Aufstieg in die Kreisoberliga: Der TSV Aschbach will, muss aber nicht
Der TSV Aschbach weiß um seine Aufstiegschance, aber für den Tabellenführer der Kreisliga A wird es noch ein hartes Stück Arbeit. Trainer Thomas Baucsek sagt: "Wir sind ganz relaxt".
Aschbach. 2016 musste der TSV Aschbach als ein „Urgestein“ aus der Fußball-Kreisoberliga absteigen. Neun Jahre später ist die Chance auf eine Rückkehr ins Bergsträßer Oberhaus so groß wie noch nie. Die Mannschaft von Trainer Thomas Baucsek überwintert als Tabellenführer in der Kreisliga A. 13 Siege und zwei Unentschieden ergeben 41 Punkte, dreimal haben die Aschbacher verloren.
Die Konkurrenz sitzt dem TSV allerdings im Nacken. Der FC Starkenburgia Heppenheim hat 40 Punkte, aber noch kein Spiel verloren. Schon sieben Unentschieden verhageln die Bilanz der Kreisstädter etwas, sonst würde die Mannschaft von Trainer Christian Schmitt wahrscheinlich schon jetzt ganz oben stehen. Die Starkenburgia kassierte erst acht Gegentore und erzielte selbst 44 Treffer. Fast ebenso viel wie die Aschbacher (45), die aber bereits 26 Gegentore aufzuweisen haben. „Das ist eigentlich Wahnsinn, dass Heppenheim nicht vor uns steht“, gesteht Aschbachs Trainer ein.
Ohne Aufstiegsdruck
In der Winterpause hat sich die Starkenburgia zudem noch einmal in der Offensive mit dem 36-jährigen Elvedin Huseinovic, der pausiert hatte, und Nachwuchstalent Lucas Schuckmann, der aus der A-Jugend der TSG 62/01 Lützelsachsen zurückgekommen ist, verstärkt.
Aber nicht nur die Heppenheimer sind ein Konkurrent, auch der Tabellendritte FSG Bensheim ist nach dem 6:4-Sieg in Aschbach im letzten Spiel des Jahres mit 38 Punkten wieder voll im Rennen um Meisterschaft oder Relegation. Der FSV Rimbach ist mit 36 Punkten zudem nicht ganz abzuschreiben.
Angesichts der zu erwartenden spannenden Restrunde bleibt Thomas Baucsek (noch) entspannt. „Wir sind ganz relaxt.“ Aufstiegsdruck habe man nicht, betont der Trainer, der zusammen mit seinem Co-Spielertrainer Anas Sanori bereits für die nächste Saison verlängert hat. Gleichwohl weiß Baucsek um die große Chance, die sich in diesem Jahr auftut. Wer weiß, was später ist. „Es wäre schön, wenn die Generation um Nick Weihrauch aus dem Schatten der sogenannten Aschbacher Ikonen wie Carsten Weihrauch heraustreten kann“, sagt Baucsek. Wie kann das besser gelingen als mit einem Aufstieg?
Wichtiger Nick Weihrauch
Gerade Nick Weihrauch will es scheinbar wissen, denn mit 17 Treffer steht er an dritter Stelle in der Torjägerliste und holt sich ein Extralob vom Trainer ab: „Er hat auch viele Freistöße verwandelt und uns mit seinen Toren wichtige Punkte gesichert.“ Dylan und Lennox Bräse und Co-Trainer Anas Sanori verdienten sich ebenfalls Bestnoten, wie überhaupt Baucsek die gesamte Mannschaft und insbesondere die A-Jugendlichen positiv erwähnt. Sollte Dominik Vetter nach einem halben Jahr Verletzungspause den Durchbruch schaffen, dann wäre das ein weiterer Baustein zum großen Erfolg.
Mit Marvin Jöst von Eintracht Wald-Michelbach, an dem die Aschbacher schon lange dran waren, hat auch der TSV eine Verstärkung bekommen. Jöst kann auf der Sechs oder Acht spielen, aufgrund seiner Flexibilität aber auch auf der Außenbach. Nicht zuletzt um ihn zu integrieren, hat Baucsek sechs Wochen Vorbereitung mit sechs Testspielen angesetzt. Am vergangenen Samstag verloren die Aschbacher, die derzeit viele Kranke haben, „einen lockeren Aufgalopp“ (Baucsek) beim FC Ober-Abtsteinach mit 3:5. Zum FCO ist Alexander Krapp gewechselt. Auch gegen den Kreisoberligisten KSG Mitlechtern testet der TSV noch – schon mit Blick auf kommende Saison. „In solchen Spielen kann man sich messen“, so Baucsek. Alle Spieler haben jedenfalls für die nächste Runde zugesagt, und Baucsek ist von der Qualität seines Kaders überzeugt – „auch wenn es natürlich ein großer Sprung ist. Es wäre schön, wenn wir den Übergang hinbekommen“. Seit drei Jahren bauen die Aschbacher schon einheimische Spieler ein – das könnte sich jetzt schon auszahlen.
Eine Serie starten
Im ersten Spiel nach der Winterpause geht es am 9. März zur TSV Auerbach II, „wo man nie weiß, was einen erwartet“, so Baucsek. Danach folgen die Spiele gegen TV Lampertheim, SV/BSC Mörlenbach und ISC Fürth sowie zum Abschluss des Monats gegen den TSV Hambach. Alles Gegner, die eigentlich der unteren Hälfte zuzuordnen sind und gegen die im März auch fett gepunktet werden muss, wenn man aufsteigen will. Das sieht auch der Trainer so, der darauf baut, wieder eine Serie starten zu können.
Bisher zeigten die Aschbacher Konstanz gegen die vermeintlich schwächeren Teams, auf der anderen Seite verloren sie aber auch zweimal gegen die FSG Bensheim und spielten zu Hause gegen Heppenheim nur 1:1. „Gegen die Mannschaften auf dem unteren Drittel haben wir geliefert“, sagt Baucsek und betont, dass der Titel nicht in einem einzigen Spiel entschieden wird. Also auch nicht auf dem Heppenheimer Galgen, wo der TSV am 6. April bei der Starkenburgia gastiert.
„Wir sind sehr froh, dass wir in der Tabelle oben stehen. Und ich sehe gute Chancen, dass wir das auch am Ende noch tun“, sagt Thomas Baucsek.