Weinheim

Wer will den Vierbeiner Leon vergiften?

Ein unbekannter Radler soll Weinheimerin Athanasia Geogaka Giftköder aufs Grundstück geworfen haben. Eine Frage lässt sie nicht mehr los ...

Mischlingsrüde Leon ist fester Bestandteil der Familie. Frauchen Athanasia Georgaka (links) kann sich nicht erklären, wer ihn vergiften will. Foto: Privat
Mischlingsrüde Leon ist fester Bestandteil der Familie. Frauchen Athanasia Georgaka (links) kann sich nicht erklären, wer ihn vergiften will.

Irgendjemand hat es auf den kleinen Mischlingsrüden Leon abgesehen. Daran hat sein Frauchen Athanasia Georgaka keine Zweifel: „Das war auf jeden Fall gezielt.“ Die große Frage, die die Neu-Weinheimerin sich stellt, ist: Wen könnte sie sich derart zum Feind gemacht haben, dass er versuchte, ihren Hund zu vergiften? Vor allem in so kurzer Zeit ...

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Die Mannheimerin ist erst seit einigen Wochen in der Zweiburgenstadt zu Hause. Anfang März bezog sie mit Ehemann Kosta Sooutlis und Hund Leon ihr neues Heim. Ein gemütliches Häuschen, das zwischen den gewaltigen Logistik- und Speditionsgebäuden eigentlich kaum Aufmerksamkeit erregt. Es befindet sich gegenüber der Firma, in der sie seit zwölf Jahren arbeitet, in der auch ihr Mann angestellt ist. Und ihr Onkel, der von dort aus eine sehr besorgniserregende Beobachtung gemacht hat.

Ominöser Radler

„Er war zu dieser Zeit gerade draußen und hat Pause gemacht. Da habe er beobachtet, wie ein Mann auf dem Fahrrad angefahren kommt. Der hielt kurz an, warf etwas auf unser Grundstück und ist dann wieder weitergefahren“, erzählt Athanasia Georgaka im WN-Gespräch.

Der Onkel war neugierig: Hat der Radler etwa Müll weggeworfen? Als Georgakas Verwandter der Sache nachging, entdeckte er etwas viel Düstereres. Denn was er unmittelbar vor und auf dem Grundstück vorfand, waren Giftköder. Dabei handelte es sich um präparierte Wurststücke, fein säuberlich mit einem schwarzen Faden zu Häppchen zusammengebunden. Fiffi Leon kam glücklicherweise nicht in Versuchung. Er befindet sich derzeit bei Georgakas Eltern, während das Weinheimer Ehepaar im Auslandsurlaub ist. Deshalb sei es Leons Besitzerin auch noch nicht möglich gewesen, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten. Das wolle sie umgehend nachholen, sobald sie wieder in Deutschland ist. Mutter Maria Zikou, die sich derzeit um den zwölfjährigen Rüden kümmert, veröffentlichte indes einen Warnhinweis auf den sozialen Medien, samt Fotos der heimtückischen Giftköder. Sie wendete sich auch an die Stadt Weinheim, die der Bitte nachkam, die Warnung weiterzuverbreiten.

Thema für die Polizei

„Wir hatten schon Fälle im Wald und auf Feldern“, erinnerte sich Rathaussprecher Roland Kern. Im Straßenraum, geschweige denn auf privaten Grundstücken: Das habe er noch nicht gehört. „Nach Rücksprache mit dem Revier Weinheim sind Giftköder grundsätzlich ein Thema für die Polizei.“ Dementsprechend gibt es im Rathaus auch keine erfassten Fälle.

Frage nach dem Warum

Die Frage der Motivation des unbekannten Radlers bleibt. Zumal das zugezogene Ehepaar bisher kaum Berührungspunkte zu Weinheim hatte. „Klar, der Hund ist ab und zu im Garten und bellt auch mal“, sagte Georgaka. „Ich weiß nicht, ob sich dadurch jemand gestört fühlt.“ Anwohner könnten es in dem Industriegebiet kaum sein. Radler kämen auf dem Weg, der vor dem Haus verläuft, hingegen immer wieder einmal vorbei.

Hundemama in Sorge

Die Hundemama ist in Sorge: „Leon kann ich nicht mehr mit ruhigem Gewissen im Freien lassen.“ Der schnelle Gang zum Supermarkt, während der Rüde im Garten tollt, sei erst einmal nicht mehr möglich. Das Grundstück müsse sie nun auch penibel absuchen. Zumal sich die Tat wiederholen könnte.

Eine Hoffnung hat die Frau jedoch: „Vielleicht erfassen die Überwachungskameras meiner Firma den Weg vor dem Haus.“ Das polizeiliche Einverständnis vorausgesetzt, könnten die Aufnahmen etwas Licht ins Dunkle bringen. Und die Frage geklärt werden, wer es auf den kleinen Leon abgesehen hat.