Derby mit Nebengeräuschen: FC Fürth schlägt den SV Fürth mit 4:1
Beim Vorbereitungsturnier in Wald-Michelbach kritisiert SV-Trainer Jochen Ingelmann vor allem die harte Gangart des Gegners. Lothar Strusch von Ausrichter ETW erinnerte das Spiel gar an "eine Schlacht".
„Das war ja eigentlich kein Freundschaftsspiel, sondern fast schon eine Schlacht“, scherzte Lothar Strusch nach dem hart umkämpften Fürther Derby zwischen Kreisoberligist FC und Gruppenliga-Aufsteiger SV am zweiten Spieltag des Vorbereitungsturniers der Wald-Michelbacher Eintracht am Montagabend.
Überraschend deutlich siegte der FC durch Tore von Fisnik Jaija (6.), Luca Sielmann (18.), Nils Arras (27.) und Andreas Adamek (58.) mit 4:1, für die Grün-Weißen traf lediglich Yannick Marx zum zwischenzeitlichen 1:3 (53.). Weitere SV-Treffer waren zwar durchaus im Bereich des Möglichen, doch scheiterten Björn Kabel (20.), Chris Diefenbach (54.) sowie Nils Eckstein (75.) am Pfosten des FC-Gehäuses. Zwei Minuten vor Schluss setzte Diefenbach noch einen Kopfball an die Latte.
Überschattet wurde der stets brisante Vergleich zwischen den beiden Lokalrivalen allerdings von zwei harten Fouls der FC-Spieler Andreas Adamek (43.) und Mert Yapicilar (86.), die von Schiedsrichter Kevin Steinmann jeweils mit Zeitstrafen geahndet wurden – und aufseiten der Grün-Weißen für Unverständnis und lautstarke Kritik sorgten. Die Gemüter waren dermaßen erhitzt, dass es nach der zweiten Hinausstellung auch zu einer Rudelbildung kam.
400 Zuschauer sehen das Derby
„Sehr ereignisreich“ sei das Fürther Derby auf Wald-Michelbacher Boden gewesen, sagte Lothar Strusch mit einem Augenzwinkern – der Pressewart des Ausrichters fühlte sich sichtlich wohl in der Rolle des neutralen Beobachters.
„Für die rund 400 Zuschauer war das Spiel ausgesprochen attraktiv, beide Seiten agierten mit einer enormen Wucht. Eine ruhige Ballführung war in der ersten Hälfte vor allem für die Spieler des SV Fürth kaum möglich“, beobachtete der ETW-Funktionär.
Dass der FC in diesem Testspiel-Derby in nahezu allen Belangen die bessere Mannschaft war und auch in der Höhe verdient gewann, darüber waren sich alle Beteiligten einig.
Ingelmann hadert, Knapp lobt
„Wir waren vor allem in der ersten Halbzeit viel zu träge, hinzu kamen krasse individuelle Fehler vor allen Gegentoren“, monierte SV-Trainer Jochen Ingelmann.
FC-Vorstandsmitglied Marco Knapp war unterdessen voll des Lobes für die eigene Mannschaft, bei der Co-Trainer Christian Vetter für seinen urlaubenden Chef, Ralf Ripperger, an der Seitenlinie stand: „Der SV hat zwar gleich viermal Aluminium getroffen, trotzdem geht das Ergebnis völlig in Ordnung.“ Neben der gewohnt starken Offensive sei auch „eine deutliche Verbesserung in der Restabsicherung und der Verteidigung“ zu erkennen gewesen, freute sich Knapp.
„Ich beschwere mich selten, aber das war meines Erachtens schon sehr krass.“ (Jochen Ingelmann, Trainer des SV Fürth)
Über die vier Gegentore und die daraus resultierende Niederlage ärgerte sich Ingelmann allerdings deutlich weniger, als über die harte Gangart des FC und den einen oder anderen Kommentar, der von der Gegenseite dazu zu hören gewesen sei. „Ich beschwere mich selten, aber das war meines Erachtens schon sehr krass“, sagte er. Insbesondere für Adameks Einsteigen gegen Björn Kabel kurz vor der Pause zeigte er „kein Verständnis, erst recht nicht bei einem Freundschaftsspiel.“
Unverständlich sei für ihn gewesen, dass die Aktion nicht mit Rot geahndet worden sei. Dies sei durchaus im Bereich des Möglichen gewesen, räumte neben Lothar Strusch auch Marco Knapp ein. „Wahrscheinlich hat der Schiedsrichter aber ein Auge zugedrückt, da es sich eben doch um ein Testspiel gehandelt hat“, so Strusch.
Knapp verteidigt seine Spieler
Marco Knapp nahm seinerseits sowohl Adamek als auch Yapicilar in Schutz: „Beide haben sich umgehend entschuldigt. Vor allem Andreas’ Einsteigen sah bestimmt böse aus, war aber alles andere als beabsichtigt. Das hat er mir gegenüber auch noch einmal versichert.“
Ingelmanns Kritik konterte Knapp zudem mit den Worten: „Jeder weiß um die Brisanz der Fürther Derbys. Wem das in der Vorbereitung zu viel ist, der sollte sich vielleicht überlegen, ob man überhaupt an so einem Turnier teilnehmen muss. Ich kann das Spiel nur als grundsätzlich fair und temporeich charakterisieren.“
Versöhnliche Töne zum Abschluss
So sehr die Meinungen am Montagabend dann auch auseinandergingen, so groß ist nach wie vor der gegenseitige Respekt. „Wir haben jetzt bestimmt keinen Stress wegen der einen oder anderen Aktion. Die Derbys sind immer mega. Für die Gemeinde und die gesamte Region“, sagte Ingelmann abschließend.
Für den SV ist die Vorrunde nach der zweiten Niederlage beendet, die Ingelmann-Elf spielt am Sonntag um Platz fünf. Der FC hingegen kämpft am Donnerstagabend (20.15 Uhr) gegen Hessenliga-Aufsteiger SV Unter-Flockenbach um den Einzug ins Finale.
SGW feiert 8:0-Kantersieg
Mit großer Spannung war auch das zweite Spiel des Montagabends beim Wald-Michelbacher Schmucker-Cup zwischen den beiden Gruppenligisten SG Wald-Michelbach und TSV Höchst erwartet worden. Da die Höchster allerdings mit einer gemischten Mannschaft antraten, konnte von einem Duell auf Augenhöhe keine Rede sein.
Schon zur Pause lag die SGW nach Treffern von Kim Naas (17.), einem Eigentor des Höchster Keepers Moritz Weipert (26.) und David Schmitt (33.) mit 3:0 in Führung, nach dem Seitenwechsel schossen Louis Timocin (Foulelfmeter, 63./79.), Kim Naas (67.), Gero Lammer (76.) sowie Dennis Brauch (87.) die Elf von Trainer Nico Garotti schließlich zu einem ungefährdeten und auch in der Höhe verdienten 8:0-Kantersieg.
„Wir haben eine sehr starke erste Halbzeit gespielt, werden dieses Spiel aber mit Sicherheit nicht überbewerten. In der Runde wird Höchst mit Sicherheit ein ganz anderes Gesicht zeigen“, sagte Garotti.