Warum der SV Fürth keine Angst vor der Übermannschaft hat
Die Odenwälder gehen stattdessen mit einem gesunden Selbstbewusstsein in die Partie gegen den Gruppenliga-Primus SG Langstadt/Babenhausen. Auch auf die SG Wald-Michelbach wartet ein harter Brocken.
Fürth / Wald-Michelbach. Beim Blick auf die Bilanz des Gegners kann einem schon etwas bange werden: 20 von 22 Partien in der Fußball-Gruppenliga hat die SG Langstadt/Babenhausen gewonnen, führt die Tabelle mit sagenhaften 22 Zählern Vorsprung an.
Dennoch gilt bei Aufsteiger SV Fürth vor dem Heimspiel am Sonntag um 14.30 Uhr gegen den erst einmal besiegten Spitzenreiter: „Wir gehen sicher nicht mit Angst ins Spiel“, wie Trainer Jochen Ingelmann betont. Schließlich haben auch seine Grün-Weißen gerade auf dem heimischen Kunstrasen allerhand zu bieten: Mit sechs Siegen und drei Remis blieben sie dort nicht nur in dieser Spielzeit ungeschlagen, auch auf dem Weg zur klaren Kreisoberliga-Meisterschaft kam Fürth vergangene Saison komplett ohne Heimniederlage durch die Runde.
Keine guten Erinnerungen ans Hinspiel
Die letzte Schlappe datiert vom 2. April 2023, als es ein 1:3 gegen die SG Wald-Michelbach gegeben hatte. Fast zwei Jahre ohne Heimpleite machen selbst vor dem Duell mit dem Überflieger der Gruppenliga Hoffnung, dass der zehnte Liga-Sieg in Folge für Langstadt/Babenhausen durchaus zu verhindern ist. „Im Hinspiel waren wir personell noch nicht in der Lage, dem Spiel des Gegners über 90 Minuten Paroli zu bieten.
Da wurden uns unsere Grenzen aufgezeigt“, sagt Ingelmann zum klaren 1:5 im ersten Vergleich, als speziell der mit 17 Toren zweitbeste Staffelschütze Leon Raitz dem SV Fürth mit einem Doppelpack und einem ganz starkem Auftritt das Leben schwermachte: „Mit ihm sind wir gar nicht klargekommen. Er ist nur sehr schwer vom Ball zu trennen, ein unheimlich wuseliger Spieler mit viel Zug zum Tor“, meint Ingelmann, der hinsichtlich des schier übermächtigen Gegners zudem festhält: „Erfahrung und Ausgeglichenheit zeichnen sie aus. Sie sind im Zweikampf extrem gut, haben kaum Fehler im Passspiel und sind generell top organisiert.“ Und dennoch ist da die Hoffnung, sich die tolle eigene Heimserie auch in dieser Partie zu bewahren.
Zwei Siege in den ersten Pflichtspielen
Gegenüber dem Hinspiel sind die Fürther aus Sicht des Trainers „einen klaren Schritt weiter, sind als Mannschaft deutlich gefestigter“ – was die Siege in den ersten zwei Pflichtspielen des Jahres untermauerten. Im Kreispokal siegte der SV mit 3:1 beim bis dahin makellosen Lokalrivalen FC Fürth, in der Liga gab es einen hart erkämpften 1:0-Sieg beim TSV Höchst, wodurch sich Fürth auf Rang sieben verbesserte.
„Das waren zwei echt schwere Spiele mit jeweils ganz unterschiedlichen Anforderungen – aber die Mannschaft hat alles dafür getan, um auch da erfolgreich zu sein“, lobt Ingelmann.
Personell sehe es gut aus, neben dem gesperrten Lars-Eric Schwinn (zwei Spiele) wird wohl nur Torjäger Chris Diefenbach weiter fehlen.
TSV Auerbach – SG Wald-Michelbach (Sonntag, 15 Uhr)
Die Personallage beim Fürther Ligarivale SG Wald-Michelbach ist vor dem Gastspiel im Bensheimer Weiherhausstadion derweil deutlich angespannter. Nach seiner Roten Karte beim erfolgreichen 1:0-Jahreseinstand gegen den SV Münster fehlt Philip Trares der SG für zwei Spiele. Neben den langzeitverletzten Timo Fischer (Kreuzbandriss) und Torwart Sven Helfrich (Wadenbeinbruch) fällt zudem Co-Trainer Andreas Lerchl (Achillessehne) für längere Zeit aus.
Das Hinspiel gegen den Ligazweiten Auerbach endete für Wald-Michelbach in einem heftigen Debakel: Nach 2:0-Führung fiel das Team, auch wegen einer Gelb-Roten Karte für David Schmidt kurz nach der Pause, förmlich auseinander und unterlag am Ende 2:8 vor heimischem Publikum. „Das war richtig bitter“, sagt Ingo Dörsam, der sich damals über sein erstes Saisontor nicht recht freuen konnte.
Über sein zweites, mit dem er spät das jüngste 1:0 über Münster sicherte, dafür umso mehr. Es sei zwar ein „glücklicher Sieg“ gewesen, den man aber sehr gerne mitnehme, so Dörsam, der trotz der heftigen Hinspielschlappe zu Auerbach sagt: „Wir haben Respekt vor dem Gegner, aber das gilt mit Sicherheit auch für Auerbach gegenüber uns. Bis auf das Hinspiel waren die Duelle stets ausgeglichen – wir hoffen und glauben dran, diesmal dort was mitnehmen zu können.“