Laudenbach

Wenn Kuh Goldie beim Kerwe-Bingo nicht muss

Die Zuschauer beim Kuhschiss-Bingo zur Froschkerwe in Laudenbach warteten vergeblich auf den "großen Moment".

Vergeblich: Die Zuschauer warteten umsonst am Sonntag auf den Flatscher der Kühe Goldie und Gretel. Damit fiel das Kuhschiss-Bingo von TG und Kerweverein zur Froschkerwe aus. Foto: Gian-Luca Heiser
Vergeblich: Die Zuschauer warteten umsonst am Sonntag auf den Flatscher der Kühe Goldie und Gretel. Damit fiel das Kuhschiss-Bingo von TG und Kerweverein zur Froschkerwe aus.

Auf eine gute Verdauung hofften am Kerwesonntag rund 250 Menschen, und zwar vergeblich. Klingt skurril. War aber so. Beim Kuhschiss-Bingo, dem diesjährigen Spiel des Kerwe- und Heimatvereins und der TG, wurden Spielfelder ausgemacht, auf denen sich Kuh Goldie möglicherweise hätte erleichtern können. Was die wetteifernden Teilnehmer nicht wussten: das Huftier hatte sich zuvor im Anhänger auf dem Transport zum Kerweplatz ihres verdauten Futters entledigt. Wie heißt es so schön – sie hätte gar nicht so viel fressen können, wie … na, Sie wissen schon.

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Trotzdem Gaudi für alle

Eine Gaudi war es trotzdem, wie der Vorsitzende des Kerwevereins zusammenfasst. „Im vergangenen Jahr hatten wir einen Ziegenbock. Der hat es aber noch nicht mal aufs Spielfeld geschafft. Also dachten wir, die Kuh wird’s schon richten“, so Werner Schmalz. Jens Klemm hatte dafür seine zwölfjährige Hinterwälder-Dame zur Verfügung gestellt, die ihr neun Monate altes Kalb Gretel noch im Schlepptau hatte. Doch die beiden Rinder ließen sich nicht beirren. Sie waren im Kreise der Gäste auch so tiefenentspannt, dass sie sich noch nicht einmal vor Aufregung hätten erleichtern können. „Und wir wollten ja auch nicht, dass die Tiere Angst haben oder so. Es soll Spaß machen und allen gut gehen.“

Nun, gut ging es den Kühen. Sehr gut sogar. Die Verdauung intakt, das Erleichtern verlief ganz ohne Zuschauer. Die warteten also vergeblich 70 Minuten auf den Befreiungsschlag. Oder Flatscher. Der Gewinner wurde sodann vom Kerweverein ausgelost.

Eventuell Pferdeapfel-Bingo 2024

Was fürs nächste Jahr skurrile Überlegungen anstellen lässt. Welcher Verdauungs-Rhythmus ist denn am besten geeignet? „Der eines Pferdes vielleicht“, mutmaßt Schmalz, der damit einen indirekten Aufruf startet – wessen Pferd könnte denn das Pferdeapfel-Bingo bestreiten?

Statt „Kuhschiss“ soll es bei Jens Klemm im nächsten Jahr nämlich wieder Kartoffelpuffer geben. Kein Scherz. „Sonst hatte er immer so ein Essen ausgerichtet“, erklärt Schmalz schmunzelnd. „Kerwespiel und Essen ist aber zu viel. Also verzichten wir vielleicht einfach auf die Gaudi und essen lieber was Leckeres“, so der Vereinsvorsitzende, der aktuell Herr über rund 200 Mitglieder ist. Wer jetzt übrigens denkt, die Laudenbacher hätten sich das Wetten auf den tierischen Toilettengang selbst ausgedacht, der irrt. Der Film „Schotter wie Heu“ über das Leben in dem kleinen baden-württembergischen Dorf Gammesfeld, der 2003 in die deutschen Kinos kam, dokumentiert unter anderem die Durchführung eines Kuhfladen-Bingos. In anderen Gemeinden gibt es das Spiel ebenfalls seit vielen, vielen Jahren. Und in den USA ist ein vergleichbares Spiel namens „Chicken Shit Bingo“, also Hühnerdreck-Bingo bekannt. Die Regeln sind identisch mit denen des Kuhfladen-Bingos, jedoch befindet sich das Spielfeld in der Regel innerhalb eines Hühnerkäfigs.

Durch den kleineren Maßstab des Spielfeldes ist es auch möglich, in Gebäuden zu spielen. Ja, hast du Töne? Von wegen stilles Örtchen.