Fußball:

Verbandsliga: Nur ein Punkt für Tabellenführer Unter-Flockenbach

Der SV Unter-Flockenbach kassiert in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich. Eintracht Wald-Michelbach gewinnt auch das zweite Spiel. Gruppenligist SG Wald-Michelbach ärgert sich.

Torwart Arthur Kovis war der beste Unter-Flockenbacher beim 2:2 in Dortelweil. Foto: Thomas Rittelmann
Torwart Arthur Kovis war der beste Unter-Flockenbacher beim 2:2 in Dortelweil.

Fußball-Verbandsliga-Spitzenreiter SV Unter-Flockenbach hat in seinem ersten Pflichtspiel nach der Winterpause auswärts gegen den SC Dortelweil einen möglichen Dreier in der Nachspielzeit verspielt. Das Team des Trainergespanns Dalio Memic und Nico Hammann kam am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz in Bad Vilbel nur zu einem 2:2 (2:0).

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„Bis zum 2:1 haben wir sehr gut gespielt, danach haben wir einen Knick in unser Spiel bekommen. Im zweiten Durchgang ging dann leider gar nichts mehr. Dortelweil hatte gefühlt 20 Standardsituationen. Mit der letzten Aktion haben sie dann eben dann noch den Ausgleich erzielt“, sagte SVU-Coach Memic, der aber klarmachte: „Mit dem Punkt kann man starten. Es geht weiter, so zwei verschiedene Halbzeiten dürfen eben einfach nicht passieren.“

Die Unter-Flockenbacher begannen engagiert und gingen mit der ersten gefährlichen Offensivaktion auch in Führung. Linus Hebling erkämpfte sich zunächst den Ball auf der rechten Seite, fand im Dortelweiler Strafraum dann Teamkollege Müslüm Arikan, der aus kurzer Distanz zum 1:0 (10.) einschoss. Die Platzherren waren sichtlich perplex. 120 Sekunden später erhöhten die „Flockies“ schon auf 2:0: Nach einem schönen Spielzug über Leon Gelzenlichter und Lotfi Graidia war diesmal Hebling der Abnehmer. Aus fünf Metern vollendete der Torjäger zum zweiten Treffer (12.). Beinahe hätte Gelzenlichter nur 90 Sekunden später das 3:0 nachgelegt, doch der Ball ging bei seinem Schuss haarscharf am gegnerischen Gehäuse vorbei (14.).

Dortelweil kam erst nach 20 Minuten besser in die Partie. Adrijan Aslimoski zwang Torhüter Artur Kovis zu einer Glanzparade (29.). Fünf Minuten vor der Pause schlugen die Platzherren aber zu. Dominik Steffen traf per Volleyschuss zum 1:2 (41.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Dortelweil die dicke Chance zum Ausgleich. Keeper Kovis parierte zunächst einen Kopfball und hatte Glück, dass Marvin Sprenger im Nachschuss nur den Pfosten traf (45.+2). Auch nach dem Seitenwechsel blieb der SC Dortelweil spielbestimmend. Die Unter-Flockenbacher bekamen kaum noch Zugriff. Allerdings sah es lange so aus, als könnte der Ligaprimus den Dreier über die Zeit retten.

Am Ende verdient

In der sechsten Minute der Nachspielzeit hatte Dortelweil noch einmal einen Freistoß von der Mittellinie. Der Ball flog hoch in den Unter-Flockenbacher Strafraum und Marvin Strenger traf zum 2:2 (90.+6). „Am Ende hatte Dortelweil den Punkt sogar verdient“, befand Memic.

SV Unter-Flockenbach: Kovis - Mayer, Kamuff (71. Chatzigiannakis), Gelzenlichter (71. Schneider), Nag, Arikan (86. Hechler), Graidia (86. Ulpins), Zyprian, Hammann, Hebling (90.+1 Eckstein), Unrath.

Tore: 0:1 Arikan (10.), 0:2 Hebling (12.), 1:2 Steffen (41.), 2:2 Sprenger (90.+6). Zuschauer: 70. Beste Spieler: Sprenger - Kovis. bol

ET Wald-Michelbach - Rot-Weiss Frankfurt 5:0

Es dürfte wahrscheinlich mit das schönste nachträgliche Geschenk zum Geburtstag gewesen sein, das Georg Slamal erhielt. Vor der Partie der Fußball-Verbandsliga zwischen Eintracht Wald-Michelbach und Rot-Weiss Frankfurt wurde das ETW-Gründungsmitglied von Präsident Peter Bihn anlässlich seines 85. Geburtstags geehrt. Die Überwälder präsentierten sich danach in Torlaune und fuhren einen deutlichen 5:0-Erfolg ein.

Lennart Borgenheimer (rechts) gewann mit Eintracht Wald-Michelbach gegen Rot-Weiss Frankfurt auch das zweite Spiel in diesem Jahr. Foto: Katrin Oeldorf
Lennart Borgenheimer (rechts) gewann mit Eintracht Wald-Michelbach gegen Rot-Weiss Frankfurt auch das zweite Spiel in diesem Jahr.

„Das war ein verdienter Sieg, den man nach der ersten Hälfte so nicht erwarten konnte, denn da hat uns eine sehr disziplinierte, junge gegnerische Mannschaft durchaus vor Herausforderungen gestellt“, sagte Eintracht-Trainer Ralf Ripperger nach dem Spiel. In der Tat taten sich die Platzherren im ersten Durchgang etwas schwer. Sie spielten zwar gefällig, doch die Frankfurter ließen nicht viel zu. Souverän arbeitete aber auch die ET-Defensive um den einmal mehr exzellenten Abwehrchef Jens Bundschuh, die alles wegverteidigte, was in Richtung Tor kam.

Das Resultat war ein Spiel, in dem Torraumszenen doch eher Seltenheitswert hatten – zumindest vorerst. Über ein Tor durften sich die Platzherren allerdings bereits im ersten Durchgang freuen. Jedoch war die tatkräftige Mithilfe der Gäste der Wegbereiter. Nach einem langen Ball der Wald-Michelbacher aus der eigenen Hälfte, zeigte sich die Rot-Weiss-Defensive nicht auf der Höhe, weshalb Michel Klinger völlig allein aufs Gästetor zusteuerte und aus elf Metern flach abschloss (34.).

Kampfgeist gebrochen

Nach der Pause wirkte das Spiel der Eintracht merklich entschlossener und druckvoller, ohne dass dies zunächst einen nennenswerten Zuwachs an Chancen nach sich gezogen hätte. Häufig war es der letzte Pass, der nicht ankam. Das änderte sich aber in der 68. Minute, als Boubacar Siby nach einer Eckballhereingabe aus spitzem Winkel das machte, womit in diesem Moment wohl niemand rechnete: Er schloss aufs kurze Eck ab und düpierte damit alle Verteidiger. Dieser Treffer sollte den unermüdlichen Kampfgeist der Frankfurter spürbar zum Erlahmen bringen.

In der Folge war offensiv von den Gästen kaum mehr etwas zu sehen. Dafür gab es nun einige Möglichkeiten für die ETW. Nachdem Klinger (74.) und Möldner (75.) jeweils noch knapp vergaben, sollte Daniel Sachs vom Elfmeterpunkt aus für das 3:0 sorgen (80.). Ausgangspunkt war ein Foul an Yannick Marx. Fünf Minuten später musste Rot-Weiss-Schlussmann Zbiljic ein weiteres Mal hinter sich greifen. Der kurz zuvor eingewechselte Ernst setzte sich links durch, flankte scharf nach innen, wo Yannick Marx völlig frei zum Abschluss kam und zum 4:0 abschloss. Und auch beim 5:0 (90.) bewies ET-Coach Ripperger ein sehr gutes Händchen. Der Treffer hatte seinen Ursprung in einem Befreiungsschlag des eingewechselten Fischer, der in Lars-Eric Schwinn einen Abnehmer fand, der selbst erst eine Minute zuvor ins Spiel gekommen war. Mit seinem ersten Ballkontakt beförderte er den Ball aus 18 Metern Torentfernung in die Maschen. Die ETW überzeugte durch eine bemerkenswerte Geschlossenheit und funktionierte als Team, was gerade angesichts der turbulenten Zeit im Verein keine Selbstverständlichkeit ist. „Ich glaube, das zeigt alles den außergewöhnlichen Charakter dieser Truppe, die in dieser Situation noch mehr zusammengerückt ist, als es ohnehin schon der Fall war. Das sieht man jedes Mal im Training, aber auch bei dem, was sie auf den Platz bringt“, hatte Ripperger jede Menge Lob übrig.

Eintracht Wald-Michelbach: Gärtner - Möldner, F. Marx (82. Fischer), Bundschuh, Y. Marx, Sachs, Klinger (89. Schwinn), Borgenheimer, Cermjani (89. Siefert), Butscher (82. Ernst), Siby.

Tore: 1:0 Klinger (34.), 2:0 Siby (68.), 3:0 Sachs (80., Foulelfmeter), 4:0 Y. Marx (85.), 5:0 Schwinn (90.).

Beste ETW-Spieler: Bundschuh, Y. Marx, Siby. Zuschauer: 200. gie

SKG Bickenbach - SG Wald-Michelbach 2:1

Fußball-Gruppenligist SG Wald-Michelbach verlor bei der SKG Bickenbach nach einem Tor der Gastgeber fünf Minuten vor Schluss mit 1:2. „Die Enttäuschung ist groß“, sagte SGW-Spielausschussmitglied Andre Roth. „Wir wollten Bickenbach heute auf Abstand halten.“ Die SG Wald-Michelbach steht vor richtungsweisenden Spielen in Sachen Klassenerhalt. Der Aufsteiger muss am nächsten Wochenende im Derby gegen die FSG Riedrode antreten, und vor diesem Hintergrund hatten die Überwälder wenigstens einen Zähler gegen Bickenbach auf der Rechnung. Doch es kam anders als gedacht – das späte Siegtor der Gastgeber war der Kategorie „unnötig“ zuzuordnen. Roth ärgerte sich: „Das Tor war vermeidbar.“ Ein einfacher Ballverlust der SGW im Mittelfeld hatte schwerwiegende Konsequenzen. Bickenbach schaltete schnell um und Maruf Rasaq traf schließlich aus halblinker Position unhaltbar zum 2:1. „Das war eine gute Einzelaktion“, sagte Roth nach einer Partie, die seiner Ansicht nach nicht wirklich einen Sieger verdient hatte. „In der Summe waren es zwei Mannschaften, die beide kein gutes Spiel gemacht haben – die Tabellensituation spiegelte das Spiel wider“, sagte Roth.

Die Gäste waren Mitte der zweiten Halbzeit allerdings am Drücker und hätten die Begegnung nach guten Chancen durchaus für sich entscheiden können. Doch Daniel Jahn schoss freistehend am Tor vorbei, David Schmidt traf den Ball nicht richtig und Jonas Ripper scheiterte mit einem Distanzschuss am starken Torwart. Roth: „In der zweiten Halbzeit hatten wir gute Chancen, die wir aber kläglich vergeben haben.“

SG Wald-Michelbach: Helfrich, Denis Dörsam (40. Jahn), Schmitt, Lammer (44. Gölz), Schmidt, Oberle, Ripper, Luca Franck (90. Trautmann), Fischer, Ingo Dörsam, Fabio Sattler (83. Minuth).

Tore: 1:0 Agweven (28.), 1:1 Franck (37.), 2:1 Rasaq (88.). Zuschauer: 150. - Beste SGW-Spieler: Fischer, Luca Franck. jaz