Fußball

Eintracht Wald-Michelbach muss die Balance im Spiel finden

Fußball-Verbandsligist Eintracht Wald-Michelbach vergrößert mit neun Neuzugängen den Kader und erfüllt damit den Wunsch von Trainer Ralf Ripperger - doch es gibt auch Abgänge.

Boubacar Siby (links) steht in der Verteidigung von Eintracht Wald-Michelbach und ist auch Co-Trainer. Bild: Philipp Reimer Foto: Philipp Reimer Photography
Boubacar Siby (links) steht in der Verteidigung von Eintracht Wald-Michelbach und ist auch Co-Trainer. Bild: Philipp Reimer

Seinen Wunsch hat Ralf Ripperger von Eintracht Wald-Michelbach erfüllt bekommen. Der 33-jährige Trainer des Fußball-Verbandsligisten wollte in dieser Saison einen größeren Kader haben. Die ETW-Verantwortlichen um Sportdirektor Amir Imsirovic leisteten ganze Arbeit und können neun Neuzugänge präsentieren.

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„Mein Wunsch war es, dass wir uns breiter aufstellen“, sagt Ripperger gerade mit Blick auf die vergangene Saison, als man im Spätherbst personell auf dem Zahnfleisch ging. Nach einem guten Start und der zwischenzeitlichen Tabellenführung am fünften Spieltag kam nicht zuletzt bedingt durch Ausfälle Sand ins Getriebe. Die Ergebnisse stimmten nicht mehr, sodass die Wald-Michelbacher ihre – wenn auch kleine – Aufstiegschance verspielten. Am Ende wurde es ein respektabler fünfter Platz – und es blieb das Gefühl, dass man auch noch weiter vorne hätte landen können.

Verbandsliga wird stärker

Von Aufstieg spricht in Wald-Michelbach allerdings niemand. Und schon gar nicht vor einer Saison, in der die Verbandsliga noch stärker einzuschätzen ist. Der Trainer hält sich in seinem sechsten Eintracht-Jahr bei der Zielsetzung zurück, allerdings soll Platz fünf verbessert werden. Das gibt einen gewissen Spielraum. Mit Niklas Halblaub, den es zu seinem Heimatverein VfL Birkenau in die Kreisoberliga zog, und Vassilis Chatzigiannakis, der zum Hessenliga-Absteiger SV Unter-Flockenbach wechselte, gibt es zwei Abgänge, die in der Offensive wehtun. Luca Strubel wechselt als Co-Spielertrainer zum B-Ligisten FSV Zotzenbach. „Das müssen wir als Gruppe auffangen“, sagt Ripperger in dem Wissen, dass man es in den vergangenen Jahren immer geschafft habe, den Abgang von Leistungsträgern zu kompensieren.

Bei den Neuzugängen bleibt die Eintracht ihrer Linie treu und setzt auf junge Spieler, die in Wald-Michelbach die Zeit bekommen, sich zu entwickeln. Dass das nicht nur Lippenbekenntnisse sind, hat sich inzwischen längst herumgesprochen. Und so seien auch alle potenziellen Neuzugänge ihrerseits gleich an einem Wechsel interessiert gewesen. So ein Bekenntnis zum Verein freut den Trainer, der von „tollen Jungs“ spricht. Sie zu integrieren, wird schnell gehen, glaubt Ripperger. Die Kunst wird sein, in dem großen Kader für Homogenität zu sorgen und alle bei der Stange zu halten. Als Beispiel nennt Ripperger Yanic Siefert, der immer drangeblieben sei, auch manche Enttäuschung weggesteckt und bis zum Saisonende Gas gegeben habe – er kam letztlich auf zwölf Spiele und erzielte drei Tore.

Entdeckungen der Saison

Es gab zwei Entdeckungen in der vergangenen Saison: Der 19-jährige Noah Hannawald erzielte auf Anhieb zwölf Tore und holte sich in seinen 28 Einsätzen auch viele Scorerpunkte. In der Abwehr erkämpfte sich der gleichaltrige Fabian Marx einen Stammplatz. Seine Ausstrahlung imponiert Ripperger: „Er war es schon in der Jugend gewöhnt, ein Spielführer zu sein.“ Auch Luca Ernst zeigte in 19 Spielen sein Talent.

Doch jetzt gibt es erst einmal einen großen Konkurrenzkampf. Gesetzt dürfte von den Neuen nur Daniel Sachs sein, der nach zwei Jahren bei seinem Heimatverein SG Rosenhöhe Offenbach (Gruppenliga Frankfurt) nach Wald-Michelbach zurückkehrt. Der 34-Jährige übernimmt zusammen mit Boubacar Siby auch das Amt des Co-Trainers. Sachs soll für die nötige Balance zwischen Defensive und Offensive sorgen. „Da müssen wir einen Zacken drauflegen und manchmal auch den Ball mehr in den eigenen Reihen halten“, sagt Ripperger, der zwar den Wald-Michelbacher „Vollgasfußball“ liebt, letztlich ist manchmal aber weniger mehr, wenn das Spiel abgepfiffen wird. Alexander Schneider, der zuletzt beim FC Fürth war, übernimmt auch die Rolle des Torwarttrainers, nachdem Cetin Karaman als Trainer zur TSG Steinbach gewechselt ist. Der 38-jährige Schneider trug ebenfalls schon das Eintracht-Trikot.

Großer Konkurrenzkampf

Ansonsten gibt es viele neue Talente und junge Spieler. Julian Pressler kommt aus der A-Jugend des TSV Amicitia Viernheim, der Rechtsaußen trainiert schon seit drei Monaten in Wald-Michelbach mit. Der 21-jährige Yannik Marx hat die TSG 62/09 Weinheim nach dem Trainerwechsel ebenfalls schon frühzeitig verlassen und bei der ETW zugesagt. In der Offensive kann er bis auf Mittelstürmer alles spielen. Pascal Ihrig wechselt von Borussia Neunkirchen (Landesliga Odenwald). Der 24-Jährige hat auf der rechten Außenbahn Stärken sowohl in der Offensive wie Defensive.

Der 23-jährige Luciano Pepe war bei Rot-Weiß Darmstadt bereits Stammspieler in der Verbandsliga. Der Linksfuß kann in der Offensive die entstandene Lücke schließen. Für die Linksverteidigung oder Außenbahn wurde Kevin Gojan aus der A-Jugend der TSG Lützelsachsen geholt. Er wird möglicherweise erst über die zweite Mannschaft für den Seniorenbereich aufgebaut. Der 21-jährige Kevin Barleben wohnt in Erbach und spielte zuletzt in der Landesliga Bayern beim SV Alemannia Haibach. Der Mittelfeldspieler wollte bereits in der Winterpause zur ETW kommen, zog sich dann aber einen Kreuzbandriss zu und wird noch Zeit brauchen, bis er wieder fit ist. Aus der U19 von Viktoria Griesheim hat sich zudem Linksfuß Till Ziegler der Eintracht angeschlossen.

Zum Start am 6. August sind die Wald-Michelbacher spielfrei, „sodass wir gleich hinterherlaufen müssen“, sagt Ripperger. Das erste Spiel ist dann zu Hause gegen Sportfreunde Seligenstadt, die sich im Umbruch befinden. Danach geht es zur SG Bornheim, die den Aufstieg in der Relegation knapp verpasste und die für den ETW-Trainer zusammen mit dem SV Unter-Flockenbach und RW Darmstadt ein Topfavorit ist. Es folgen zwei Spiele gegen die Frankfurter Mannschaften FFV Sportfreunde und Rot-Weiß – es gibt leichtere Auftaktgegner, wobei es in dieser Klasse keine einfachen Aufgaben gibt.