Die Mutter aller Spiele: Große Vorfreude aufs Fürther Derby
Im Duell zwischen dem viertplatzierten FC und Spitzenreiter SV geht es am Samstag um deutlich mehr als die Ortsmeisterschaft. So äußern sich die Trainer.
Es ist die Mutter aller Fußballspiele in Fürth. Das Derby zwischen dem FC und dem SV. Beide Teams treffen am Samstag, 16.30 Uhr, auf dem Kunstrasenplatz an der Schulstraße aufeinander. Der FC hat Heimrecht. Doch diesmal geht es noch um deutlich mehr als die Ortsmeisterschaft: Der SV hat in dieser Saison bislang noch kein Spiel verloren und führt mit 63 Punkten souverän die Tabelle der Kreisoberliga an. Der Vorsprung auf den derzeitigen ersten Jäger Eintracht Bürstadt beträgt schon satte elf Zähler.
Und auch der FC kämpft noch um den Aufstieg. Das Team von Spielertrainer Lucas Oppermann ist mit derzeit 49 Zählern Ligavierter.
1000 Zuschauer sind möglich
Am Samstag soll es 24 Grad Celsius und Sonnenschein geben. Beste Voraussetzungen also für das Derby, eine vierstellige Zuschauerkulisse ist durchaus möglich. „Einmal abgesehen von der Tabellensituation für beide Mannschaften: Es gibt in Fürth nichts Größeres als dieses Derby. Beide Clubs wollen dieses Spiel immer unbedingt für sich entscheiden“, weiß SV-Trainer Jochen Ingelmann.
Über Ostern hatte der Coach seiner Mannschaft freigegeben. „Wir hatten unser vergangenes Ligaspiel ja zu Hause gegen die Tvgg Lorsch mit 5:1 gewonnen. Dann haben wir zusammen am Gründonnerstag noch die Niederlage vom Tabellendritten SG Unter-Abtsteinach gegen die Lorscher gesehen. Am Dienstagabend nach Ostern haben wir uns dann erst wieder getroffen“, schildert Ingelmann die vergangenen Tage. Nico Schumacher und Julian Frank sind wieder im Kader. „Wir können für Samstag aus dem Vollen schöpfen“, sagt Ingelmann, der den Lokalrivalen unter Zugzwang sieht. „Der FC hat als Vierter wieder gute Aufstiegschancen. Sie benötigen die Punkte. Und ehrlich gesagt: Wenn man sich den Kader des FC betrachtet, dann ist der Aufstieg auch der Anspruch, den der Verein haben muss“, befindet der SV-Trainer.
Hinspiel endete 2:2
Im Hinspiel trennten sich beide Rivalen 2:2. „Sicherlich wird es nicht das gleiche Spiel. Aber groß geändert hat sich bei im Vergleich zum September 2023 nicht viel. Der FC spielt dennoch ein wenig anders, seit Andreas Adamek in der Winterpause dorthin gewechselt ist“, hat Ingelmann beobachtet. Nicht zuletzt dank des Neuzugangs sei der Lokalrivale „verdammt offensivstark“.
Auch der FC kann in Bestbesetzung in das Derby gehen. „Yannik Sielmann und Mert Yapicilar sind wieder fit. Ich selbst habe meine Fersenproblematik auch soweit im Griff“, sagt Spielertrainer Lucas Oppermann, der bemerkt: „Wie im Hinspiel war es auch diesmal so, dass vor dem Derby die Trainingsbeteiligung sehr hoch war. So habe ich nun ein breites Spektrum an Alternativen für Samstag.“
Dämpfer zur richtigen Zeit?
Nach tollem Neustart im Frühling war Oppermann mit den beiden jüngsten Auftritten seiner Mannschaft nicht mehr ganz zufrieden. Vor allem die 2:3-Niederlage bei Olympia Lorsch hat den Spielertrainer geärgert. „Wir hatten da mehrere Ausfälle auf dem Platz, Lorsch hat sehr destruktiv gespielt und so kann man uns vor Probleme stellen. Aber ich glaube, dass es ein Dämpfer zur richtigen Zeit war“, sagt Oppermann.
Und mit Blick aufs Derby fügt er hinzu: „Nun treffen wir auf den absoluten Top-Gegner in dieser Liga. Es ist müßig, zu diskutieren, wer individuell besser besetzt ist. Von meiner Seite gehen jetzt schon die Glückwünsche an den SV für diese überragende Runde. Der Lokalrivale ist auch gar nicht unser Hauptkonkurrent. Das sind nun Eintracht Bürstadt und Unter-Abtsteinach.“
"Brauchen keine zusätzliche Motivationsspritze"
Dass Unter-Abtsteinach am vergangenen Donnerstag bei der Tvgg Lorsch mit 2:4 patzte, hat der FC-Coach „wohlwollend zur Kenntnis genommen“. Doch Oppermann betont: „Ich versuche alles, dass die Jungs bei sich bleiben. Da fand ich es auch gut, dass von Vereinsseite kein größeres Tamtam um das Derby in diesem Jahr gemacht wurde. Die Jungs brauchen keine zusätzliche Motivationsspritze.“
Der Druck, den seine Elf verspüre, sollte auch so nach Möglichkeit positiv gelenkt werden, meint Oppermann. „Dann steht einem schönen Derby auch nichts entgegen. Ich denke auch nicht, dass sich in Sachen Relegationsplatz nach dem Samstag etwas entschieden hat. Es wird da vorne eng bleiben bis Ende Mai.“