Ringen

Damit war nicht zu rechnen: SVG Nieder-Liebersbach ist Meister

Trotz ungünstiger Vorzeichen feiert die SVG Nieder-Liebersbach den souveränen Titelgewinn in der Oberliga Nordbaden. Aufsteigen darf der Meister aber nicht.

Meisterjubel: Einen Kampftag vor Saisonende feiern die Ringer der SVG Nieder-Liebersbach den Oberliga-Titel. Bild: Kathrin Oeldorf Foto: Katrin Oeldorf
Meisterjubel: Einen Kampftag vor Saisonende feiern die Ringer der SVG Nieder-Liebersbach den Oberliga-Titel. Bild: Kathrin Oeldorf

Es ist vollbracht: Mit einem 36:0-Heimsieg (27:8 im Freundschaftskampf) gegen den AC Ziegelhausen sicherten sich die Ringer der SVG Nieder-Liebersbach vorzeitig die Meisterschaft in der Oberliga Nordbaden. Trotz der Tatsache, dass mit diesem Titelgewinn aufgrund der zweijährigen Sperre kein Wiederaufstieg in die Regionalliga Baden-Württemberg verbunden ist, war die Freude bei der Mannschaft und den zahlreichen Fans riesengroß.

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Die SVG hat die Liga trotz acht Abgängen gegenüber dem Vorjahr sportlich klar dominiert und dabei nur eine Niederlage und ein Unentschieden gegen die Verfolger ASV Bruchsal und SV Germania Weingarten II hinnehmen müssen. Es war eine Saison unter denkbar ungünstigen Vorzeichen, denn nach dem Rücktritt von Trainer Sven Lay nach 22 Jahren und dem Rückzug aus der Regionalliga musste sich das Team vollkommen neu sortieren. Mit den Brüdern Florian und Sebastian Otto mussten zwei zwar sehr erfahrene Ringer, aber absolute Trainerneulinge in die Bresche springen. Aber mit großem Teamgeist und teilweise herausragenden Leistungen einiger Ringer konnte das Ziel einer Platzierung im Vorderfeld der Tabelle sogar übertroffen werden.

Starker Zusammenhalt: Nach dem Rückzug aus der Regionalliga gibt es bei der SVG wieder etwas zu feiern. Foto: Katrin Oeldorf
Starker Zusammenhalt: Nach dem Rückzug aus der Regionalliga gibt es bei der SVG wieder etwas zu feiern.

Entscheidung an der Waage

Gegen den AC Ziegelhausen war der Kampf schon auf der Waage entschieden, da die Gäste mit einer unbesetzten Klasse und zweimal Übergewicht antraten und somit bereits mit 0:36 verloren hatten. Zudem patzte der direkte Verfolger ASV Bruchsal bei der abstiegsbedrohten Reserve der RG Kurpfälzer Löwen mit 8:24.

Der junge Ukrainer Tymur Yusov (rechts) ging bei seinem Sieg über die volle Zeit. Foto: Katrin Oeldorf
Der junge Ukrainer Tymur Yusov (rechts) ging bei seinem Sieg über die volle Zeit.

Bis 57 kg (GR) bezwang Noah End trotz anfänglich drohender Schulterniederlage dank einer beherzten zweiten Kampfhälfte Lenox Paul Schulz mit 9:5 Punkten. Das Schwergewicht bis 130 kg (FS) ließ die SVG unbesetzt, sodass Paul Schüle vier Zähler für die Gäste verbuchen konnte. Gleiches galt in umgekehrter Weise für die Klasse bis 61 kg (FS), wo Leon Jeck kampflos zu vier Punkten für die SVG gelangte. Ohne Mühe erzielte Sebastian Otto die nächste „Vier“ für Liebersbach. Mit Schwunggriffen und starkem Bodenkampf bezwang er Maximilian Rick bis 98 kg (GR) nach 1:58 Minuten mit 16:0 technisch überlegen. Merlin Eckert hatte für den Kampf bis 66 kg (GR) fast 4 kg Gewicht gemacht, was ihm aber im Duell gegen den großgewachsenen Nazar Pinzul nicht anzumerken war. Auch er siegte vorzeitig nach 2:23 Minuten mit 16:0 und bescherte seinem Team damit eine beruhigende 14:4-Pausenführung.

Einen Achtungserfolg im ungeliebten Freistil bis 86 kg erzielte Sebastian Kurth gegen Erik Bergen. Er wehrte alle Angriffsversuche des Gastes geschickt ab, spielte seine Stärken im Bodenkampf aus und siegte ebenfalls technisch überlegen 16:0 nach 2:41 Minuten. Auch Colin Eckert rückte eine Klasse runter und bezwang bis 71 kg (FS) Florian Hermann nach 3:49 Minuten mit 18:0 Punkten.

Tymur Yusov erstmals gefordert

Damit stand der Sieg auf der Matte bereits fest. Trotz guter Ansätze chancenlos war anschließend Patrick Eckert in der Klasse bis 80 kg (GR) gegen den körperlich starken Axel Lehner. Nach 0:11-Rückstand landete er nach 2:20 Minuten auf beiden Schultern. In einem echten Prestigeduell trafen bis 75 kg (GR) mit Steffen Layer und Jakob Gerhäuser zwei gleichwertige Kontrahenten aufeinander. Technische Punkte fielen hier nicht, aber mit Steffen Layer setzte sich der am Ende etwas aktivere Ringer knapp mit 2:1 durch. Erstmals über die volle Kampfzeit gefordert wurde Tymur Yusov bis 75 kg (FS) gegen den sehr kompakt und defensiv agierenden Esmail Hajibabaei. Am Ende stand aber dennoch ein deutlicher 10:0-Erfolg für den jungen Ukrainer in Reihen der SVG.

Nun möchte die SVG als vorzeitig feststehender Titelträger die Runde noch ordentlich zu Ende bringen und sich auch am kommenden Samstag zum Saisonfinale beim Tabellenletzten KSV Östringen keine Blöße geben. TP