SV Unter-Flockenbach feiert gegen Fehlheim ein Schützenfest
Nico Hammann macht sich mit dem SV Unter-Flockenbach ein Geburtstagsgeschenk und Lotfi Graidia erzielt einen Hattrick. Eintracht Wald-Michelbach siegt weiter und die SG Wald-Michelbach verliert wieder in der Gruppenliga.
Der SV Unter-Flockenbach hat einen weiteren Pflasterstein auf dem Weg in Richtung Meisterschaft in der Fußball-Verbandsliga gelegt. Der völlig überforderte VfR Fehlheim wurde im Kreisderby deutlich mit 7:0 besiegt. „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, bei dem sich alle reingehängt haben. Auch die, die eingewechselt wurden, haben sich nahtlos eingefunden und wollten sich beweisen. Ich denke, genau dies ist ein ganz großes Plus bei uns“, sagte der zufriedene SVU-Trainer Dalio Memic.
Für Nico Hammann, Memics spielender Trainerkollege, war der deutliche Sieg ein perfektes Geschenk zu seinem 36. Geburtstag. Wobei es in den ersten zehn Minuten nicht unbedingt so aussah, als ob das Spiel zur rauschenden Party werden sollte. Die Fehlheimer zeigten sich zunächst als ein Gegner auf Augenhöhe, der jedoch in der 11. Minute in Rückstand geriet. Nach einem lehrbuchmäßigen Konter über rechts legte Hebling für den zentral lauernden Lotfi Graidia auf, der locker abschloss. „Wir haben uns erst etwas schwergetan, doch das 1:0 war eine Art Dosenöffner. Danach ging es Schlag auf Schlag“, skizzierte Memic den weiteren Verlauf. Ab diesem Treffer kippte das Spiel eindeutig zugunsten der „Flockies“. Nach einer maßgenauen Freistoßflanke von Hammann köpfte Graidia zunächst völlig freistehend zum 2:0 ein (33.), ehe er drei Minuten später den Hattrick perfekt machte. Das Tor zum 3:0-Halbzeitstand wurde eingeleitet von Arikan, nach dessen Zuspiel Graidia zunächst seinen Gegenspieler abschüttelte und schließlich gekonnt vollendete.
Gleich ein Paukenschlag
Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag: Bereits in der 48. Minute gelang Müslüm Arikan das 4:0, nachdem er zunächst einen Gegenspieler austanzte und schließlich aus halblinker Position ins lange Eck abschloss. Dieser Treffer zog den Fehlheimern endgültig den Stecker. „Der VfR hat dann nur noch wenig Gegenwehr gezeigt. Vielleicht hätte der Sieg deshalb sogar noch höher ausfallen können, aber wir können auch so zufrieden sein“, meinte Memic. Es ging in der Folge auch Schlag auf Schlag: Zunächst schraubte sich Linus Hebling nach einer Hammann-Ecke mustergültig hoch und köpfte zum 5:0 ein (50.), drei Minuten später musste er nach einem Querpass von Arikan nur noch locker zum 6:0 einschieben. Obwohl es der SVU nach dem halben Dutzend etwas ruhiger angehen ließ, kamen die Gäste trotzdem kaum zur Entfaltung. Die Platzherren wirkten einfach gedanklich immer etwas schneller. „Ihr müsst wacher sein!“, brüllte Fehlheims Torwart Andreas Ries seinen Kollegen zu, womit er den Nagel auf den Kopf traf. In der 79. Minute war aber genau dies definitiv nicht der Fall, denn nach einer schönen Kombination der Talemer brachte der eingewechselte Chatzigiannakis eine Flanke auf den ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Niko Paschaloglou, der die Kugel aus kurzer Distanz zum 7:0-Endstand über die Linie drückte. Während beim Spitzenreiter Freude herrschte, schlug Gästetrainer Sascha Huy andere Töne an: „Bei uns ist purer Abstiegskampf angesagt.“
SV Unter-Flockenbach: Kovis - Mayer, Kamuff (67. Chatzigiannakis), Nag, Arikan (67. Ulpins), Schneider, Graidia (55. Paschaloglou), Zyprian (55. Eckstein), Hammann, Hebling, Unrath.
Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Graidia (11./(33./36.), 4:0 Arikan (48.), 5:0 Hebling (50.), 6:0 Hebling (53.), 7:0 Paschaloglou (79.).
Beste SVU-Spieler: Graidia, Nag, Hammann. Zuschauer: 200. gie
Stimmen zum Spiel
Lotfi Graidia (dreifacher Torschütze): „Wir haben eine reife Leistung gezeigt, die uns dem Aufstieg wieder ein Stückchen nähergebracht hat. Ich wünsche mir, dass wir so früh wie möglich aufsteigen, um viele Spiele zu haben, die wir ohne Druck angehen können. Ich bin natürlich glücklich, dass mir nach langer Zeit wieder mal ein Dreierpack gelungen ist, wobei es mir prinzipiell egal ist, wer die Tore erzielt. Die Hauptsache ist, sie werden geschossen.“
Nico Hammann (SVU-Spielertrainer): „Bis auf die ersten zehn Minuten haben wir das sehr ordentlich gemacht. Nach dem 1:0 haben wir dann doch deutlich Oberwasser bekommen, haben nicht viel zugelassen und hätten sogar noch höher gewinnen können. Für mich war der deutliche Sieg natürlich ein tolles Geburtstagsgeschenk, aber das nächste Mal muss es auch wieder ohne Geburtstag gehen.“
Kareem Baumann (VfR-Spieler, ehemals SVU): „Wir haben es dem SVU leider zu einfach gemacht. Wir wussten, wie stark deren Umschaltspiel ist, doch gerade da haben wir äußerst unglücklich gespielt. Wir hatten uns einiges vorgenommen, was wir aber nicht umgesetzt haben. Für mich wurde es so natürlich eine recht enttäuschende Rückkehr.“
Sascha Huy (VfR-Trainer): „Die ersten zehn Minuten haben wir so gespielt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Die drei Treffer vor der Pause waren ärgerlich, aber was die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte geschehen ist, da fehlen mir einfach die Worte.“
SKG Rodgau - ET Wald-Michelbach 3:6
Sechster Sieg in Folge für Fußball-Verbandsligist Eintracht Wald-Michelbach. Die Mannschaft von Trainer Ralf Ripperger gewann bei der SKG Rodgau deutlich mit 6:3 (2:1). „Wir haben die Grundlage für den Erfolg in der ersten Halbzeit gelegt“, sagte ETW-Pressesprecher Lothar Strusch und wusste in diesem Zusammenhang vor allem die Leistung von Ylli Cermjani zu würdigen, der bis zur Pause gleich zweimal traf.
Die Partie war schnell und Rodgau – in der Tabelle mit dem Rücken zur Wand – setzte von Beginn an alles auf drei Punkte. Die Eintracht machte ständig Druck. Das 1:0 erzielte Wald-Michelbach nach einer schnellen Kombination über die rechte Seite. Cermjani hatte sich zentral vor dem Tor postiert und zögerte nicht lange mit seinem satten Schuss aus gut zwölf Metern (20.) Minute. Doch Rodgau antwortete nur fünf Minuten später mit dem Ausgleichstor aus abseitsverdächtiger Position. Die Eintracht war wenig beeindruckt. Das 2:1 erzielte Cermjani, nachdem Rodgau die Situation im Strafraum nicht klären konnte. Florian Butscher hatte kurz darauf das 3:1 auf dem Fuß, verzog nur knapp aus rund 18 Metern. Butscher findet sich bei der Eintracht indes immer besser zurecht, wurde auch in Rodgau zu einem zentralen Spieler. Das 3:1 markierte Butscher auf Vorarbeit von Cermjani. Er zeigte eine perfekte Ballannahme. Das 4:1 war Resultat einer feinen Vorarbeit über links und Butscher traf erneut. Das 5:1 für erzielte Michel Klinger nach einer starken Kombination über Yannick Marx und Marius Möldner. „Dann sind wir etwas nachlässig geworden“, sagte Strusch mit Blick auf zwei Gegentore in der Schlussphase. Doch Klinger auf Vorarbeit des eingewechselten Luca Ernst rückte die Verhältnisse wieder zurecht. „Das war völlig verdient, weil wir vor allem über die Außen gut und clever gespielt haben“, sagte Strusch.
Eintracht Wald-Michelbach: Gärtner, Möldner, Fabian Marx, Bundschuh, Yannick Marx, Sachs (70. Siefert), Klinger, Borgenheimer (70. Luca Ernst), Cermjani, Butscher, Siby (61. Fischer).
Tore: 0:1 Cermjani (20.), 1:1 Hulaj (25.), 1:2 Cermjani (28.), 1:3, 1:4 Butscher (59., 62.), 1:5 Klinger (69.), 2:5 Kayaci (74.), 3:5 Shahinda (83.), 3:6 Klinger (90+3.).
Zuschauer: 120. - Beste ETW-Spieler: Butscher, Cermjani, Klinger. jaz
SG Wald-Michelbach - SV Münster 0:3
Fußball-Gruppenligist SG Wald-Michelbach musste sich zu Hause dem SV Münster mit 0:3 (0:3) geschlagen geben. „Das war absolut verdient für Münster“, sagte Co-Spielertrainer Jannik Oberle und musste einräumen: „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen.“
Der Aufsteiger gerät in Sachen Klassenerhalt zunehmend unter Druck. „Wir sind in einen Abwärtsstrudel geraten und müssen uns da jetzt wieder herausarbeiten“, sagte Oberle. Die Niederlage gegen Münster sei definitiv enttäuschend. Denn die Gastgeber ließen auch diesmal viele Tugenden vermissen, verzeichneten aber eine Steigerung gegenüber der Vorwoche, als nahezu alles schiefgelaufen war. Doch Zählbares war wieder nicht drin, „weil wir uns mit allem Möglichen beschäftigt haben – nur nicht mit dem Fußball“, meinte Oberle. Das 1:0 legte Münster nach etwas mehr als einer halben Stunde auf, gut fünf Minuten vor der Pause erhöhten die Gäste auf 2:0, nachdem Wald-Michelbach den Ball rund 20 Meter vor dem Tor nicht halten konnte und schließlich schlecht verteidigte. „Da hat die Zuordnung gefehlt“, sagte Oberle. Das 3:0 markierte Münster per Foulelfmeter. Die SGW hatte kaum nennenswerte Chancen. David Schmidt scheiterte nach einer Flanke knapp und „ein bis zwei Schüsse hatten wir aus der zweiten Reihe. Wir dürfen jetzt nicht anfangen an uns zu zweifeln“.
SG Wald-Michelbach: Florig, Gölz, Schmitt (43. Trares), Lammer, Schmidt, Oberle, Jahn, Ripper, Trautmann, Fischer, Ingo Dörsam (46. Nino Sattler).
Tore: 0:1 Mustefa (31.), 0:2 Sahitolli (39.), 0:3 Ries (44.).
Zuschauer: 100. - Beste SGW-Spieler: geschlossene Leistung.