Das hat sich der SV Fahrenbach anders vorgestellt
Die Oberliga-Ringer des SV Fahrenbach und KSV Rimbach verlieren zum Auftakt. Die SVG Nieder-Liebersbach feiert ein Erfolgserlebnis.
Der SV Fahrenbach verlor zum Auftakt in der Ringer-Oberliga gegen den KSC Niedernberg mit 13:18. „Nach dem Wiegen war mir klar, dass es eng werden wird“, sagte Fahrenbachs Vorstandsmitglied Stefan Arnold, dessen Staffel sich mehr versprochen hatte.
Die Enttäuschung hielt sich jedoch in Grenzen, lieferten doch gerade die jungen Fahrenbacher beeindruckende Leistungen ab. Chris Steingrüber (71 kg/GR) lag gegen KSC-Spitzenringer Tobias Fischer lange vorne. Zwei Sekunden vor dem Pausengong setzte der Fahrenbacher zu einem Dreher an, der allerdings abgefangen wurde. Fischer konterte und Steingrüber verlor auf Schulter (1:2). „Chris hätte keine vier Punkte abgeben müssen“, sagte Arnold, konnte seinem jungen Athleten aber keinen Vorwurf machen.
Aleksi Lodia (130 kg/GR) lieferte einen bärenstarken Kampf ab gegen den ehemaligen Bundesligaringer Bogdan Eismont. Der Fahrenbacher zermürbte seinen Gegner, und eine Reihe Dreher brachten schließlich den 15:0-Erfolg nach technischer Überlegenheit.
Ion Soilita (75 kg/F) lag 0:2 zurück, doch eine Energieleistung brachte die Wende in diesem spannenden Vergleich. „Das war Freistilringen auf höchstem Niveau“, sagte Arnold.
Serie von Beinschrauben
Romeo Jardas (57 kg/F) war vielversprechend gestartet, ließ sich aber zu sehr beeindrucken und musste sich technisch unterlegen geschlagen geben (0:16). Aron Köhler (61 kg/GR) war il chancenlos (0:15/Technische Unterlegenheit). Giorgi Goniashvili versuchte es mit einer Serie von Beinschrauben und hatte Erfolg. Der Fahrenbacher gewann 16:0 nach technischer Überlegenheit. „Giorgi hat eine Zweierwertung nach der anderen geholt. Supergemacht“, sagte Arnold. Dominic Arnold (75 kg/GR) stand unter Druck, musste gegen den ehemaligen Bundesligaringer Ilhan Myumyuncv eine Viererwertung holen und ging bei seiner 1:5-Punktniederlage volles Risiko.
Petr Chavdari (80 kg/F) hatte sich mehr erhofft, brach konditionell aber ebenso ein (0:16 nach technischer Unterlegenheit) wie sein Bruder Ivan (98 kg/F), der sich 2:7 nach Punkten geschlagen geben musste. Gheorghe Cojocori (86 kg/GR) landete mit enormer Energieleistung schließlich einen 6:0-Punktsieg.
Der SV Fahrenbach II holte gegen den FSV Münster ein 16:16-Unentschieden. Tim Steingrüber (57 kg/FS) lieferte einen starken Kampf ab und siegte 11:0 auf Schulter. Maurice Keil (61 kg/F) war indes chancenlos (0:16 nach technischer Unterlegenheit). Jeaml Aylazov (66 kg/F) fehlt es noch etwas an Erfahrung (2:4-Schulterniederlage), dafür lieferte Peter Schütz (71 kg/GR) eine starke Leistung ab (15:0 nach technischer Überlegenheit). Frank Roßner (75 kg/ F) musste vier Punkte holen und schaffte es mit einem 6:0-Schultersieg. „Das hat er supergemacht“, sagte Arnold. Christoph Becker (98 kg/) musste wegen einer Zerrung in der Schulter aufgeben. Jannik Stepp (86 kg/GR) kam zu einem 1:0-Schultersieg). jaz
KSV Rimbach II hält gut dagegen
Der KSV Rimbach II musste sich zum Saisonauftakt in der Ringer-Oberliga am Freitagabend mit 8:17 dem SC Großostheim geschlagen geben. Die Niederlage fiel etwas zu hoch aus für die Odenwälder. „Aber wie befürchtet: Der Gegner stand in Top-Besetzung, viele erfahrene ehemalige Bundesligaringer“, sagte KSV-Sportwart Oliver Schmitt, dessen Staffel alle Kräfte freisetzte, den SC aber nicht bezwingen konnte. „Wir hätten sechs Kämpfe gewinnen können. Es war mehr zu holen für uns; aber der Kampf macht Hoffnung. Der Auftakt war nicht schlecht.“
Felix Schmitt (75 kg/F) stand nicht wie erwartet Tino Rettinger gegenüber, sondern bekam es mit dem starken Freistilspezialisten Viktor Terzi zu tun, der vor drei Jahren noch regelmäßig in der Bundesliga aufschlug. Doch Schmitt bestätigte seine zuletzt guten Leistungen mit einem 15:0-Erfolg nach technischer Überlegenheit. Der Rimbacher benötigte nur zwei Minuten. Antony Iuliani (57 kg/F) war gegen Serhil Terzi jedoch chancenlos (0:2-Schulterniederlage). Leon Wolf (61 kg/GR) kämpfte gut gegen den viermaligen Deutschen Meister Deniz Güvener, musste sich aber 0:9 auf Schulter geschlagen geben. Leon Zinser (66 kg/F) lieferte den Spitzenkampf des Abends ab und überraschte mit einem 1:0-Punktsieg gegen SC-Spitzenringer Alexandru Asan. Kelvin Täumert (71 kg/ GR) war nicht weniger beeindruckend unterwegs und musste sich dem Bundesliga-Reservisten Alexander Maier nur knapp mit 8:9 nach Punkten geschlagen geben. Jan Schwab (75 kg/GR) arbeitete sich über die volle Distanz zu einem 9:5-Punktsieg gegen Sinan Kayakiran. Stefan Epereschi lag bis kurz vor Schluss noch vorne, bevor Niedernbergs Leistungsträger Simon Pilzweger seine ganze Routine einbrachte und den Kampf noch zum 8:5-Punktsieg drehte. „Stefan hätte cleverer ringen können“, sagte Schmitt.
Radian Sebestyen (86 kg/GR) gewann gegen Marc Pöhlmann mit 4:2 nach Punkten. „Es hätte aber höher ausgehen können“, sagte der KSV-Sportwart. Tim Weber (98 kg/F) musste sich mit dem groß gewachsenen Gleb Yermolayev auseinandersetzen und hielt gut dagegen. Der Rimbacher musste sich zwar 0:6 nach Punkten geschlagen geben, gab aber nur zwei Zähler ab. Marlo Kirschenstein (130 kg/GR) schlug sich anfangs achtbar, doch der ehemalige Profi aus Ungarn, Bence Fulai, wurde immer stärker und gewann schließlich mit 5:0 nach Punkten. jaz
Gelungener Start für die SVG
Ihren ersten Saisonkampf in der Oberliga Nordbaden konnten die neuformierten Ringer der SVG Nieder-Liebersbach nach hartem Kampf gegen den KSC Graben-Neudorf siegreich gestalten. Am Ende stand es 19:15 für die Gastgeber, die fünf der zehn Einzelduelle für sich entscheiden konnten.
Noah End, der Deutsche A-Jugend-Vizemeister gab sein Debüt in der Männermannschaft, startete dabei aber stilartfremd im Freistil bis 57 kg gegen den Deutschen Meister und U17-EM-Teilnehmer John Keterling. Erwartungsgemäß hatte er nur geringe Siegchancen und unterlag mit 0:16 Punkten nach 1:38 Minuten. Ringertrainer Sebastian Otto glich postwendend aus, indem er Kay Dominik Schall bis 130 kg (GR) klar dominierte und nach 2:35 Minuten technisch überlegen mit 17:1 besiegte.
Leon Jeck siegte bis 61 kg (GR) ebenfalls überlegen gegen Amir Moghaddam mit 15:0, zudem hatte sein Gegner Übergewicht. Aber die Gäste blieben am Ball und glichen durch Michael Walgutski, einen ihrer Leistungsträger, wieder aus. Er besiegte Sebastian Kurth bis 98 kg (FS) nach 1:50 Minuten auf Schulter. Julian Brandenburger versuchte bis 66 kg (FS) lange gegen den starken Maik Braun dagegenzuhalten, musste sich letztlich aber nach 4:12 Minuten mit 2:18 Punkten geschlagen geben. Halbzeitstand somit 12:8 für Graben-Neudorf. Aber Florian Otto rückte die Verhältnisse schnell wieder zurecht und bezwang Arthur Wegner bis 86 kg (GR) nach gut zwei Minuten mit 18:2 Punkten. Den spannendsten Kampf des Abends lieferten sich bis 71 kg (GR) Colin Eckert gegen den starken Alexander Krug. Mit hohen Wertungen auf beiden Seiten ging es mit 5:6 in die Pause und auch danach ging das Griffspektakel munter weiter. Nach fünf Minuten führte Eckert mit 16:14, musste aber in der Schlussminute noch drei Wertungen hinnehmen und unterlag somit knapp mit 16:17. Auch sein Bruder Patrick sah bis 80 kg (FS) bis zur Pause wie der sichere Sieger gegen Rouven Kammerer aus und führte klar mit 6:0. Danach setzte sich der Gästeringer aber stärker in Szene und drehte den Kampf noch zum 6:9 zu seinen Gunsten. Beim Stand von 12:15 mussten nun Siege in den beiden letzten Gewichtsklassen her. Merlin Eckert lag zwar bis 75 kg (FS) gegen Urs Müller anfangs mit 0:4 im Hintertreffen, punktete dann aber konsequent auf 9:4 und gelangte nach 4:47 Minuten sogar zum umjubelten Schultersieg.
Die entscheidenden Punkte zum Gesamtsieg steuerte dann Steffen Layer bis 75 kg (GR) gegen Morteza Ahmadi bei, den er bei seinem 11:1-Punktsieg nicht zur Entfaltung kommen ließ.
Ein gelungener Start in die Saison für die SVG, die im Vorfeld eine schwere Zeit hatte durch den Rückzug aus der Regionalliga, Trainerrücktritt von Sven Lay sowie Abmeldung von Reserve- und Schülerteam. Am kommenden Samstag ist die SVG bei der Reserve der RG Kurpfälzer Löwen zu Gast, die etwas überraschend deutlich ihren Auftakt beim AC Ziegelhausen mit 11:19 verpatzte. TP