Fußball

Ein zähes Ringen um den neuen Kreisjugendwart

Nach einigem Hin und Her wird Guido Walter (JFV Bensheim/Auerbach) zum neuen Kreisjugendfußballwart gewählt. Nur 27 von 59 Jugendleitern kommen zur Sitzung.

Die Bergsträßer Jugendfußballer haben wieder eine Führung – der Weg dahin war aber mühsam. Foto: Simon Hofmann
Die Bergsträßer Jugendfußballer haben wieder eine Führung – der Weg dahin war aber mühsam.

Ende gut, alles gut: Die Bergsträßer Fußballjugend hat weiter eine handlungsfähige Führung. Beim Kreisjugendtag in Lörzenbach wurde Guido Walter (JFV Bensheim/Auerbach) zum Nachfolger von Jugendwart Tobias Kleiner gewählt. Der Lampertheimer Kleiner hatte nicht mehr kandidiert.

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Zuvor hatte der Kreisjugendtag auf der Kippe gestanden. Gerade einmal 27 von 59 Jugendleitern waren ins Vereinsheim des SV Lörzenbach gekommen. Eine Spielgemeinschaft aus dem Odenwald sagte zum Verdruss Kleiners gar für alle seine sechs Vereine die Teilnahme ab. Begründung: keine Zeit. Die Beschlussfähigkeit war damit nicht gegeben, der Abbruch und ein Wiederholungsspiel drohte. Nach intensiven telefonischen Bemühungen legten drei Vereinsvertreter Vollmachten vor, und so war 40 Minuten nach Anpfiff klar: Das Quorum war erreicht, das Spiel ging weiter.

Nachfolger von Tobias Kleiner (Zweiter von links) als Kreisjugendwart ist Guido Walter. Im Amt bestätigt wurden Stellvertreterin Melitta Ernst (links) und Mädchenreferentin Alex Nagy. 	Bild: Karrasch Foto: Karrarsch
Nachfolger von Tobias Kleiner (Zweiter von links) als Kreisjugendwart ist Guido Walter. Im Amt bestätigt wurden Stellvertreterin Melitta Ernst (links) und Mädchenreferentin Alex Nagy. Bild: Karrasch

Um kurz darauf wieder ins Stocken zu kommen. Denn aus der Versammlung war niemand bereit, sich im Führungsgremium der Bergsträßer Nachwuchsfußballer zu engagieren, nachdem im Vorfeld fast der komplette Jugendausschuss angekündigt hatte, nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Kleiners Stellvertreterin Melitta Ernst wollte erst einmal abwarten, einzig Alex Nagy, Referentin für Mädchenfußball, weitermachen. Das honorierte das Auditorium mit spontanem Applaus.

Schwierige Kandidatensuche

Wahlleiter Marin Wecht hatte geahnt, dass die Kandidatensuche nicht einfach werden würde: „Ich war auf das vorbereitet.“ Er ordnete eine Pause an, die letztendlich eine knappe Stunde dauerte – und eine überraschende Wende brachte: Plötzlich gab es zwei Kandidaten für den Job des Kreisjugendwartes: Markus Nagy (32, SC Olympia Lorsch) und Guido Walter (48, JFV Bensheim/Auerbach). Das Rennen machte schließlich mit klarer Mehrheit Walter, der im Jugendausschuss bereits Erfahrungen als E-Jugend- Klassenleiter gesammelt hat und beim JFV Bensheim/Auerbach eine D-Jugend trainiert. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Vereinen und die Möglichkeit, etwas zu gestalten“, sagte Walter. Sein Vorgänger Tobias Kleiner, seit 2020 im Amt, hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Der Jugendausschuss habe viele Projekte angestoßen, viel Arbeit investiert, aber oft wenig Resonanz erhalten: „Da hat sich doch Frust breitgemacht.“ Beispielhaft nannte er die Videosprechstunde mit Gästen wie Ex-Schiedsrichter Urs Meier, die Anfang 2022 wieder eingestellt wurde, sowie ein neues Verfahren der Schiedsrichterausbildung bei Spielen der jungen Jahrgänge.

Auf großes Interesse auch auf Hessenebene sei dagegen das Bergsträßer Drei-Stufen-Modell zum Schutz junger Schiedsrichter gestoßen. Den nächsten Kreisjugendtag richtet 2028 die Tvgg Lorsch aus. all