fußgängerzone einen guten Platz hat. Bunte Häkeltiere sitzen neben Etageren aus altem Geschirr. „Ich recycle gerne“, erklärt sie und deutet auf die farbenfrohen Ketten aus Krawattenseide. Zum ersten Mal in Weinheim sind Anne Koslowski und Christa Ellerbrok mit ihren Wollmützen, gestrickten Socken und genähten Kissen. Sie sind mit ihren Handarbeiten extra aus Rudersberg in der Nähe von Stuttgart gekommen. Und sind begeistert von der Atmosphäre beim „Weinheimer Herbst“. „Auch wenn uns das Wetter ein bisschen einen Strich durch die Rechnung macht“, sagt Christa Ellerbrok. Den Gästen steht der Sinn eher nach Bikini und Badehose statt nach kuscheligem Strick.

Weiberflohmarkt am „Lieblingsstück“

Deshalb gehen auch die Sommerteile beim Weiberflohmarkt am „Lieblingsstück“ in der Grabengasse weg wie warme Semmeln. Der Flohmarkt, den Inhaberin Alexandra Ebert-Rödel veranstaltet, ist längst kein Geheimtipp mehr. Die engagierte Einzelhändlerin: „Die ersten Kundinnen standen schon um 11 Uhr Schlange.“

Glücksrad am Marktplatz

Schlangenbildung auch auf dem Marktplatz am Glücksrad des Vereins Zweiburgen-Gutschein. Weinheims Wirtschaftsförderer Jens Stuhrmann und seine Mitarbeiterin Ulrike Pecorelli sind im Stress, im positiven. Schließlich gilt es, die Werbetrommel zu rühren für den Shopping-Gutschein, der seit einem halben Jahr auf dem Markt ist und die Kaufkraft in Weinheim binden soll. Die vierjährige Helena durfte am Glücksrad drehen und hatte Glück. Ihr Preis: eine Gutscheinkarte mit zehn Euro Guthaben. Die kann gleich eingesetzt werden – zum Shoppen in Weinheim.