Bundestagswahl

Zitterpartie für Alexander Föhr im Wahlkreis Heidelberg-Weinheim

Mindestens drei Politiker aus dem Wahlkreis Heidelberg-Weinheim ziehen in den neuen Bundestag ein. Die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, muss Niederlage einstecken.

Mit gemischten Gefühlen verfolgte CDU-Kandidat Alexander Föhr am Sonntagabend bei der Wahlparty im Heidelberger Atlantic Hotel die einlaufenden Ergebnisse aus seinem Wahlkreis. Denn sein Wiedereinzug in den Bundestag hing auch von den Ergebnissen in den anderen baden-württembergischen Wahlkreisen ab. Foto: Thomas Rittelmann
Mit gemischten Gefühlen verfolgte CDU-Kandidat Alexander Föhr am Sonntagabend bei der Wahlparty im Heidelberger Atlantic Hotel die einlaufenden Ergebnisse aus seinem Wahlkreis. Denn sein Wiedereinzug in den Bundestag hing auch von den Ergebnissen in den anderen baden-württembergischen Wahlkreisen ab.

Heidelberg/Weinheim. Der Wahlkreis Heidelberg-Weinheim wird im nächsten Bundestag stark vertreten sein. Schon früh zeichnete sich am Sonntagabend ab, dass die Co-Bundesvorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, Malte Kaufmann (AfD) und Sahra Mirow (Linke) das Ticket nach Berlin gelöst haben. Für den CDU-Bewerber Alexander Föhr, der 2023 in den Bundestag nachgerückt war, wurde der Wahlabend zur befürchteten Zitterpartie. Trotz des Siegs im Wahlkreis Heidelberg zieht CDU-Kandidat Alexander Föhr wegen des neuen Wahlrechts nicht in den Bundestag ein. Das reichte nach Angaben der Bundeswahlleiterin am frühen Montagmorgen aber nicht für ein Bundestagsmandat. 

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Bei den Zweitstimmen landete die CDU mit 26,3 Prozent vor den Grünen (21,9 Prozent), der SPD (17,0 Prozent) und der AfD (12,1 Prozent). Die Linke holte 10,1 Prozent, die FDP 5,7 Prozent und das neue Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) 3,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 85,5 Prozent.

Lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Gegen 19.15 Uhr hatten rund ein Drittel der 354 Wahlbezirke ihre Ergebnisse ans Rechenzentrum gemeldet. Bei den Erststimmen lag Föhr zu diesem Zeitpunkt mit 30,3 Prozent der Stimmen vorn, dahinter folgte Franziska Brantner, mit 23,8 Prozent. Nur in der Universitätsstadt Heidelberg war es umgekehrt. Verglichen mit dem Wahlergebnis von 2021 sah es eigentlich gut für den 44-Jährigen aus, der deutlich zulegen konnte. Doch das neue Wahlrecht sorgte bei der CDU für mehr Spannung, als den Christdemokraten lieb war. Denn Föhr musste nicht nur die meisten Erststimmen in seinem Wahlkreis holen, sondern auch einige seiner baden-württembergischen Parteifreunde hinter sich lassen, weil es keine Überhang- und Ausgleichsmandate mehr gibt.

Als kurz vor 22 Uhr alle Wahlbezirke ausgezählt waren, konnte sich Föhr zumindest über den Sieg bei den Erststimmen im Wahlkreis freuen. Er holte 29,2 Prozent, Brantner 27,7 Prozent. Der Vorsprung betrug 2637 Stimmen. Ob das gute Ergebnis für das Bundestagsmandat reicht, stand indes bei Redaktionsschluss immer noch nicht fest.

Brantner und Mirow konnten deutlich entspannter die einlaufenden Wahlergebnisse verfolgen, was das direkte Ticket nach Berlin angeht. Schließlich führten beide die Landeslisten ihrer Parteien an. Für die 41-jährige Mirow ist es das erste Mal, dass sie in den Bundestag gewählt wurde. Der 48-jährige Malte Kaufmann schaffte das erstmals 2021. Und auch diesmal zeichnete sich früh ab, dass er den Wahlkreis wohl weiterhin in Berlin vertreten darf, auch wenn er „nur“ auf Listenplatz zwölf seiner Partei stand. Doch angesichts des stark verbesserten Ergebnisses der AfD sollte das reichen.