Ringen

Rimbacher Felix Schmitt gewinnt Bronze bei der EM

Felix Schmitt (KSV Rimbach) erwischt bei der U17-Europameisterschaft in Serbien einen starken Pool und verletzt sich gleich im ersten Kampf am Knöchel - dennoch kommt er mit der Bronzemedaille nach Hause.

Felix Schmitt (KSV Rimbach) jubelt nach dem Kampf gegen den Bulgaren Bozhidar Pamenov Dobrev über die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft. Foto: Kadir Caliskan
Felix Schmitt (KSV Rimbach) jubelt nach dem Kampf gegen den Bulgaren Bozhidar Pamenov Dobrev über die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft.

Das war eine bärenstarke Leistung: Felix Schmitt gewann am Samstagabend bei der Europameisterschaft der U17-Ringer in Novi Sad (Serbien) die Bronzemedaille in der Klasse 80 kg Freistil. Im Kampf um Platz drei beherrschte Schmitt den Bulgaren Bozhidar Pamenov Dobrev klar und feierte einen 10:0-Punktsieg. „Felix hat seinen Gegner rausgeschoben und zwei-, dreimal gedreht. Dann war schnell Feierabend“, sagte Oliver Schmitt, Sportlicher Leiter des KSV Rimbach, und stolzer Vater des deutschen Nationalringers.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Gegen den späteren Vize-Europameister Nikoloz Maisuradze musste Felix Schmitt (links) im Achtelfinale eine Niederlage hinnehmen. Er hatte zuvor aber nur eine Viertelstunde Pause. Foto: Kadir Caliskan
Gegen den späteren Vize-Europameister Nikoloz Maisuradze musste Felix Schmitt (links) im Achtelfinale eine Niederlage hinnehmen. Er hatte zuvor aber nur eine Viertelstunde Pause.

Keine Zeit zum Durchschnaufen

Bereits im vergangenen Jahr war Felix Schmitt bei der EM in Tirana (Albanien) nahe dran an der Bronzemedaille, musste sich aber mit dem fünften Platz zufriedengeben. Diesmal war er als ein Favorit angereist, auch wenn er für die Klasse bis 80 kg Gewicht machen musste und letztlich mit 78 kg etwas leichter als die Konkurrenten war. „Das waren Bullen“, kommentierte Oliver Schmitt die körperlich starken Konkurrenten. Aber Felix Schmitt ließt sich davon nicht beeindrucken – auch nicht von einer schweren Poolauslosung. So musste er zunächst einen Qualifikationskampf gegen den starken Ukrainer Artur Kostiuk bestreiten. Schmitt gewann zwar mit 4:2 nach Punkten, musste aber schwer schuften und ließ Körner. Zudem verletzte er sich am Knöchel und musste getapet werden. Zeit für eine Behandlung und zur Regeneration blieb nicht. Bereits nach einer Viertelstunde musste Schmitt schon wieder auf die Matte. Es ging im Achtelfinale gegen Nikoloz Maisuradze. Der Gegner hatte zuvor nicht gekämpft und war völlig frisch. Schmitt dagegen hätte eine etwas länger Pause gutgetan, ihm fehlte etwas die Spritzigkeit. Nach einem 2:5-Rückstand riskierte er alles und fing sich noch eine Zweierwertung zur 2:7-Niederlage ein.

Jetzt hieß es Daumen drücken, dass der Georgier ins Finale kommen würde, was er dann auch tat. Felix Schmitt war somit am Samstag in der Hoffnungsrunde, wo er den Türken Selahttin Can mit 4:0 bezwang. „Felix bekam den Gegner gleich in Griff und hat ihn mit einem Unterachsel fixiert und dann auch schultern können“, sagte Oliver Schmitt. Lohn war der Kampf um Platz drei, diesmal ließ sich Felix Schmitt die Medaille nicht mehr nehmen. Europameister wurde nicht der favorisierte Georgier. Der ließ sich im Finale gegen den Russen Aldat Kesaev beim Stand von 4:4 noch überraschen und verlor mit 4:7. „Felix hätte im Finale allemal mit den beiden mithalten können“, sagte Oliver Schmitt und richtet schon den Blick auf die Weltmeisterschaften, die in sechs Wochen in Jordanien stattfinden. Auch dort kann sein Sohn eine Medaille holen. Im nächsten Jahr ringt Felix Schmitt dann in der U20, wo es eine 75-kg-Klasse gibt, dann sollte es auch mit dem Gewicht etwas besser passen.

Bereits am Samstagabend gegen 23 Uhr brachen die Rimbacher, die mit zwei Autos angereist waren, direkt aus der Halle auf und machten sich auf die Heimfahrt – mit einem kurzen Abstecher bei ihrem ehemaligen Trainer Laszlo Antunovits, der inzwischen wieder in Ungarn lebt.

Manuel Wagin verletzt

Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Manuel Wagin, der wegen eines Außenbandrisses im Knie seine Teilnahme absagen musste. Er wäre sicherlich ein heißer Medaillenanwärter für den KSV Rimbach gewesen. Julien Zinser vom KSV wurde nach der Deutschen Vizemeisterschaft in Elsenfeld bei den Männern kurzfristig von Bundestrainer Jürgen Scheibe für ein internationales U23-Turnier in Eupen nominiert, wo er den dritten Platz in der Klasse bis 63 kg belegte. beg