Fußball

Gruppenliga: Nach einer Ewigkeit verliert der SV Fürth wieder ein Heimspiel

Der SV Fürth kassiert mit 0:1 gegen Tabellenführer Langstadt nach 23 Monaten wieder eine Niederlage – und die ist unnötig. Für die SG Wald-Michelbach wird die TSV Auerbach zum Angstgegner.

Alexander Haberkorn, Spielertrainer der SG Langstadt/Babenhausen, klärt den Ball vor dem Fürther Medet Incirkus. Die Gastgeber mussten gegen den Tabellenführer nach einer Ewigkeit wieder eine Heimniederlage einstecken. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Alexander Haberkorn, Spielertrainer der SG Langstadt/Babenhausen, klärt den Ball vor dem Fürther Medet Incirkus. Die Gastgeber mussten gegen den Tabellenführer nach einer Ewigkeit wieder eine Heimniederlage einstecken.

Fürth. Irgendwann geht jede Serie mal zu Ende: Für Fußball-Gruppenligist SV Fürth galt das am Sonntag im Heimspiel gegen den Spitzenreiter, wo der Aufsteiger sich der SG Langstadt/Babenhausen trotz guter Leistung nach einer gefühlten Ewigkeit daheim wieder beugen musste. Die Elf von Trainer Jochen Ingelmann unterlag dem designierten Meister (22 Punkte voraus) vor gut 250 Zuschauern knapp mit 0:1 (0:1).

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Es war für den SVF die erste Niederlage seit 23 Monaten auf dem heimischen Kunstrasen. Eine vermeidbare, wie der Coach der Grün-Weißen betonte: „Ein 1:1 wäre hochverdient gewesen. Es war eine völlig unnötige Niederlage, wir haben in Hälfte eins einfach zu wenig an uns geglaubt“, blickte Ingelmann auf seine überhaupt erst zweite Erfahrung dieser Art, nachdem Fürth letztmals am 2. April 2023 gegen die SG Wald-Michelbach (1:3) verloren hatte. Matchwinner war wie im Hinspiel Leon Raitz.

Beim 5:1-Heimsieg von Langstadt/Babenhausen hatte der Torjäger mit einem Doppelpack und einer Vorlage geglänzt. Im Rückspiel glückte Raitz mit Saisontor 18 – vor der Halbzeit das Goldene Tor. Nach Fürther Ballverlust in der eigenen Hälfte bekam er die Kugel von Simon Felde durchgesteckt. Im Zweikampf mit Leon Weise war der Ball eigentlich fast weg, prallte aber vom Knie von Raitz wieder in dessen Lauf, woraufhin der Stürmer flach ins rechte Eck verwandelte – 0:1 (37.). Ansonsten neutralisierten sich beide Teams in Hälfte eins. „Wir waren da leider zu passiv, haben die vorhandenen Räume nicht mutig genug bespielt“, haderte Ingelmann.

Erst nach der Pause legte Fürth die Scheu zusehends ab, nachdem Torwart David Hummel per Glanztat den nächsten Raitz-Doppelpack gegen den SVF verhindert (49.) und sein Team im Spiel gehalten hatte. Später blieb Hummel auch im Eins-gegen-eins mit Felde Sieger (74.), während die Vorderleute das SG-Tor zweimal knapp verfehlten. Erst spitzelte Robin Weber den Ball nach schönem Flankenlauf über rechts von Yannick Marx am kurzen Pfosten mit der Hacke um Zentimeter links vorbei (61.). Acht Minuten vor dem Ende köpfte der just gebrachte Angreifer Patrik Babic eine Linksflanke aus kürzester Distanz haarscharf links neben das Langstädter Tor (82.). Der Favorit und Spitzenreiter wankte, Fürth drängte auf den Ausgleich – doch der sollte auch im Strafraum-Tohuwabohu in der Nachspielzeit nicht fallen. Bei mehreren Ecken brannte es im SG-Strafraum lichterloh. „Der Ball wird auf der Linie geklärt, wir kriegen ihn einfach nicht ins Tor gestochert“, haderte Ingelmann, der in der letzten Szene noch mit ansehen musste, wie Marx den Ball in bester Position knapp links vorbeischoss. dbe

SV Fürth: Hummel - Geissinger, Schumacher (46. Kabel), F. Vucic, Eckstein (78. Dolicanin), Incirkus (66. A. Vucic), Möldner, Weise, Weber (77. Babic), Marx, Braun (77. Burk).

Tore: 0:1 (37.) Raitz.

Zuschauer: 250. Beste Spieler: geschlossene Leistung.

SG Wald-Michelbach enttäuscht in Auerbach

Die TSV Auerbach bleibt für Fußball-Gruppenligist SG Wald-Michelbach diese Saison ein unliebsamer Gegner. Nach dem 2:8-Heimdebakel waren die Überwälder im Rückspiel beim Ligazweiten eigentlich auf Wiedergutmachung aus, wollten trotz Personalsorgen an die kämpferische Topleistung beim 1:0 zum Jahresstart gegen den SV Münster anknüpfen – doch das gelang vor 200 Zuschauern in keiner Weise: Mit 0:4 (0:1) musste sich Wald-Michelbach erneut klar geschlagen geben, verlor erstmals wieder nach sechs Spielen.

„Das war ein in allen Belangen blutleerer Auftritt“, ging SG-Co-Trainer Andreas Lerchl, der mit Achillessehnenverletzung noch länger fehlen wird, mit seinem Team hart ins Gericht: „Klar, wir sind personell geschwächt, aber das darf keine Ausrede sein. Alles, was wir letzte Woche noch gut gemacht haben, hat uns heute gefehlt.“ In der chancenarmen ersten Hälfte geriet die SG gegen feldüberlegene Auerbacher durch ein Eigentor auf die Verliererstraße: Der starke TSV-Offensivspieler Nico Jäger flankte von links scharf gen ersten Pfosten, wo die Kugel von Daniel Jahns Fuß unglücklich ins eigene Tor sprang (33.). Winter-Neuzugang Nino Ernst im Tor (kam von der A-Jugend der Tvgg Lorsch), dem das Trainerteam statt Benjamin Florig das Vertrauen schenkte, war zum ersten Mal geschlagen. Kim Naas hatte den Torerfolg nach seinem Supersolo bereits vor Augen, im letzten Moment aber vereitelte Keeper Konstantin Larkowitsch das 1:1: „Der Torwart war eigentlich geschlagen, hat den Ball aber irgendwie noch zu fassen gekriegt“, blickte Lerchl auf eine der zwei Topchancen der Gäste.

Die andere vergab Florian Schmitt, der nach kurzer Ecke eine scharfe Flanke zum Tor von Linksfuß Fabio Sattler aus zwei Metern per Kopf ganz knapp verpasste, wodurch der Ball in Larkowitschs Armen landete. Nach der Pause hatte Auerbach dann viel zu leichtes Spiel. Ein Ballverlust im Vorwärtsgang führte zum vorentscheidenden 2:0 durch Jesse Dorval (66.). Danach sorgten Kevin Kotek Benarides per Kopf (79.) und Linus Dietzsch, der erneut nach Vorarbeit über links durch Jäger zum 4:0 traf (83.), für den nächsten Sieg über die SG, bei der nur Sergej Pineker Normalform zeigte.

SG Wald-Michelbach: Ernst - Gölz, Pineker, D. Dörsam, Schmitt (72. Brauch), Schmidt, Jahn, Naas, Beisel, I. Dörsam (42. Strater), Sattler (46. Ripper/72. Lammer).

Tore: 1:0 Eigentor (33.), 2:0 Dorval (66.), 3:0 Kotek Benarides (79.), 4:0 Dietzsch (83.). dbe