Fußball

Ausgerechnet der Erfolgstrainer fehlt

Beim Wiedersehen der Meistermannschaft des SV Mörlenbach von 1993 muss Hans-Jürgen Boysen kurzfristig absagen.

Viele Erlebnisse aus der gemeinsamen Zeit beim SV Mörlenbach wurden wieder in Erinnerung gerufen, als sich die Meistermannschaft von 1993 am Samstag in Groß-Breitenbach traf. Dass ausgerechnet Erfolgstrainer Hans-Jürgen Boysen fehlte, wurde sehr bedauert. Foto: Fritz Kopetzky
Viele Erlebnisse aus der gemeinsamen Zeit beim SV Mörlenbach wurden wieder in Erinnerung gerufen, als sich die Meistermannschaft von 1993 am Samstag in Groß-Breitenbach traf. Dass ausgerechnet Erfolgstrainer Hans-Jürgen Boysen fehlte, wurde sehr bedauert.

Ausgerechnet der wichtigste Mann fehlte, als sich am Samstag die Spieler der Meistermannschaft des SV Mörlenbach, die vor 30 Jahren nach einer dramatischen Saison-Schlussphase den historischen Aufstieg in die Fußball-Hessenliga geschafft hatte, zum Revival-Abend beim „Hähnchen-Peter“ in Groß-Breitenbach einfanden. Spielertrainer Hans-Jürgen Boysen, der Vater des Erfolgs, hatte sich bei einem unglücklichen Sturz in seiner Oldtimer-Werkstatt derart schwer an der Schulter verletzt, dass er am Freitag ins Krankenhaus musste.

„Das ist natürlich extrem bitter“, sagte der Ex-Profi, der viele Jahre für den Karlsruher SC in der 1. Bundesliga gespielt hatte, ehe er als Spielertrainer mit dem SV Mörlenbach zu einem außergewöhnlichen Höhenflug ansetzte, am Handy. „Ich wäre brutal gerne dabei gewesen, zumal wir das Treffen von langer Hand geplant hatten. Aber ich habe viele, viele Bilder bekommen und es war zu erkennen, dass es so wie damals war, dass der Zusammenhalt und die Stimmung riesengroß waren. Darüber habe ich mich riesig gefreut.“

Unvergessliche Momente

Der damalige Mannschaftskapitän Winfried Meier übernahm dann die Moderation des Treffens, bei dem freilich die entscheidenden Momente der Meisterschaftssaison in der damaligen Landesliga im Mittelpunkt standen. „Wir wussten zehn Spieltage vor dem Rundenende, dass wir den einen Punkt Vorsprung vor unserem Konkurrenten Progress Frankfurt verteidigen mussten, denn uns war klar, dass die Frankfurter keinen Punkt mehr abgeben würden. Und ausgerechnet in dieser Partie gegen Klein-Karben spielten wir 4:4 und waren dann punktgleich“, blickte Meier zurück.

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So mussten die Mörlenbacher die restlichen neun Begegnungen gewinnen, um mit Progress gleichauf zu bleiben. Doch die Mannschaft wusste, um was es geht, und sie hatte mit Boysen einen Coach, der sein Team dementsprechend einzustellen wusste. „Er hat dafür gesorgt, dass wir alle Spiele gewannen“, so Meier, der hier besonders auch den knappen 1:0-Erfolg bei der starken SG Riedrode anführte. Unvergessen wird den Spielern das dramatische Entscheidungsspiel gegen die Frankfurter bleiben, in dem erst nach dem Elfmeterschießen der Meister und Hessenliga-Aufsteiger, nämlich die Mörlenbacher, feststand. „So ein Erfolg verbindet natürlich – jahrzehntelang“, sagte Meier angesichts der großen Wiedersehensfreude bei dem Treffen. „Manche Spieler haben sich fast 30 Jahre lang nicht gesehen und lagen sich jetzt gleich wieder in den Armen“, freute sich auch Torsten Ginader, einer der einheimischen Spieler der damaligen Erfolgself, darüber, erstmals wieder alte Teamkollegen wie Stefan Baumann oder Andreas Krause sehen zu können.

Super Frauentruppe

Ursprünglich war auch geplant gewesen, dass die Spielerfrauen zu dem Treffen kommen sollten, doch „da nur noch Torsten und ich mit den Partnerinnen von damals zusammen sind, haben wir davon Abstand genommen“, sagte Meier mit einem Schmunzeln: „Wir hatten damals auch eine super Frauentruppe, die bei allen Auswärtsspielen bis nach Kassel mitgefahren ist.“

Auch Gerhard Hohl, der ehemalige „Manager“, freute sich über die Zusammenkunft. „Das war damals eine tolle Gemeinschaft, und es ist umso schöner, dass jetzt so viele der ehemaligen Spieler gekommen sind“, hob er hervor. Im Rückblick auf die erfolgreiche Zeit stellte er fest, dass „es so etwas heute im Odenwald nicht mehr geben wird, immerhin war die Oberliga damals die dritthöchste Klasse. Und wir haben uns dort sehr gut verkauft, auch wenn wir bei den Top-Spielen wie in Darmstadt, Offenbach oder Kassel vor 10 000 Zuschauern schon beim Einlaufen die Hosen voll hatten“, fügte er mit einem Lachen an: „Das waren unvergessliche Momente.“

Auch er vermisste freilich den Erfolgstrainer in der schönen Runde. Zu dieser gehörten von Odenwälder Seite neben Ginader beispielsweise auch Torjäger Tobias „Zappe“ Heer, Ludger Werni, Hein Becht, Andreas Schneider und Armin Heindtel, mit Andreas Michael, Marco Eisenhauer und Sascha Noe war die Fraktion aus Gorxheimertal vertreten. Von den auswärtigen Spielern waren neben Meier, Krause und Baumann, der extra von Sylt angereist kam, die ehemaligen Stürmer Lutz Hofmann und Markus Rettig gekommen. Aber auch das engere Umfeld mit der ehemaligen Clubheim-Wirtin Moni Taresch und deren Nachfolgerin Ute Franken oder Manfred Klein von der damaligen Abteilungsleitung war mit von der Partie.

Wiederholung mit Boysen

Sie alle genossen den Abend im Kreis der ehemaligen Teamkollegen und so war dann auch schnell klar, dass das Treffen eine Wiederholung finden soll – dann aber möglichst mit Boysen: „Da will ich dann auf alle Fälle dabei sein.“