„Derbyheld“ Lenny Klage erzielt einen Doppelpack für Aschbach
Lenny Klage sieht sich beim TSV Aschbach eher als Vorbereiter - doch im Derby gegen den SV Affolterbach hatte der 21-Jährige seinen großen Tor-Auftritt.
Aschbach. Heimdebüt gegen den Nachbarort. Über 400 Zuschauer auf dem Sportplatz des TSV Aschbach. Allein der Rahmen im Derby der Fußball-Kreisliga A gegen den SV Affolterbach sorgte am Freitagabend bei Lennart Klage schon für Gänsehaut. „Die Stimmung war echt richtig geil“, sagt der 21-Jährige zu den Gegebenheiten im Duell der Nachbarn. Und die Stimmung bei den Gastgebern wurde dank „Lenny“, wie ihn alle rufen – „es gibt keinen, der mich Lennart nennt“, sagt er selbst –, dann ganz schnell so richtig ausgelassen.
„Einfach nur Wahnsinn“
Nach rasantem Start mit intensiven Zweikämpfen und Offensivdrang auf beiden Seiten erwies sich Klage für den Gegner geradezu als Plage. Im Zentrum angespielt, versetzte der Offensivspieler zwei Verteidiger und traf per Flachschuss über den Umweg Pfosten zum frühen 1:0 ins rechte Eck. „In dem Moment war das einfach nur Wahnsinn“, blickt er auf das emotionale Führungstor. Doch damit nicht genug: Der Jubel war kaum verhallt, da brachte Klage den Gegner erneut in Rage. Nur Sekunden später jagte er dem Gäste-Torwart den Ball ab und stellte ohne Mühe auf 2:0 für den TSV – Doppelpack und Doppelschlag, nach dem sich Aschbach jubelnd in den Armen lag. „Das war direkt vor unseren Fans, sehr emotional“, verrät Klage: „Mir kam es gar nicht so schnell vor. Ich war überrascht, als der Stadionsprecher meinte: neunte und zehnte Minute.“
Auch der Gegner war ob des furiosen Aschbacher Auftakts mehr als überrascht. Der TSV legte sogar rasch zum 3:0 nach. Erst als der spielende Co-Trainer Anas Sanori verletzt vom Feld musste, fand Affolterbach besser ins Spiel. „Er ist unsere Schaltzentrale, lenkt unser Spiel. Wir hatten dann echt Probleme, die Halbzeit kam uns zugute“, so Klage, der sein Tagwerk zur Pause bereits vollbracht hatte. „Mir fehlt noch ein wenig die Fitness“, sagt der Doppelpacker zur frühen Auswechslung. Die ersten zwei Wochen der Vorbereitung hatte Klage verpasst. „Dadurch habe ich einen kleinen Rückstand. Ich merke aber, wie ich immer besser werde.“
Über Aufstieg wird nicht geredet
Seine Tore im Derby dürften ihm einen weiteren Schub geben. Den Auftakt an sich, mit dem 0:0 im ersten Spiel bei der TG Trösel und dem 3:1-Sieg über Affolterbach, sieht er positiv: „In diesen umkämpften Spielen hätten uns sicher nicht alle so einen Start zugetraut“, meint Klage. Was für sein Team gilt, trifft auch auf ihn selbst zu – immerhin sagt Lenny über sich: „Ich bin eher der Vorlagengeber. Ich bin recht klein und bullig, kann die Bälle gut festmachen, meinen Körper reinstellen und die Mitspieler in Szene setzen.“ Der finale oder vorletzte Pass: Das sei eher sein Steckenpferd – „aber diesmal lief es anders“, ergänzt er lächelnd ob seines Doppelpacks, der zwar nicht sein erster, allerdings wohl sein wichtigster bisher war.
Letzte Saison hatte der TSV Rang zwei nur knapp wegen des verlorenen direkten Vergleichs mit Vizemeister und Kreisoberliga-Aufsteiger FSG Bensheim verpasst. Trotz dieser Erfahrung sei der Sprung nach oben diesmal „kein explizites Ziel. Über den Aufstieg reden wir im Team überhaupt nicht“, sagt Klage – aber: „Wenn wir es schaffen, konstanter zu sein, kann es in eine gute Richtung gehen.“
Der Azubi, der bei den Stadtwerken Viernheim das zweite Lehrjahr zum Industriekaufmann absolviert, spielte zuletzt nicht konstant bei der Ersten, lobt aber in höchsten Tönen die dortige Konstellation: „Wir haben ein sehr ausgeglichen besetztes Team. Es macht gerade enorm viel Spaß“, betont der Anhänger von Bundesligist VfB Stuttgart, der auch gerne zum SV Waldhof Mannheim ins Stadion geht.
Bei den eigenen Auftritten darf seine persönliche Glücksbringerin nicht fehlen. „Meine Freundin Anna ist bei jedem Spiel da, ist meine treue Supporterin“, verrät Lenny Klage mit einem Lächeln – aktuell hat der Aschbacher Derbyheld wahrlich wenig zu klagen. dbe