Kreispokal-Kracher in Fürth kennt keinen Favoriten
Die beiden Fürther Mannschaften dürften sich am Mittwochabend im Kreispokal-Viertelfinale auf Augenhöhe begegnen. Der gegenseitige Respekt ist groß.
Fürth. Wer ist die Nummer eins in der Gemeinde Fürth? Welche Serie bleibt am Mittwochabend bestehen? Das sind zwei der Fragen zum Pokalknaller zwischen FC Fürth und Titelverteidiger SV Fürth, der heute um 19 Uhr auf dem von beiden als Heimstätte genutzten Kunstrasen angepfiffen wird.
Die erste Frage war in der Vergangenheit klar zu beantworten, immerhin spielten die Rot-Weißen vom FC als Ex-Verbandsligist und langjähriger Gruppenligist immer höher als der Lokalrivale. Erst zuletzt rüttelten die Grün-Weißen an den Machtverhältnissen in der Gemeinde. Während der SV Fürth eine Bilderbuchsaison spielte, mit nur einer Niederlage Kreisoberliga-Meister wurde und zudem im Kreispokal triumphierte, konnte der FC da nicht ganz mithalten. Nach dem Gruppenliga-Abstieg gelang als Dritter zwar die Konsolidierung, auf den Nachbarn waren es aber sieben Punkte Rückstand.
Alle 21 Spiele gewonnen
Dafür ist die Elf von Trainer Ralf Ripperger diesmal auf einem herausragenden Weg – 18 Siege aus 18 Kreisoberligaspielen stehen zu Buche, samt Pokal ging der FC in allen 21 Pflichtspielen der Runde als Sieger vom Feld. Bei dieser Traumbilanz und 17 Punkten auf Rang zwei gibt es an der Gruppenliga-Rückkehr eigentlich keine Zweifel mehr. „Wir freuen uns sehr auf dieses Duell. Auch oder gerade, weil wir wissen, dass es eine riesige Herausforderung wird“, sagt Ripperger.
Auch der SV ist nach wie vor als „Serientäter“ unterwegs, hat in Pflichtspielen seit April 2023 (1:3 gegen die SG Wald-Michelbach) nicht mehr zu Hause verloren – wenngleich das Pokalduell ja offiziell ein Auswärtsspiel ist. „Das ist ein sehr interessanter Vergleich, der unter anderen Vorzeichen als im Vorjahr steht“, sagt SV-Trainer Jochen Ingelmann, dessen Team auf Rang neun überwintert: „Der FC ist genau in der Position, in der wir damals waren. Wir waren in der Kreisoberliga so gut wie durch, konnten uns so voll auf den Pokal konzentrieren, wie es jetzt bei ihnen der Fall ist. Für uns liegt der Fokus voll auf der Gruppenliga“, erläutert der 30-Jährige ob der vielen drohenden Absteiger und nur drei Zählern Abstand zur gefährlichen Zone. Er lobt vor dem Pokalspiel „zwei individuell starke Teams“ und erwartet „eine spannende Partie auf Augenhöhe.“ Einen Favoriten sieht er nicht, anders als Ripperger, der dem Klassenhöheren diese Rolle zuschiebt. „Sie spielen eine stabile Gruppenliga-Runde. Die Zugänge haben den SV noch besser gemacht. Somit sind wir auf dem Papier nicht der Favorit“, erklärt der 34-Jährige. Die jüngsten Kreisoberliga-Duelle endeten jeweils 2:2. Sonst hatte der FC meist die Nase vorne, so auch im November 2022 im Kreispokal, als man die damalige „Auswärtspartie“ 1:0 gewann.
Extreme Qualität
„Ich habe sie zuletzt dreimal gesehen, da kommt extreme Qualität auf uns zu“, warnt Ingelmann, sieht beim Gegner „einen sehr guten Torwart“ Sebastian Kempf, mit Felix Fischer „einen überragenden Verteidiger und Führungsspieler“ und weitere Schlüsselakteure wie Kapitän und Sechser Jusef Nerabi oder Angreifer Andreas Adamek (29 Tore in 17 Ligaspielen) „mit unfassbarer Qualität, der ein Spiel im Handumdrehen entscheiden kann“. Auch bei Ripperger ist der Respekt vor dem Nachbarn groß: „Es wird bei der starken Offensive drauf ankommen, defensiv stabil zu sein. Sie werden uns immer wieder in brenzlige Situationen bringen“, weiß der FC-Trainer. Personell fehlen dem SV Torjäger Chris Diefenbach und wohl der zuletzt länger erkältete Nicolas Böhmer. Beim FC sollten so weit alle an Bord sein. dbe