Foto: Philipp Reimer Fotografie
Weinheim

Zwischenbilanz zur Kerwe: Zehntausende Gäste, wenige Zwischenfälle und eine Geburt

Die Weinheimer Kerwe ist aus Sicht von Budenbesitzern, Gastronomen und Schaustellern ein voller Erfolg. Das Rathaus schätzt die Zahl der Besucher auf 40 000. Dabei blieb alles friedlich. Zumindest weitgehend: Bei einem Polizeieinsatz bekamen fünf Gäste Tränengas ab.

Für den sonst eher gemütlichen Kerwesonntag ist es in der Altstadt rappelvoll. Und nicht nur gestern ist dort die Hölle los: Das Rathaus schätzt die bisherige Besucherzahl auf rund 40 000 Menschen. Trotz des Trubels gab es kaum Zwischenfälle, wie die Einsatzkräfte von DRK, Feuerwehr und Polizei bilanzieren.

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Schausteller, Budenbesitzer und Straußwirtschaften sind voll und ganz zufrieden. Selbst die heftigen Regengüsse am Samstagnachmittag konnten die Feierlaune der Weinheimer nicht dämpfen. „Dadurch ist alles ein wenig später losgegangen“, berichtet Lukas Göcke von der Straußwirtschaft Flaschenkind in der Judengasse. „Aber ab 22 Uhr kamen die Menschen in Massen.“ Göckes Einschätzung nach war am Samstagabend sogar noch mehr los als im vergangenen Jahr. Im Zehn-Sekunden-Takt seien die Drinks über die Bartheke gegangen. „Wir haben einen sehr guten Umsatz gemacht“, freut er sich. Und es sei lang gefeiert worden. Obwohl die Musik aus und die Kasse zu war, seien die Leute noch bis 3 Uhr vor der Straußwirtschaft gestanden.

Geschätzt 40 000 Besucher

Auch Kerwevereinsvorsitzender Peter Gérard ist voll und ganz zufrieden: „Die Stimmung am ersten Wochenende war ausgezeichnet, die Menschen waren gut drauf.“ Im Gespräch mit den WN freut er sich bereits auf die heutige Kerweregatta im Gerberbachviertel, bei der 180 selbst gebastelte Schiffchen an den Start gehen sollen. Oberbürgermeister Manuel Just erklärt, nachdem er sich noch einmal bei allen Akteuren umgehört hat: „Ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen.“ Schausteller Tobias Göbel von der gleichnamigen Riesenradfirma schätzt die Besucherzahl auf so hoch wie 2022 ein. „Und das war beim Comeback nach Corona ein besonders gutes Jahr“, fügt er hinzu. Aber wie viel Besucher waren es bis Sonntagabend nun? Pressesprecher Roland Kern schätzt die Zahl in Absprache mit der Polizei auf 10 000 bis 15 000 Menschen pro Tag – also rund 40 000 bis Sonntagabend.

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Ein Thema bestimmte die Diskussion im Vorfeld zur Kerwe 2023 wie kein zweites: der Lärm. Die Folge: Ein neues Beschallungskonzept regelt in diesem Jahr die Dezibelwerte, die maximal erreicht werden dürfen. Das wurde unter anderem bei einem Kontrollgang von Ordnungsamt, Polizei und Tontechniker Tim Remark am Freitagabend kontrolliert (weiterer Bericht auf Seite 8). „Wir mussten nur an sehr wenigen Stellen nachjustieren“, berichtet Marktmeisterin Tamara Metz. Es habe ganz überwiegend Verständnis für die Maßnahmen gegeben. Uwe Seehaus, einer der vom Lärm betroffenen Gerberbach-Anwohner, bedankt sich für die Bemühungen mit den Worten: „Meine Wahrnehmung ist sehr positiv. Die Lärmbelästigung ist deutlich geringer als im vergangenen Jahr.“ Größere Zwischenfälle hat es bisher kaum gegeben. Bei einem Polizeieinsatz hatten jedoch mehrere Gäste Tränengas abbekommen. Ansonsten verzeichnet die Polizei bis Sonntagmittag fünf kleinere Rangeleien. Auch mussten fünf Menschen wegen den Folgen von zu viel Alkoholkonsum ins Krankenhaus gebracht werden. Das DRK hatte rund 50 Einsätze abzuarbeiten. Auch hier spielte Alkohol eine dominante Rolle, daneben Kreislaufschwächen und kleine Wundversorgungen, wie Einsatzleiter Kevin Stiller berichtet.

Wehen setzen bei Besucherin ein

An einen Einsatz werden sich die Sanitäter noch lange erinnern: Am späten Samstagabend kam ein aufgeregter junger Mann in die Einsatzzentrale ins Alte Rathaus und berichtete, dass bei seiner jungen Frau mitten im Kerwetrubel die Wehen eingesetzt haben. Die Rettungskräfte suchten die Gebärende auf. Die Wehen kamen regelmäßig alle fünf Minuten. Die Frau wurde sofort mit dem Krankenwagen zur Geburt ihres Babys in die Heidelberger Uni-Klinik gebracht.