Weinheim

Frontalcrash bei Weinheim: 5 Verletzte, darunter zwei Kinder

Ein unbeteiligter Autofahrer ging offenbar während des Einsatzes auf Rettungskräfte los. Der Grund: die Absperrung.

Rettungskräfte waren am Mittwochabend auf der Westtangente nach einem Frontalzusammenstoß zweier Autos im Einsatz. Foto: PR-Video/Rene Priebe
Rettungskräfte waren am Mittwochabend auf der Westtangente nach einem Frontalzusammenstoß zweier Autos im Einsatz.

Am Mittwoch um kurz vor 19 Uhr kam es auf der Bundesstraße B38 bei Weinheim auf der Höhe des Industrieparks zu einem Zusammenstoß zweier Autos. Fünf Menschen wurden dabei teilweise schwer verletzt, darunter zwei Kinder.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Nach Informationen der Polizei fuhr eine 35 Jahre alte Frau mit ihrem VW T-Roc die B38 Richtung Autobahnkreuz Weinheim entlang. Auf Höhe des Industrieparks kam sie aus bislang ungeklärter Ursache nach links in den Gegenverkehr. Dort stieß sie frontal mit einem Mitsubishi zusammen.

Die Unfallverursacherin sowie ihr 6-jähriges Kind wurden bei dem Zusammenstoß leicht verletzt. Die 25-jährige Fahrerin des Mitsubishi sowie ein Säugling, der sich ebenfalls im Auto befand, wurden leicht verletzt. Die 24-jährige Beifahrerin im Mitsubishi wurde schwer verletzt. Sie kam mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 25.000 Euro,

Angriff auf Rettungskräfte

Unfassbar: An der von der Feuerwehr abgesperrten Westtangente, in Höhe der Viernheimer Straße, kam es zu turbulenten Szenen. Ein Autofahrer war mit der Absperrung nicht einverstanden, versuchte sie zu durchbrechen und griff die Einsatzkräfte an.

Ernste Mienen: Weinheims Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach (Mitte) spricht an der Unfallstelle mit Polizeibeamten. Foto: PR-Video/Priebe
Ernste Mienen: Weinheims Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach (Mitte) spricht an der Unfallstelle mit Polizeibeamten.

Nach Informationen von Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach hatte sich der Autofahrer maskiert und Lederhandschuhe angezogen. Die Feuerwehrleute setzten einen Notruf ab, während andere Autofahrer zu Hilfe kamen. Noch vor dem Eintreffen der Polizei soll der Autofahrer geflüchtet sein. Die Polizei ermittelt. "Dieser Angriff belastet uns sehr", sagte Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach. Auf seinem privaten Facebook-Account postete Mittelbach noch am Donnerstag folgende Zeilen: "Und heute 2024 bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Westtangente bedrohte ein maskierter, vermummter Autofahrer unsere Einsatzkräfte, weil sie entfernt von der eigentlichen Unfallstelle die Fahrbahn absperrten, damit die Verkehrsteilnehmer nicht mehr auf die voll gesperrte Westtangente auffahren konnten. Glücklicherweise konnten die Feuerwehrangehörigen über den Fahrzeugfunk einen Notruf absetzen, sodass Rettungsdienst und Polizei Ihnen zur Unterstützung kommen konnten. Auch Autofahrer, die die Situation mitbekommen, hatten, blieben stehen und unterstützten die Feuerwehr Weinheim. Dadurch ließ der Autofahrer von der Feuerwehr ab und flüchtet. Glücklicherweise kam es zu keiner körperlichen Gewalt. Trotzdem ist die Bedrohung da, die psychische Gewalt muss auch verarbeitet werden.

Warum? Eine Frage, die man sich stellt und keine nachvollziehbare Erklärung dafür findet. Warum geht jemand Menschen an, die noch vor wenigen Minuten bei Freunden, Familien und Arbeitskollegen waren und durch ihr Ehrenamt nun bei der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz sind, um Menschen aus ihrer Notlage zu helfen. Scheinbar versteht der Aggressor nicht, dass die Straße auch zu seinem Schutz gesperrt wurde, damit er nicht in die Unfallstelle fährt. Klar ist es für jeden doof, wenn man plötzlich im Stau steht oder nicht mehr weiterkommt. Aber bevor man sich ärgert, sollte man dankbar sein, dass man nicht selbst in einer Notsituation ist. Ärgern ist aber auch noch menschlich, wenn es dann aber zu Beschimpfungen übergeht, schwindet das Verständnis bei den Einsatzkräften, die nicht zum Spaß eine Straße sperren. Wenn sich Menschen aber vermummen, Handschuhe tragen und Einsatzkräfte bedrohen, hat das eine ganz neue Qualität."

Gaffer filmt Unfallstelle

Ein Lkw-Fahrer behinderte die Einsatzkräfte direkt an der Unfallstelle, indem er das Geschehen filmte. Auch gegen ihn ermittelt die Polizei. Zudem musste die Polizei eingreifen, als Angehörige der Unfallopfer am Unfallort eintrafen. Die B38 musste zwischen dem Saukopftunnel und der Viernheimer Straße in beide Richtungen gesperrt werden.

Ralf Mittelbach lobte besonders die Ersthelfer an der Unfallstelle, die hervorragende Arbeit geleistet haben.