Gruppenliga: SG Wald-Michelbach feiert furiosen Fischer
Die SG Wald-Michelbach geht mit einem 3:0-Sieg gegen Groß-Bieberau auf die Kerwe. Die Eintracht trauert ihren Chancen hinterher und der SV Fürth verliert das erste Spiel.
Es war die Szene im Spiel – und für Timo Fischer von Fußball-Gruppenligist SG Wald-Michelbach eine „tolle Premiere“, wie der Verteidiger am Mittwochabend nach dem Heimsieg über Aufsteiger SV Groß-Bieberau lächelnd befand. Mit 3:0 (1:0) feierte die Elf von Trainer Nico Garotti den zweiten Sieg binnen vier Tagen auf dem eigenen Kunstrasen – weil Fischer per spektakulärem Fallrückzieher kurz vor der Pause die Weichen stellte (43.).
„Das war der Dosenöffner“, unterstrich Garotti nach einer Halbzeit, in der beide Rivalen ihre Chancen besaßen: „Der Zeitpunkt war natürlich perfekt.“ David Schmidt brachte eine Ecke von links ins Zentrum. Der Ball wurde nicht richtig geklärt, kam zum 1,93 Meter großen Fischer, der ihn aus fünf Metern artistisch ins Netz beförderte: „Per Fallrückzieher habe ich noch nie ein Tor gemacht“, jubelte der Abwehrhüne – und weil er scheinbar Gefallen gefunden hatte, legte Fischer in Hälfte zwei kurzerhand auch noch das entscheidende 2:0 nach (80.). Wiederum nach Ecke von links durch Schmidt, diesmal per Kopf.
„In Hälfte zwei waren wir besser im Spiel und hatten Riesenchancen, früher den Deckel draufzumachen“, blickte der Doppelpacker auf die Partie. Wald-Michelbach brachte zur Pause Gero Lammer und Routinier Andreas Lerchl. „Die Wechsel haben sich bezahlt gemacht“, urteilte Garotti ob der folgenden Steigerung, nachdem in Hälfte eins sein starker Torwart Sven Helfrich die Null gehalten hatte. Weil die SG vor dem Tor dann aber fahrlässig agierte, wurde es noch mal brenzlig: Direkt vor dem 2:0 kamen die Gäste vor 150 Zuschauern zur Riesenchance zum 1:1, doch Tolunay Arikan verfehlte. In der Nachspielzeit traf Groß-Bieberau nach scharfer Hereingabe von Ingo Dörsam noch unglücklich ins eigene Tor (93.). „Mit sechs Punkten ist es ein guter Start für uns – nun können wir auf der Kerwe richtig schön feiern“, kündigte Garotti an.
SG Wald-Michelbach: Helfrich - Denis Dörsam (46. Lerchl), Trares (72. Strater), Schmitt (46. Lammer), Schmidt, Oberle (83. Brauch), Jahn, Franck, Naas (85. Gölz), Fischer, Ingo Dörsam. Beste Spieler: Helfrich, Fischer.
SV Hahn - ET Wald-Michelbach Eintracht Wald-Michelbach 2:1
Die ETW kassierte am Mittwoch im zweiten von vier Gastspielen in Folge die zweite Niederlage. Zwar zeigte das Team um Spielertrainer Boubacar Siby beim SV Hahn eine klare Steigerung gegenüber dem 1:5 beim VfR Fehlheim – doch der eigene Chancenwucher verhinderte den ersten Punktgewinn: Wald-Michelbach verlor vor 120 Zuschauern im Pfungstädter Stadtteil 1:2 (0:1) und bleibt Vorletzter. „Wir haben sehr viel Aufwand betrieben, konnten uns aber nicht belohnen. Wir hätten zwingend einen Punkt holen müssen, aber die Chancenverwertung war einfach nicht gut“, sagte ETW-Pressesprecher Lothar Strusch. Die erste halbe Stunde gehörte den Gästen, die immer wieder über Leonidas Reeg auf links und Nico Efstathiou gegenüber gefährlich anrannten.
Angriffe sehen gut aus
„Die Schnellangriffe über die Flügel sahen richtig gut aus, nur der Abschluss passte nicht“, befand Strusch, der allein in den ersten 20 Minuten fünf Chancen notierte. Die besten durch Stürmer Moritz Hugo, der nach Reeg-Flanke aus sechs Metern vorbeiköpfte (10.), und Efstathiou, der erst freistehend an Hahns Torwart Robin Schwarz (16.) scheiterte und dann aus 15 Metern zu hoch zielte (22.) - wohingegen Hahn mit der ersten Aktion direkt zum 1:0 kam: Riccardo D’Addona überwand Keeper Alexander Schneider (36.). Kurz nach der Pause folgte durch Patrick Stumpfs 2:0 die nächste eiskalte Dusche (50.). Zwar verkürzte Hugo auf Flanke des eingewechselten Eldin Pudic rasch auf 1:2 (61.), doch der Chancenwucher setzte sich fort. Etienne Imsirovic, einer der Besten der Gäste, zielte vorbei (83.), Pudic köpfte aus kurzer Distanz drüber (85.) – und so geht die Eintracht ohne Punkte ins spielfreie b Wochenende.
ET Wald-Michelbach: Schneider - da Silva Arnold, Beisel, Imsirovic, Siefert, Hugo (72. Ahrens), Reeg, Efstathiou (56. Guarino), Ernst, Gojani (56. Pudic), Siby.
Beste Spieler: Imsirovic, Ernst, Siby.
Dersim Rüsselsheim - SV Fürth 3:1
Für Gruppenliga-Aufsteiger SV Fürth setzte es am Mittwoch im ersten Auswärtsspiel der Runde die erste Saisonniederlage: Auf dem kleinen Platz bei Dersim Rüsselsheim wurde das mit zwei Heimsiegen gestartete Team von Trainer Jochen Ingelmann in der Startphase förmlich überrollt und musste sich trotz dominant gestalteter zweiter Hälfte 1:3 (0:3) geschlagen geben. „Der Start war geradezu ein Kulturschock für uns“, sagte Ingelmann: „Der Gegner hat sehr aggressiv losgelegt, hat auf dem kleinen Platz den Ball eigentlich nur vorgeschossen und ist mit Macht auf die zweiten Bälle drauf. Wir haben gedacht, wir könnten da fußballerisch gegenhalten – das ist komplett in die Hose gegangen.“ Der Absteiger, im ersten Spiel drei Tage zuvor mit einem 3:3 gegen die SG Modau gestartet, war zu Beginn in jeder Szene giftiger, handlungsschneller und kaufte den Fürthern den Schneid ab. Nach wenigen Sekunden brauchte Verteidiger Patrick Geissinger mit dem Ball am Fuß zu lange, brachte daraufhin Torwart David Hummel in Bedrängnis, nach dessen Fehler Edin Kitic aus 25 Metern per Heber ins leere Tor traf (3.). Zwar kam auch Fürth zu Chancen, etwa bei einer dicken Doppelchance kurz vor der Pause durch Chris Diefenbach – das Tor aber traf nur Rüsselsheim: Emir Arik legte das 2:0 nach (16.), Thiago Novis stellte auf 3:0 (38.).
Direkt nach der Halbzeit traf Diefenbach mit einem an Nils Eckstein verursachten Elfmeter zum 1:3 (48.). „Das war der perfekte Start und wir hatten wieder Hoffnung“, sagte Ingelmann: „Wir haben gedrückt, kamen zu vielen Chancen – doch der Abschluss hat heute nicht gepasst.“ Selbst nach einer Gelb-Roten Karte für Dersim (80.) wegen Zeitspiels wollte in der Endphase samt zehn Minuten Nachspielzeit kein Tor mehr fallen. Ingelmann hofft nun , dass sich sein Team am Sonntag gegen den TSV Höchst (14.30 Uhr) wieder in seinem so starken Heimgewand präsentiert.
SV Fürth: Hummel - Geissinger, Böhmer, Dolicanin, Frank (35. Burk), Chris Diefenbach, Kabel, Eckstein, Möldner, Weise, Marx. dbe