Fußball

Polizeieinsatz bei Massenschlägerei in Michelstadt

Beim Fußballspiel zwischen dem VfL Michelstadt und FCK Türkiyemspor Breuberg in der Kreisliga A Odenwald flogen die Fäuste - auch ein Messer könnte im Spiel gewesen sein. Die Vereine nehmen auf Facebook Stellung.

Mit einem Großaufgebot musste die Polizei nach einer Schlägerei auf dem Fußballplatz des VfL Michelstadt eingreifen. (Symbolbild) Foto: Marco Schilling
Mit einem Großaufgebot musste die Polizei nach einer Schlägerei auf dem Fußballplatz des VfL Michelstadt eingreifen. (Symbolbild)

Eine Massenschlägerei führte am Sonntag zum Abbruch des Fußballspiels zwischen dem VfL Michelstadt und FCK Türkiyemspor Breuberg in der Kreisliga A Odenwald. Wie die Polizei mitteilte, kam es in der zweiten Hälfte zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen den Spielern beider Mannschaften sowie einzelner Zuschauer. Dabei wurden mehrere Personen leicht verletzt, zwei der Personen wurden vorsorglich in das Krankenhaus in Erbach verbracht. Insgesamt gehe man aktuell von sechs bis acht Verletzten aus.

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Messer im Spiel?

Auslöser der Tumulte soll wohl eine Messerattacke auf der Tribüne gewesen sein. Dabei sei ein Beteiligter oberflächlich am Hals verletzt worden. Er wurde laut dem Polizeisprecher im Krankenhaus behandelt, ist aber nicht lebensgefährlich verletzt. Die Polizei, die mit mehreren Streifen vor Ort war, konnte die Parteien trennen und die Auseinandersetzung beenden. Die Ermittlungen zum Sachverhalt und dessen Hintergrund dauern an, entsprechende Strafverfahren werden eingeleitet, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Erbach zu melden.

In einem Statement in den sozialen Medien verurteilte der VfL Michelstadt „die schlimmen Vorkommnisse, die sich am Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 1:0 für unsere Mannschaft ereigneten, bis auf das Schärfste“. Auf seiner Facebook- und Instagram-Seite schreibt der Verein: „In einem hitzigen Spiel mit vielen kleinen Nickligkeiten und Fouls musste der Schiedsrichter sogar 15 Minuten vor Spielende die Stopp-Regelung anwenden, damit auf dem Platz Ruhe einhergeht. Plötzlich kam es auf der Zuschauertribüne zu Tumulten, die dann zu einer brutalen Schlägerei führten und das Anfordern der Polizei mit einem Großaufgebot zur Folge hatte.“

Nach dem Vorfall auf der Tribüne – der VfL Michelstadt betont, dass die Zuschauer keinerlei Funktion im Verein ausüben –, wollten Spieler deeskalierend eingreifen und seien von anderen Spielern dafür mit Faustschlägen und Tritten belegt wurden, heißt es auf Facebook. „Seitens des VfL mussten daraufhin fünf Akteure im Krankenhaus behandelt werden, andere brachten sich mit Teilen der Zuschauer in der Waldstraße oder in Seitengassen in Sicherheit. Nach den tumultartigen Szenen, die zwischenzeitlich einer Hetzjagd glichen und an bürgerkriegsähnliche Zustände und Massenpaniken erinnerten, brach der Schiedsrichter die Partie ab. Scherben mussten zusammengekehrt, Wunden versorgt und weinende Kinder, Frauen und selbst Spieler getröstet werden“, schreibt der VfL Michelstadt. Trainiert wird der VfL Michelstadt übrigens von Ali Sadik, der seine Karriere als junger Spieler bei Eintracht Wald-Michelbach begann und vor zwei Jahren auch kurzzeitig Co-Spielertrainer von Miro Savanovic beim damaligen Gruppenligisten FC Fürth war.

„Erschütternder Vorfall“

Auch der FCK Türkiyemspor Breuberg bezieht auf seiner Facebook- und Instagram-Seite Stellung zu dem „erschütternden Vorfall“. Ein Zuschauer des VfL Michelstadt habe demnach einen der eigenen mitgereisten Zuschauer attackiert, heißt es. Die Situation sei eskaliert, als der Angreifer zusätzlich einen Gegenstand einsetzte „und unseren Zuschauer am Hals verletzte. Dieser Vorfall ereignete sich im Zuschauerbereich und stand in keinem Zusammenhang mit dem eigentlichen Spielverlauf. Aus diesem Grund wurde die Partie abgebrochen, um die Sicherheit aller Anwesenden zu gewährleisten.“

Besonders alarmierend sei es gewesen, dass der Angreifer vor dem Vorfall lautstark ankündigt habe, nach dem Spiel auch Türkiyemspor-Spieler angreifen zu wollen, so die Darstellung auf Facebook: „Solche Drohungen und Angriffe haben im Sport und insbesondere im Amateurbereich keinen Platz. Wir verurteilen dieses Verhalten aufs Schärfste und fordern einen respektvollen Umgang sowohl auf als auch neben dem Spielfeld.“ Der Klub appelliert an alle Vereine, Spieler und Fans: „Lasst uns den Fußball mit Respekt und Sportsgeist leben, denn Gewalt hat in unserem Sport keinen Platz.“ Die Ereignisse sollen jetzt die Polizei und das Sportgericht klären.

Videos und Zeugen gesucht

Jetzt wenden sich die Ermittler an die Öffentlichkeit und suchen Videoaufnahmen, Fotos und Zeugen. Die Ermittler fragen in diesem Zusammenhang:

Haben Sie Videos oder Fotos vom Tatgeschehen, den Beteiligten oder auch deren Autos gemacht? Können Sie Hinweise auf die Identität der Beteiligten geben? Ihre Fotos und Videos können Sie den Ermittlern auf dem Hinweisportal der Polizei Südhessen zur Verfügung stellen:

Weiterhin werden auch Personen gesucht, die das Geschehen beobachtet haben und sachdienliche Hinweise zum Hergang geben können. Sie werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Erbach unter der Telefonnummer 06062 9530 zu melden.