Auf den Fußballplätzen wird an der Seitenlinie der Ton rauer
Mehr Teamoffizielle werden im Fußball-Kreis Bergstraße bestraft, dafür geht es auf dem Feld etwas gesitteter zu. Relegationstermine sind festgelegt - aber was ist mit Eintracht Wald-Michelbach?
Kreis Bergstraße. An den Seitenlinien der Bergsträßer Fußballplätze ist der Ton ein wenig rauer geworden, während es auf dem Feld in Summe ein wenig gesitteter zuging: Diese gemischte Bilanz zogen die Klassenleiter Martin Wecht (Rimbach) und Reiner Held (Bürstadt) bei der virtuellen Rückrundentagung der Kreisober- und A-Liga.
Vorläufige Relegationstermine
Verbandsliga/Gruppenligen: 4. und 7. Juni; 11. Juni. Endspiel auf neutralem Platz.
Gruppenliga/Kreisoberligen: 1. und 5. Juni; 9. Juni. Endspiel auf neutralem Platz. Der Bergsträßer Vizemeister trifft im Halbfinale auf den Vize Odenwald/Dieburg.
Kreisoberliga/A-Liga: 2. Juni 14. Kreisoberliga - 2. A-Liga; Rückspiel 6. Juni.
A-Liga/B-Liga: 3. Juni 14. A-Liga - 2. B-Liga; Rückspiel 7. Juni.
B-Liga/C-Liga: 4. und 7. Juni. C-Liga/D-Ligen: 1., 5. und 8. Juni.
Wecht, zugleich Kreisfußballwart, untermauerte dies mit Zahlen. Bis zur Winterpause gab es in der Kreisoberliga 33 Mal Gelb gegen Teamoffizielle (15 im Vergleichszeitraum 2023/24), dazu unverändert sechs Rote Karten. In der A-Liga blieb die Zahl, der Gelben Karten fast gleich (18), dafür wurden fünf Offizielle mit Rot bedacht (zuvor zwei). Ähnlich ist die Tendenz in der Gruppenliga und den weiteren Klassen auf Kreisebene.
Signifikant rückläufig war dagegen die Anzahl der bestraften Spieler in der Kreisoberliga (17 Prozent weniger Gelbe, 34 Prozent weniger Rote Karten, 26 Prozent weniger Zeitstrafen), während die A-Liga hier gegen den Trend zulegte. Die Einzelrichter Klaus-Jürgen Weißmüller und Rainer Beckerle sprachen neun Urteile gegen Trainer und Betreuer aus, wobei Beckerle, der auch Vorsitzender des Kreissportgerichts, ist, betonte: „Alle Vergehen gegen Schiedsrichter sind als schwere Vergehen einzustufen. Das bedeutet eine erhöhte Strafe, nie die Mindeststrafe.“
Kritik am Schiedsrichter
„Da müssen wir etwas ändern“, appellierte Held angesichts dieser Zahlen an die Vereinsverantwortlichen, weniger lautstark die Schiedsrichter zu kritisieren, „auch wenn nicht jede Entscheidung stimmt“. Dem schloss sich Wecht an. Als mögliche Ursachen für diese Entwicklung nannte Wecht im Gespräch mit dieser redaktion zwei Ansätze. „Die Diskussionsbereitschaft auf der einen Seite ist gestiegen“, meint der Leiter A-, B- und D2-Liga: „Auf anderen Seite sinkt die Toleranzschwelle. Schiedsrichter lassen sich weniger gefallen als früher.“ Die Kapitänsregel sieht Wecht nicht als Grund – wohl auch, weil diese nach ihrer kurzfristigen Einführung im Sommer noch nicht flächendeckend angewandt wird. „Es gibt auch keine Anweisungen von oben, Fehlverhalten konsequenter zu bestrafen“, betont er. Er könne er den Vereinen „nur ins Gewissen reden“, weiß Wecht. „Meiner Meinung nach muss dieses Problem aber nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben angegangen werden“, findet der Kreisfußballchef.
Appell an die Vereine
Auch deshalb macht sich Wecht für die Trainerpassschulungen stark: „Wir als Verband können Zeitungsannoncen schalten und ich kann noch so viel erzählen. Wenn aber ein Zuschauer einen Schiedsrichter beleidigt und der Trainer seines Teams ihm klarmacht, dass er das unterlassen soll, ist der Effekt viel größer.“
Mit dem Verlauf der bisherigen Runde zeigten sich beide Klassenleiter ansonsten weitgehend zufrieden. Auf die Ausschreitungen in einem A-Liga-Spiel am ersten Spieltag, die sportgerichtlich nicht komplett aufzuklären waren, und einen Abbruch ebenfalls in der A-Liga, weil eine Mannschaft vom Platz ging, weil sie den Schiri nicht gut fand, hätten die Funktionäre aber gerne verzichtet.
Apropos Schiedsrichter: Die vom Verband verhängten Strafen wegen Nichterfüllung des Solls sind amtlich. Die Geldstrafen werden abgebucht, die Punktabzüge bis zum Start der Rest-Rückrunde tabellarisch eingerechnet.
Wie im vergangenen Jahr dürfte die neue Spielzeit für Ligen mit 16 oder mehr Teams am ersten Augustwochenende (2./3.) beginnen. Fix sei dieser Termin aber noch nicht, betonte Wecht. Absehbar sei, dass 2025/26 auf Kreisebene die Gelb-Rote Karte zurückkehrt. Ob als Ergänzung oder anstelle der Zeitstrafe sei offen, so der Kreisfußballwart, der zudem andeutete, dass eine bestimmte Anzahl von Gelben Karten sowie die Gelb-Rote Karte wie in den Verbandsligen künftig eine Sperre nach sich ziehen könnte.
Was mach ET Wald-Michelbach?
Ob es nach Rundenende (Sonntag, 25. Mai) in allen Ligen zur Relegation kommt, hängt unter anderem davon ab, ob Gruppenliga-Rückzieher Eintracht Wald-Michelbach sein Startrecht in der Kreisoberliga wahrnimmt, sich in einer anderen Klasse eingruppieren lassen will – oder gar keine Mannschaft meldet. all