SV Unter-Flockenbach dreht das Spiel gegen Darmstadt souverän
Verbandsliga-Tabellenführer SV Unter-Flockenbach zeigt beim 5:1-Heimsieg gegen Rot-Weiß Darmstadt eine reife Leistung. Platzverweis bringt die Wende.
Unter-Flockenbach. Falls noch ein wenig Frust und Enttäuschung übrig geblieben sein sollte, nachdem der SV Unter-Flockenbach am vorherigen Spieltag unnötig zwei Punkte in Dortelweil hat liegen lassen, dann hat sich die Mannschaft diese nun aber deutlich aus den Kleidern geschüttelt. Der Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga hat nämlich am Samstag seine Hausaufgaben gemacht und Rot-Weiß Darmstadt mit einem verdienten 5:1 auf die Heimreise geschickt.
„Wir haben ein tolles Spiel gemacht und eine souveräne, sehr reife Leistung gezeigt“, war SVU-Trainer Lukas Cambeis nach dem Schlusspfiff äußerst zufrieden mit seinen Schützlingen. Dazu hatte er jeden Grund, wie auch Kapitän Max Heckhoff in seiner Analyse nach dem Spiel unterstrich: „Wir waren über 90 Minuten das dominante Team. Leider haben wir nach einem Fehler zwar das 0:1 kassiert, konnten aber zulegen und haben die Partie am Ende auch hochverdient für uns entschieden.“
Früher Rückstand nach Fehler
Rot-Weiß Darmstadt ging die Begegnung äußerst defensiv an, was schnell die Vermutung aufkommen ließ, dass sich die Anzahl der klaren Torchancen – zumindest vorerst – im überschaubaren Bereich halten sollte. Dem war auch so, dennoch verzeichneten die Talemer schon in dieser Phase ein Chancenplus für sich. Das war insofern aber auch nicht schwer, weil die Gäste lediglich ein einziges Mal gefährlich vor dem SVU-Tor auftauchten – dieser Angriff brachte dann aber auch gleich das Erfolgserlebnis: Die Platzherren verloren den Ball in der Vorwärtsbewegung, nach einem Querpass von Schneider Sanchez war Darmstadts Toptorjäger Emin Aykir zur Stelle und schob völlig ungedeckt aus acht Metern locker ein (16.). Aykir sollte in der 42. Minute noch eine unrühmliche Rolle spielen, als er nach einem unnötig harten Einsteigen die gelb-rote Karte sah und damit seiner Mannschaft einen Bärendienst erwies.
Platzverweis bringt Wende
Für Dominik Lohrer, den Trainer von Rot-Weiß Darmstadt, war diese Entscheidung allerdings zu hart: „Die zweite Gelbe war aus meiner Sicht überzogen. Hätten wir nicht in Unterzahl spielen müssen, dann wäre es in dem Spiel möglicherweise noch mal spannend geworden. So war es unter dem Strich ein verdienter Sieg für Unter-Flockenbach.“ Kurz nach dem Platzverweis kamen die Unter-Flockenbacher jedenfalls zum Ausgleich: Matthias Kuhn fasste sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ein Herz, zog aus 22 Metern ab und traf mit einem Schuss wie ein Strich in den gegnerischen Kasten.
Doppelschlag nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel stellte die Heimelf per Doppelschlag die Weichen sehr schnell auf Sieg. Zunächst zeigte Ilya Ertanir sein Können als Freistoßschütze, als er aus 18 Metern durch die löchrige Darmstädter Mauer hindurch zum 2:1 traf (49.). Nur eine Minute später klingelte es erneut: Marius Kamuff tankte sich auf rechts bis zur Grundlinie durch, flankte nach innen, wo Jann Germies lauerte und aus kurzer Distanz vollstreckte. In der 69. Minute versuchte Monteiro Antunes sein Glück, scheiterte aber am Keeper der Gäste. Der konnte jedoch den Ball nicht sichern, wovon Luca Kaiser profitierte, der in Torjägermanier abstaubte. Den Schlusspunkt markierte schließlich der eingewechselte Julian Marquardt, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie stocherte, nachdem Rafael Monteiro Antunes die Kugel nach innen gebracht hatte (88.). Es gab noch weitere gute Möglichkeiten, um das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten, zuvorderst die Pfostentreffer von Kuhn (63.) und Kaiser (72.). Die Gäste hatten außer ihrem Treffer keine weiteren zwingenden Tormöglichkeiten.
SV Unter-Flockenbach: Ulpins – Bundschuh (51. Maraj), Kamuff, Gelzenlichter (71. Aliji), Ertanir, Monteiro Antunes (75. Arikan), Waldmann (66. Lo Porto/75. Marquardt), Kaiser, Heckhoff, Kuhn, Germies.
Tore: 0:1 Aykir (16.), 1:1 Kuhn (45.+3), 2:1 Ertanir (49.), 3:1 Germies (50.), 4:1 Kaiser (69.), 5:1 Marquardt (88.).
Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Aykir (42./Darmstadt) nach Foulspiel. Beste SVU-Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung – Zuschauer: 250.