Fußball-Bundesliga

Kompanys geölte Bayern-Maschine ist der Liga entrückt

Sie haben es wieder getan. Im Eröffnungsspiel gegen Stuttgart setzt der FC Bayern ein meisterliches Statement. National kann dieses Star-Ensemble keiner stoppen. Dafür wird «der Boss» schon sorgen.

Gleich wieder obenauf - die Bayern, hier mit 4:1-Schütze Aleksandar Pavlovic und Vorbereiter Ismael Saibari (Nr. 34). Foto: Sven Hoppe/dpa
Gleich wieder obenauf - die Bayern, hier mit 4:1-Schütze Aleksandar Pavlovic und Vorbereiter Ismael Saibari (Nr. 34).

München (dpa) - Für die Bayern-Fans ist die Sache schon nach dem ersten von 34 Spieltagen klar - und vermutlich nicht nur für sie. «Deutscher Meister wird nur der FC Bayern», hallte es gleich wieder lautstark durch die Allianz Arena. 

Die Münchner Fußball-Zauberer um Michael Olise haben es wieder getan. Letztes Jahr 6:0 im Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen RB Leipzig, dieses Mal ein mächtiges 5:1-Statement gegen den Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart. Wer soll diese, von Trainer Vincent Kompany geschaffene, bestens geölte Tor- und Sieg-Maschine stoppen? 

Zumindest national scheint weit und breit niemand in Sicht. Das wird sich unter den 75.000 Augenzeugen im Münchner Regen bestimmt auch der neue Bundestrainer Jürgen Klopp auf der VIP-Tribüne gedacht haben. 

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Torloser Kane: Fantastisch, so zu starten

«Es ist fantastisch, so in die Saison zu starten», schwärmte Harry Kane. Und es war ausnahmsweise noch nicht mal ein Tor des Bundesliga-Torschützenkönigs dafür nötig. Den Job erledigten am Freitagabend andere: der herausragende Olise, dazu Dayot Upamecano, Aleksandar Pavlovic und Luis Díaz. Sowie VfB-Profi Josha Vagnoman, der wenige Minuten nach seinem 1:1-Ausgleich den Ball zum vorentscheidenden 3:1 für die Bayern unglücklich ins eigene Tor bugsierte. 

Hoeneß stöhnt: «Das ist hart»

«Das ist hart», stöhnte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß nach der nächsten bayerischen Zurechtweisung drei Monate nach dem 0:3 mit drei Kane-Treffern im DFB-Pokalfinale in Berlin. Wieder hatte er sich etwas ausgedacht. Über den gesamten Platz verfolgten die VfB-Profis die Münchner in Manndeckung. Das stresste die Bayern lange Zeit. Aber am Ende kam es doch wie immer. DFB-Kapitän Joshua Kimmich sprach hinterher von «einem Spiegelbild zu all' den anderen Spielen gegen den VfB». Stuttgart wehrt sich - aber Bayern jubelt. 

«Das ist hart.» Immer dasselbe Gefühl für Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß gegen den FC Bayern. Foto: Sven Hoppe/dpa
«Das ist hart.» Immer dasselbe Gefühl für Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß gegen den FC Bayern.

Im Nachgang legten die Münchner Double-Sieger dann noch verbal nach. Sportvorstand Max Eberl sprach von «einer Duftmarke», die man gesetzt habe. Und Kimmich erschreckte die Liga. «Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem wissen wir alle, dass wir noch ein Stück von unseren besten Level entfernt sind», sagte der 31-Jährige eine Woche nach dem auch schon beeindruckenden Gewinn des Supercups in Dortmund. 

Wer die Bayern-Stars am Boden hält

Das höchste Level wird nötig sein, um das Ziel aller Ziele im dritten Kompany-Jahr zu realisieren. Das lautet, Paris Saint-Germain von Europas Thron zu stürzen und im Mai 2027 die Champions League zu gewinnen. 

Der Faktor Kompany ist das eine. «Der Boss hält uns am Boden. Er pusht uns an unsere Grenzen. Er will immer eine Weiterentwicklung», erzählte Kane. Der 40 Jahre alte Belgier trieb seine Profis noch in der Nachspielzeit am Spielfeldrand an. «Perfekt ist es nie, auch heute nicht. Aber es war schon beeindruckend», befand Kompany. Weiter geht's. «Was heute war, ist morgen nicht mehr wichtig. Und was letzte Saison war und die Titel, ist heute auch nicht mehr wichtig.» 

Der «Boss» und Antreiber am Spielfeldrand: Vincent Kompany. Foto: Sven Hoppe/dpa
Der «Boss» und Antreiber am Spielfeldrand: Vincent Kompany.

Selbst der grandiose Liga-Torrekord von 122 Treffern aus der Vorsaison scheint für die Giganten-Offensive um Kane, Olise, Díaz und den bei seinem Liga-Debüt als Joker mit zwei Assists glänzenden Marokkaner Ismael Saibari nicht unerreichbar zu sein. «Es ist in der DNA dieser Mannschaft. Sie wissen, wo das Tor steht», sagte Kompany zur Angriffswucht.

Erste Lobeshymnen auf Neuzugang Saibari 

In 50-Millionen-Euro-Zugang Saibari ist der Abteilung Attacke noch ein weiteres Puzzle-Teil hinzugefügt worden. «Ich mag den Jungen», sagte Kane. Kimmich sprach von einer «absoluten Verstärkung». Und Chefeinkäufer Eberl gab Saibari gleich mal die Note «Eins» für seine Torvorlagen auf Pavlovic und Díaz. 

«Es war sehr schön, mein erstes offizielles Spiel in der Allianz Arena und mein erstes Bundesligaspiel zu gewinnen. Und für mich selbst, zwei Tore vorzubereiten, war auch sehr schön», sagte der WM-Teilnehmer.  

Das neue Puzzelstück in Bayerns Super-Offensive: Ismael Saibari. Foto: Sven Hoppe/dpa
Das neue Puzzelstück in Bayerns Super-Offensive: Ismael Saibari.

«Ich bevorzuge es zu treffen», bemerkte derweil der ausnahmsweise torlose Kane. «Aber wenn du fünf Tore schießt - und mein Name steht nicht auf dem Scoreboard -, heißt das, dass die anderen es extrem gut gemacht haben.» Wer immer auf den Platz komme, diesmal war es Saibari, könne «den Unterschied machen». Und es dürfte noch besser kommen: Jungstar Lennart Karl feierte nach der verpassten WM ein Kurz-Comeback. Und auch Jamal Musiala und Serge Gnabry werden noch zurückkehren. Wer soll diese Bayern stoppen?