Weinheim

Weiterer Interessent für Hotel am Waidsee

Weinheims Oberbürgermeister Just hat die für Mittwoch geplante Sitzung des Ausschusses für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung (ATUS) kurzfristig abgesagt. Bis nächste Woche soll der Vorschlag des zweiten Investors „tiefer gehend bewertet“ werden.

Der Weinheimer Waidsee macht mal wieder Schlagzeilen. Am Dienstag wurde bekannt, dass auch die Firma Altindal Pläne für ein Hotel hat (Archivbild). Foto: Philipp Reimer
Der Weinheimer Waidsee macht mal wieder Schlagzeilen. Am Dienstag wurde bekannt, dass auch die Firma Altindal Pläne für ein Hotel hat (Archivbild).

Eigentlich sollte der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung (ATUS) am Mittwoch die Miramar-Pläne für ein Parkdeck und ein Hotel am Waidsee und die überarbeitete Planung für die Hildebrand’sche Mühle vorberaten. Doch am Dienstag sagte die Stadtverwaltung die öffentliche Sitzung ebenso kurzfristig wie überraschend ab.

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Zur Begründung teilte die Pressestelle der Stadt mit: „Mittlerweile hat noch ein zweiter Investor sein Interesse angemeldet, am Waidsee ein Hotel und möglicherweise weitere Einrichtungen zu bauen.“ Man müsse sich nun ein paar Tage Zeit nehmen, diesen Bewerbervorschlag „tiefer gehend zu bewerten“, habe Just den Mitgliedern des Gremiums mitgeteilt. Die Entscheidung – also auch über den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan „Freizeitbad Waidallee“ – solle jedoch weiterhin in der Sitzung des Gemeinderats am 20. September getroffen werden. Just: „Im Laufe der Woche wird die Stadtverwaltung in der Lage sein, dem Gemeinderat zu dem Bewerbungsvorschlag weitere Informationen zukommen zu lassen.“

Firma Altindal bestätigt Interesse

Bei dem zweiten Investor handelt es sich um die Altindal Unternehmensgruppe, die ihren Sitz im Hammerweg 24 hat und – auf einem städtischen Erbpachtgrundstück – Eigentümer des Restaurants „Waid-Lake“ am Waidsee ist. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens. Weitere Details zur Planung wolle man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kommunizieren, sondern erst die Gespräche mit der Stadtverwaltung abwarten.

Ganz so kurzfristig kommt der Vorschlag des zweiten Investors freilich nicht, auch wenn die Formulierung „mittlerweile“ in der Pressemitteilung der Stadtverwaltung diesen Eindruck vermitteln könnte. Denn schon vor fünf Jahren hatte die Firma Altindal erstmals dazu das Gespräch mit der Stadt gesucht und konkrete Vorschläge gemacht, wie mehrere Personen bestätigen, die sich mit diesem Thema auskennen.

Warum Oberbürgermeister Just jetzt so kurz vor der ATUS-Sitzung gewissermaßen die Notbremse gezogen hat, ist eine der Fragen, die sich nun stellen. Warum die Firma Altindal nicht selbst die Öffentlichkeit gesucht hat, um ihr Projekt als Alternative zu den Plänen des Miramar vorzustellen, eine andere.

Denn die Idee von Miramarchef Marcus Steinhart, auf eigene Kosten ein Parkdeck zu bauen, um die Parkplatzprobleme rund um das Freizeitbad zu lösen, und zur Gegenfinanzierung ein Hotel zu errichten, liegt seit Anfang 2020 auf dem Tisch. Nachdem sich der Gemeinderat im Juli 2022 für eine vertiefte Prüfung der Variante mit dem Parkdeck im Süden und dem Hotel im Norden des Miramar ausgesprochen hatte, präsentierte Steinhart im März 2023 bei einer Pressekonferenz erste Vorentwürfe.

Was bisher bekannt ist

Nach Informationen unserer Redaktion verfolgt die Firma Altindal einen anderen Ansatz bei ihrer aktuellen Planung. Dabei geht es nicht nur um ein Hotel und ein Parkhaus, sondern auch um ein medizinisches Therapiezentrum, ein Fitnesscenter und eine Kindertagesstätte.

Der heutige Parkplatz (nördlich des Miramar) würde komplett mit einem Parkhaus überbaut, das drei- bis viergeschossig in Erscheinung treten und mehr als 1000 Stellplätze bieten würde. Darauf angesprochen, zeigt sich die Sprecherin der IG Waid, Margarete Wacker, entsetzt: „Das wäre viel zu wuchtig und groß.“

Der Gebäudekomplex für das Hotel und die anderen Nutzungen – die Form erinnert an einen Bumerang – wäre entlang des Hammerwegs vom Restaurant „Waid-Lake“ mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss bis zum heutigen Strandbad-Eingang angesiedelt. Der Zugang zum Badesee müsste daher hinter das Parkhaus verlegt werden, wo auch neue Umkleidekabinen, Duschen und Spinde entstehen könnten.